{"id":7670,"date":"2026-06-26T11:23:55","date_gmt":"2026-06-26T09:23:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/coremed\/?p=7670"},"modified":"2026-06-26T11:30:11","modified_gmt":"2026-06-26T09:30:11","slug":"medizin-muss-den-menschen-in-seiner-vielfalt-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/coremed\/en\/medizin-muss-den-menschen-in-seiner-vielfalt-sehen\/","title":{"rendered":"Medizin muss den Menschen in seiner Vielfalt sehen"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Petra Kotzbeck, welche Entwicklungen werden die Medizin k\u00fcnftig besonders pr\u00e4gen?<\/strong><\/h3>\n<p>Wir erleben derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Medizin wird zunehmend individueller. Ziel ist es, Krankheiten fr\u00fcher zu erkennen und Therapien besser auf einzelne Menschen abzustimmen. Daf\u00fcr brauchen wir ein noch besseres Verst\u00e4ndnis biologischer Prozesse und moderne Technologien, die uns dabei unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein gro\u00dfes Zukunftsthema ist die Pr\u00e4zisionsmedizin. Was bedeutet das konkret f\u00fcr Patientinn<\/strong><strong>en?<\/strong><\/h3>\n<p>Pr\u00e4zisionsmedizin bedeutet, dass wir st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen, dass Menschen unterschiedlich sind. Nicht jede Patientin reagiert gleich auf eine Therapie. Je besser wir biologische Unterschiede verstehen, desto gezielter k\u00f6nnen wir Behandlungen ausw\u00e4hlen und ihre Wirksamkeit verbessern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Wo liegen aktuell die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen in der Diagnostik?<\/strong><\/h3>\n<p>Krankheiten sind oft deutlich komplexer, als wir lange angenommen haben. Deshalb sollten wir nicht erwarten, dass ein einzelner Biomarker alle Antworten liefert. Um Erkrankungen besser zu verstehen, m\u00fcssen wir verschiedene Informationen zusammenf\u00fchren und im Gesamtbild betrachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein Thema, das viele Frauen betrifft, ist die geschlechtersensible Medizin. Warum braucht es hier mehr Aufmerksamkeit?<\/strong><\/h3>\n<p>Weil Frauen und M\u00e4nner nicht immer gleich auf Medikamente reagieren und Symptome unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein k\u00f6nnen. Lange Zeit orientierten sich Forschung und Therapieentwicklung h\u00e4ufig am m\u00e4nnlichen Standard. Diese Unterschiede st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen, verbessert die Qualit\u00e4t medizinischer Versorgung f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Wundheilung ist Ihr Spezialgebiet. Warum fasziniert Sie dieses Forschungsfeld bis heute?<\/strong><\/h3>\n<p>Wundheilung zeigt eindrucksvoll, welche F\u00e4higkeiten im menschlichen K\u00f6rper stecken. Gleichzeitig wird deutlich, wie komplex diese Prozesse sind. Mich fasziniert die Frage, wie wir Regeneration besser verstehen und Menschen helfen k\u00f6nnen, deren Heilungsprozesse gest\u00f6rt sind. Gerade in einer alternden Gesellschaft wird dieses Wissen immer wichtiger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Mit ihrer Ernennung zur Direktorin geh\u00f6ren Sie zu den wenigen Frauen in einer Spitzenposition der Forschungslandschaft. Welche Bedeutung hat das f\u00fcr Sie?<\/strong><\/h3>\n<p>Ich freue mich \u00fcber das Vertrauen, das mit dieser Aufgabe verbunden ist. Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, Frauen in F\u00fchrungspositionen sichtbarer zu machen. Vielfalt in Teams und F\u00fchrungsebenen bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen \u2013 und genau das brauchen wir auch in Forschung und Innovation. Ich finde es auch wichtig, dass sich alternative F\u00fchrungsmodelle etablieren. Lars-Peter Kamolz und ich teilen uns die F\u00fchrung von COREMED.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die eine Karriere in Wissenschaft oder Management anstreben?<\/strong><\/h3>\n<p>Sich etwas zuzutrauen und Chancen aktiv zu ergreifen \u2013 \u201eJa\u201c sagen im richtigen Moment. Es lohnt sich, den eigenen Weg konsequent zu verfolgen und die eigene Expertise sichtbar zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zur Person<\/strong><\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/personen\/mag-dr-petra-kotzbeck\/\">Petra Kotzbeck<\/a> begann 2018 als Senior Scientist bei <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/coremed\/en\/\">COREMED<\/a>. Rasch wurde sie Leiterin der Forschungsgruppe \u201eGeweberegeneration und Wundheilung\u201c, kurz darauf stellvertretende Direktorin. Sie ist auch assoziierte Professorin der Klinischen Abteilung f\u00fcr Plastische, \u00c4sthetische und Rekonstruktive Chirurgie der Medizinischen Universit\u00e4t Graz und leitet dort die \u201eResearch Unit for Tissue Regeneration, Repair and Reconstruction\u201d. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Regenerative Medizin, Wundheilung, Inflammation und Metabolismus.<\/p>\n<p><strong>Zum <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/geschaeftsfeld\/gesundheit-pflege\/\">Gesch\u00e4ftsfeld Gesundheit und Pflege<\/a><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Petra Kotzbeck, welche Entwicklungen werden die Medizin k\u00fcnftig besonders pr\u00e4gen? Wir erleben derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Medizin wird zunehmend individueller. Ziel ist es, Krankheiten fr\u00fcher zu erkennen und Therapien besser auf einzelne Menschen abzustimmen. 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