DIGITAL

News

80. Digitaldialog: Human Factors - der Mensch im Mittelpunkt technologischer Innovationen

DIGITAL - Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien war am 23. Februar Gastgeberin des 80. Digitaldialogs, der einen Einblick in die Bedeutung der menschlichen Faktoren bei der Gestaltung technischer Systeme gab.

v.l.: DI Dr. Lucas Paletta (JOANNEUM RESEARCH), Prof. DDr. Wolfgang Kallus (Institut für Begleitforschung), DI Dr. Heinz Mayer (JOANNEUM RESEARCH). Credit: JOANNEUM RESEARCH/ Mayer

Die Berücksichtigung menschlicher Einflussgrößen (Human Factors) wird bei der Entwicklung und Gestaltung von Produkten, Prozessen und Systemen immer wichtiger. Die steigende Komplexität von technischen Systemen erhöht auch die Komplexität der Interaktionen zwischen Mensch und Technik.

"Wir haben bewusst dieses Thema gemeinsam mit den Veranstaltern gewählt, weil wir der Meinung sind, dass der Einzug der digitalen Technologien, vor allem wenn es um Interaktion geht, den Mensch besonders betrifft", so DI Dr. Heinz Mayer Direktor des Instituts DIGITAL der JOANNEUM RESEARCH.

DI Dr. Mayer moderierte und eröffnetet die Veranstaltung, an der knapp 100 Personen teilgenommen haben, mit einer Umfrage: „Was erwarten Sie sich von Human Factors?“ Diese bestätigte, dass „Human Factors“ ein Forschungsbereich ist, der zu vielen Fragestellungen bei der Entwicklung digitaler Systeme beiträgt.

Wortwolke resultierend aus der Frage: Was erwarten Sie sich von Human Factors? Credit: JOANNEUM RESEARCH

Die Vorträge
 

DI Dr. Lucas Paletta, Leiter des Human Factors Labors gab den Einblick in den Bereich Human Factors, kognitive Sensorik und Interaktion und stellte das im Vorjahr eröffnete Human Factors Labor vor.

Was ist die Aufgabe des Human Factor Labors?

"Wir wollen die Human Factors Prinzipien in die Entwicklung digitaler Systeme einfließen lassen. Vor allem Verhaltensanalysen und Konstrukte aus der Psychologie mithilfe innovativer Sensorik in Interaktionen abbilden, mit dem Ziel bessere Schnittstellen, neue Messtechnologien und neue Modelle zu erschaffen, die wir in den jeweiligen Anwendungsbereichen nutzen können.“ so Dr. Paletta.

Das Institut DIGITAL der JOANNEUM RESEARCH forscht seit vielen Jahren auf dem Gebiet „Human Factors“ und ist in mehreren internationalen Forschungsprojekten beteiligt. Das neu gestaltete Human Factors Labor vereint modernste Messinstrumente mit innovativer Auswerte-Software zur Durchführung von Studien im Bereich "Human Factors und Ergonomie“. Mit neu entwickelten Mess- und Assistenztechnologien, die Daten über das menschliche Verhalten unaufdringlich messen, entwickelt das Team von DI Dr. Lucas Paletta vom Institut DIGITAL der JOANNEUM RESEARCH, digitale Systeme, die Menschen in belasteten Situationen optimal unterstützen können. Das können Einsatzkräfte, Arbeitnehmerinnen und ‑nehmer, oder aber auch ältere oder erkrankte Personen sein.


Univ.-Prof. DDr. Professor Wolfgang Kallus, langjähriger Experte und Professor am Institut für Begleitforschung und Psychologische Qualitätsmanagement der Karl-Franzens-Universität Graz erläuterte in seinem Vortrag zum Thema „Handlungsbezogene Analyse psychophysiologischer Sensorik für die Optimierung von Trainings im Flugsimulator“ die Ziele, Vorteile und Ergebnisse der psychophysiologischen Messung bei Human Factors Analysen im Bereich Flugsimulation.
 

Drin Sandra Schüssler, Expertin der Medizinischen Universität Graz, Institut für Pflegewissenschaft, beleuchtete in ihrem Vortrag zum Thema „Innovative Assistenztechnologien aus der Sicht der Pflegewissenschaft“ den Aspekt der Anwendung der Human Factors Forschung in der Pflege.
 

DIin Maria Fellner, MBA, CEO der DigitAAL Life stellte ein Beispiel der unternehmerischen Umsetzung gemeinsamer Forschungsergebnisse in einem Spin-Off Unternehmen vor und zeigte wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte von Human Factors in den Bereichen Pflege und Demenz auf.
 

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Assoc. Prof. DI Dr. Arno Eichberger, der am Institut für Fahrzeugtechnik für den Schwerpunkt Fahrzeugdynamik zuständig ist und sich seit vielen Jahren mit dem Thema automatisiertes Fahren beschäftigt, wichtige Aspekte bei der Umsetzung neuer gesellschaftsrelevanter Technologien in seinem Vortrag „Menschliche Faktoren beim automatisierten Fahren: Ein lösbares Dilemma?“
 

Ana Beatriz Lopez, PhD, Expertin der European Federation for Welding, Joining and Cutting, konzentrierte sich auf das Thema der Arbeitsumgebung und stellte Ergebnisse des Projekts OptimaSteel vor, das die Implementierung modernster Technologien zur Optimierung des Arbeitsplatzes in der Stahlindustrie zum Ziel hat.

 

Der „Digitaldialog“ ist eine Veranstaltungsreihe des Silicon Alps Clusters und wird in Kooperation mit den Partnern FH Campus 02, JOANNEUM RESEARCH, IT Community Styria und FH Kärnten durchgeführt. Bei dieser Reihe, die bereits im Jahr 2011 von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG ins Leben gerufen wurde, geben anerkannte Technologieexpertinnen und -experten Einblick in ihr Betätigungsfeld.

 

Der 80. Digitaldialog zum Nachsehen