{"id":109283,"date":"2026-04-20T09:44:48","date_gmt":"2026-04-20T07:44:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/?p=109283"},"modified":"2026-04-20T14:10:48","modified_gmt":"2026-04-20T12:10:48","slug":"forum-schiene-resilienz-bahninfrastruktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/forum-schiene-resilienz-bahninfrastruktur\/","title":{"rendered":"Forum Schiene: Resilienzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bahninfrastruktur"},"content":{"rendered":"<p>Die Bahninfrastruktur ist ein tragendes Element moderner Mobilit\u00e4ts- und Versorgungssysteme. Angesichts steigender Belastungen und neuer Bedrohungsszenarien gewinnen Resilienzma\u00dfnahmen zunehmend an Bedeutung, von der Sicherheit \u00fcber Klimaanpassung bis hin zu intelligentem Monitoring. Expert*innen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen &#8211; von der Geologie \u00fcber das Management bis hin zum technologischen Hintergrund &#8211; mit dem Thema Bahn und Schiene auseinandersetzen, gaben am 16. April in der Zentrale der JOANNEUM RESEARCH interessante Einblicke in ihr Fachgebiet. Im Zentrum von Forum Schiene standen digitale, technische und organisatorische L\u00f6sungseins\u00e4tze zur zukunftsorientierten Absicherung und Weiterentwicklung des Bahnnetzes.<\/p>\n<p>Nach der Er\u00f6ffnung durch Heinz Mayer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der JOANNEUM RESEARCH, f\u00fchrte Matthias R\u00fcther, Direktor des Instituts DIGITAL durch den Abend.<\/p>\n<h2>Forum Schiene: die Vortr\u00e4ge<\/h2>\n<h3>Herausforderungen im Rad\/Schiene-System<\/h3>\n<p>&#8222;Die Zunahme des Bahnverkehrs, neue Fahrzeugflotten und steigende Belastungen stellen die Bahninfrastruktur vor gro\u00dfe Herausforderungen&#8220;, so Josef Fuchs von VIRTUAL VEHICLE. Er stellte ein Projekt vor, in dem statistische Quervergleiche und Prognosen f\u00fcr die Bildung sogenannter Squats durchgef\u00fchrt werden. Squats sind Risse an den Oberfl\u00e4chen von Schienen, die zum Bruch f\u00fchren k\u00f6nnen. Daf\u00fcr wurde das Schienennetz in \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz in Hinblick auf das Squat-Risiko unter die Lupe genommen und ein Tool f\u00fcr das Risikomanagement entwickelt. &#8222;Das Konzept erm\u00f6glicht einen internationalen Vergleich von Eisenbahnsystemen und identifiziert die signifikantesten Treiber f\u00fcr das Risiko der Entstehung dieser Sch\u00e4den, das mit einer einfachen Formel abgesch\u00e4tzt werden kann&#8220;, so Fuchs. Interessantes Ergebnis: Die Squat-Wahrscheinlichkeit ist im \u00d6BB-Schienennetz signifikant geringer als in den Nachbarl\u00e4ndern Deutschland und Schweiz.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentation Josef Fuchs<\/p>\n<h3>Auf Schiene bleiben &#8211; Betrachtung der Gef\u00e4hrdung kritischer Bahninfrastruktur durch geogene Naturgefahren<\/h3>\n<p>Margit Kurka von JOANNEUM RESEARCH DIGITAL ging auf die Problematik geogener Naturgefahren ein. Kritische Bahninfrastruktur ist zunehmend durch Rutschungen oder Steinschl\u00e4ge bedroht, wobei klimawandelbedingte Extremwetterereignisse als zentraler Verst\u00e4rker wirken. &#8222;Diese Gefahren sind komplex, oft nur teilweise verstanden und schwer vorherzusagen, da viele Ursachen und Ausl\u00f6ser zusammenwirken&#8220;, so die Geologin. Bisher dominierte ein reaktiver Umgang mit Sch\u00e4den, langfristig gelte es einen proaktiven Ansatz mit Fokus auf Vorhersage und Pr\u00e4vention zu etablieren: Dazu geh\u00f6ren technische Schutzma\u00dfnahmen wie Bauwerke sowie die systematische Gefahrenkartierung entlang der Bahnstrecken. Monitoring- und Fr\u00fchwarnsysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung, etwa durch Sensorik, KI-basierte Auswertung und moderne Messmethoden. Eine zentrale Rolle spielen gro\u00dfe Datenmengen, deren Auswertung sowie die Kommunikation von Risiken zwischen Fachleuten, Entscheidungstr\u00e4gern und \u00d6ffentlichkeit. