Angewandte Geophysik
Die Kenntnis der Struktur und Eigenschaften des Untergrundes von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Kilometern Tiefe sowie die Untersuchung von anthropogenen Einlagerungen und Bauwerken sind zentrale Zielsetzungen von Forschungsprojekten in diesem Schwerpunkt.
Mit Seismik, Bodenradar, Geoelektrik, Magnetik, Gravimetrie, Infrarot-, Erschütterungs- und Bohrlochmessungen steht eine einzigartige Palette geophysikalischer Methoden zur Verfügung, um den Untergrund und andere Medien zu durchleuchten.
Von besonderer Forschungsrelevanz sind Fragestellungen, die eine komplexe Interpretation der Daten mehrerer Methoden und aufbauend darauf der Ableitung spezifischer Merkmale zur Charakterisierung der Untergrundeigenschaften erfordern, wie zum Beispiel zur Reservoircharakterisierung in der Erdöl- und Erdgasindustrie.
Weitere Anwendungsgebiete der Arbeiten dieses Schwerpunkts umfassen Problemlösungen im Bereich der Bauwerksuntersuchung und -kontrolle (Straßen, Brücken, Tunnels, Dämme und Deiche), der Erkennung von Risikobereichen, bei der geotechnischen Planung, der Erkundung und Bewertung von Verdachtsflächen und Altlasten sowie bei der Ortung unterirdischer Objekte im speziellen auch im Zuge der Archäologie.
Tiefengrundwasser und Geothermie
Durch anthropogene Verunreinigungen aus Industrie und Landwirtschaft sowie Unfälle und Umweltkatastrophen sind seichtliegende Trinkwasserressourcen qualitativ gefährdet. Grundwasservorkommen in großer Tiefe sind diesen qualitativen Beeinträchtigungen gegenüber besonders geschützt und erlangen darüber hinaus auch in Zeiten und Gebieten quantitativen Mangels (Trockengebiete) besondere Bedeutung. Die Erkundung, Erschließung, nachhaltige Bewirtschaftung und der Schutz dieser Tiefenwässer sind ein zentrales Forschungsthema dieses Schwerpunktes. Dabei kommen neben dem Einsatz hydro(geo)logischer Methoden im besonderen Maße geophysikalische Messverfahren, Reflexionsseismik und Bohrlochmessungen zum Tragen.


