{"id":7650,"date":"2026-05-07T11:14:29","date_gmt":"2026-05-07T09:14:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/coremed\/?p=7650"},"modified":"2026-05-07T11:19:13","modified_gmt":"2026-05-07T09:19:13","slug":"skinprinting-vom-hydrogel-zum-gewebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/coremed\/en\/skinprinting-vom-hydrogel-zum-gewebe\/","title":{"rendered":"Skinprinting: Vom Hydrogel zum Gewebe"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tierversuche sind nach wie vor g\u00e4ngige Praxis, wenn es um das Testen von Medikamenten oder Kosmetika geht. Forschende der JOANNEUM RESEARCH und der Technischen Universit\u00e4t Graz (TU Graz) entwickeln neuartige Hautmodelle, die diese ersetzen k\u00f6nnten. Am Anfang steht eine unscheinbare, aber entscheidende Substanz: das druckbare Tr\u00e4germaterial des Hautmodells.<\/p>\n<h3>3D-Druck: Schicht f\u00fcr Schicht zur Haut<\/h3>\n<p>An der TU Graz werden daf\u00fcr Hydrogele entwickelt \u2013 wasserreiche Materialien, die als Tr\u00e4ger f\u00fcr lebende Hautzellen dienen. Darin werden Fibroblasten und Keratinozyten eingebettet und im 3D-Druck Schicht f\u00fcr Schicht zu ersten Gewebestrukturen aufgebaut. Die Herausforderung liegt im Detail: \u201eDas Material muss stabil genug sein, um gedruckt zu werden, und gleichzeitig so beschaffen, dass die Zellen darin \u00fcberleben, wachsen und sich organisieren k\u00f6nnen\u201c, so <strong>Rupert Kargl<\/strong> vom Institut f\u00fcr Chemie und Technologie biobasierter Systeme der TU Graz. Daf\u00fcr werden spezielle Vernetzungsmethoden eingesetzt, die ohne zellsch\u00e4digende Chemikalien auskommen.<\/p>\n<h3>Was aus dem Drucker kommt, ist jedoch erst der Anfang&#8230; .<\/h3>\n<p>Bei COREMED beginnt der zweite, entscheidende Schritt: die Reifung. Die gedruckten Strukturen werden in ein Zellkulturmedium \u00fcberf\u00fchrt und verbringen mehrere Wochen im Inkubator. In dieser kontrollierten Umgebung entwickeln sich nach und nach differenzierte Hautschichten \u2013 aus einem technischen Ger\u00fcst wird ein biologisch aktives Gewebe. Ein zentraler Vorteil dieser Technologie liegt in ihrer N\u00e4he zur Realit\u00e4t: \u201eDa die k\u00fcnstliche Haut auf menschlichen Zellen basiert, kann sie k\u00fcnftig dazu beitragen, Tierversuche zu reduzieren und gleichzeitig noch aussagekr\u00e4ftigere Ergebnisse zu liefern\u201c, erkl\u00e4rt Elisabeth Hofmann von COREMED. Insbesondere im Hinblick auf die \u00dcbertragbarkeit in die klinische Anwendung k\u00f6nnten solche Modelle neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Testung von Wirkstoffen und medizinische Fragestellungen er\u00f6ffnen. Erste Ergebnisse zeigen: Die Materialien sind stabil, die Zellen bleiben vital \u2013 ein wichtiger Schritt in Richtung anwendbares Modell. Die Forschung befindet sich aber noch in einem fr\u00fchen Entwicklungsstadium. \u201eWir verf\u00fcgen bereits \u00fcber ein gut etabliertes und umfassend untersuchtes Standardmodell. Um die Komplexit\u00e4t menschlicher Haut noch besser abzubilden, sind jedoch weitere Komponenten notwendig \u2013 etwa Immunzellen oder Blutgef\u00e4\u00dfe\u201c, so Hofmann. Die Integration solcher Strukturen stellt aktuell eine zentrale Herausforderung dar und ist Gegenstand laufender Forschungsarbeiten.<\/p>\n<h3>Fazit:<\/h3>\n<p>Die Technologie k\u00f6nnte k\u00fcnftig Tierversuche ersetzen, etwa wenn es um Tests zur Aufnahme und Toxizit\u00e4t von Nanopartikeln aus Kosmetika wie Sonnencremes geht. 3D-gedruckte Hautmodelle k\u00f6nnten auch in der regenerativen Medizin Anwendung finden, etwa zur Unterst\u00fctzung bei der Behandlung von Verbrennungsopfern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Von Petra Mravlak<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Links:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tugraz.at\/institute\/ibiosys\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Institut f\u00fcr Chemie und Technologie biobasierter Systeme, TU Graz<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/coremed\/en\/produkte\/humane-3d-hautmodelle\/\">3D-Hautmodelle, Institut COREMED<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Tierversuche sind nach wie vor g\u00e4ngige Praxis, wenn es um das Testen von Medikamenten oder Kosmetika geht. 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