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Realverkehrsdaten für Verkehrsplaner

Temporeduktion, Parkverbot oder eine Begegnungszone? Welche verkehrsberuhigende Maßnahme am besten geeignet ist, wird für die Kaiserfeldgasse in Graz erhoben. Dafür analysierte ein Projektteam bestehend aus ALP.Lab, JOANNEUM RESEARCH und Yunex Traffic die Bewegungen aller VerkehrsteilnehmerInnen - als objektive Grundlage für eine solide Entscheidung.

Realverkehrsdaten für Verkehrsplaner
Realverkehrsdaten als Unterstützung für Verkehrsplaner, Credit: Alp.Lab

Die Kaiserfeldgasse im Zentrum von Graz ist ein Musterbeispiel für multimodale Verkehrsnutzung: Auf der Straße tummeln sich Fahrräder, E-Scooter, Fußgänger, Autos und viele mehr. Grund dafür sind die zahlreichen Cafés und Restaurants entlang der Straße, die unmittelbare Nähe zu einer Fußgängerzone und die gleichzeitige Möglichkeit, in eben dieser Straße einen Autoparkplatz zu finden.

Auf Betreiben der AnrainerInnen soll nun das Verkehrskonzept der Straße überarbeitet werden. Das Partnerkonsortium ALP.Lab, JOANNEUM RESEARCH und Yunex Traffic hat dafür eine objektive Bewertungsgrundlage erhoben – basierend auf Realverkehrsdaten. Konkret wurden in der Kaiserfeldgasse, über einen Zeitraum von 6 Wochen, über 20 Lidar-, Akustik- und optische Sensoren montiert, um – anonymisiert – die Bewegungen aller VerkehrsteilnehmerInnen zu dokumentieren. Alle Bewegungen werden dabei verschiedenen Kategorien zugeordnet, zB. Fußgänger, Fahrzeuge, Radfahrer etc. Weiters kann mit Hilfe von Akustik und Emissionssensorik die Geräuschkulisse klassifiziert, sowie Lärm- und Abgasbelastung gemessen werden.

Aus der Summe der gesammelten Daten lassen sich konkrete statistische Aussagen treffen, z. B. wie viele RadfahrerInnen, FußgängerInnen etc. wann wo die Straße queren und ob es dabei zu kritischen Situationen mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen gekommen ist. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden eine wichtige Grundlage für Anpassungen in der Kaiserfeldgasse durch die Stadt Graz.

Nach erfolgtem Umbau sollen die Sensoren erneut montiert und die neuen Messdaten mit den Archivdaten verglichen werden. So kann zusätzlich der erzielte Erfolg der Anpassungen anhand konkreter Zahlen gemessen werden.

Seitens JOANNEUM RESEARCH waren die Forschungsgruppen "Bildanalyse und Messsysteme" mit Projektleiter DI Georg Thallinger, "Fernerkundung und Geoinformation" mit DI(FH) Patrick Luley sowie "Intelligente Akustische Lösungen" mit Dr. Florian Krebs beteiligt.