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung liegt darin, Unsicherheiten zu beherrschen \u2013 gleichzeitig er\u00f6ffnet genau das neue Chancen f\u00fcr innovative, datengetriebene L\u00f6sungen im Bahninfrastrukturschutz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_ForumSchiene_PraesentationGESAMT_MargitKurka.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4sentation Margit Kurka<\/a><\/p>\n<h3>Resilienzmanagement der \u00d6BB Infrastruktur AG &#8211; erkennen, vorbereiten, reagieren<\/h3>\n<p>&#8222;Ver\u00e4nderte Umfeldbedingungen und neue regulatorische Vorgaben erfordern ein verst\u00e4rktes Augenmerk auf die Widerstandsf\u00e4higkeit der Bahninfrastruktur gegen\u00fcber einer Vielzahl an Bedrohungen. Die \u00d6BB-Infrastruktur hat darauf mit der Schaffung des Resilienzmanagements reagiert&#8220;, so J\u00fcrgen Neuhuber von der \u00d6BB. Resilienz f\u00fcr die Bahninfrastruktur bedeute, auch unter St\u00f6rungen handlungsf\u00e4hig zu bleiben und sich an ver\u00e4nderte Bedingungen anzupassen. Krisen und St\u00f6rungen w\u00fcrden zunehmend zur \u201eneuen Normalit\u00e4t\u201c,\u00a0 gleichzeitig w\u00fcrden die gesetzlichen Anforderungen steigen. Das Resilienzmanagement der \u00d6BB basiert auf mehreren Bausteinen: Risikomanagement, Notfallplanung, Krisenmanagement und physischer Schutz. Dabei ist zentral, verschiedenste Gefahren gemeinsam zu betrachten. F\u00fcr den Ernstfall werden kritische Prozesse analysiert und Notfallpl\u00e4ne entwickelt, um den Betrieb m\u00f6glichst aufrechtzuerhalten. Im Krisenfall greifen abgestufte Reaktionssysteme erg\u00e4nzt durch Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Infrastruktur, Personal und Systeme.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentation J\u00fcrgen Neuhuber<\/p>\n<h3>Die Resilienz der Bahn und die dazu passende Forschungsinfrastruktur<\/h3>\n<p>&#8222;Extremwetterereignisse lassen sich bisher nur schwer simulieren oder realit\u00e4tsnah darstellen&#8220;, so Ferdinand Pospischil von der TU Graz. &#8222;Um dennoch fundierte Erkenntnisse zu gewinnen und geeignete L\u00f6sungen zu entwickeln, entstehen im Umfeld der TU Graz innovative Forschungsinfrastrukturen, mit denen diese Entwicklungen gezielt untersucht werden k\u00f6nnen.&#8220; Die Bandbreite reicht von Laborversuchen bis zu Messungen direkt am Gleis. Pospischil gab Einblicke in den Schwingpr\u00fcfstand, die Radsatzwellenpr\u00fcfhalle, den Bremsenpr\u00fcfstand und das neue Oberbaulabor, das diesen Sommer in Betrieb gehen wird. Simulationen, Berechnungen und Tests helfen dabei, Belastungen realistisch abzubilden und L\u00f6sungen zu entwickeln. Durch die Verbindung von Forschung und Praxis k\u00f6nne die Bahn langfristig sicherer, robuster und leistungsf\u00e4higer werden. Resilienz wird damit zu einem zentralen Ziel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Forum-Schiene-20260416-Railwayforum_Pospischil_final_freigegeben.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4sentation Ferdinand Pospischil<\/a><\/p>\n<h3>Resilienz und Beispiele f\u00fcr deren Sicherstellung im Rahmen der Fahrzeugzulassung<\/h3>\n<p>Martin Joch vom Ingenieur- und Pr\u00fcfdienstleistungsunternehmen PJ Messtechnik ging auf die Bedeutung des Zusammenspiels zwischen Stromabnehmer und Oberleitung f\u00fcr einen sicheren und stabilen Bahnbetrieb ein. &#8222;Um den hohen Anforderungen im t\u00e4glichen Betrieb gerecht zu werden, werden bereits im Rahmen der Fahrzeugzulassung umfangreiche Versuche und Pr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt&#8220;, so Joch. Besonders bei Mehrfachtraktionen wird dieses Zusammenspiel komplex, da mehrere Stromabnehmer gleichzeitig die Oberleitung beeinflussen. Simulationen erm\u00f6glichen es, tausende m\u00f6gliche Konfigurationen schnell zu analysieren und kritische Szenarien zu identifizieren.<br data-start=\"530\" data-end=\"533\" \/>Dabei werden sowohl der Stromabnehmer als auch die Oberleitung als physikalische Modelle abgebildet und miteinander gekoppelt. Zur \u00dcberpr\u00fcfung werden reale Messungen durchgef\u00fchrt, bei denen Kr\u00e4fte, Bewegungen und weitere Parameter exakt erfasst werden. Ziel sei es, durch die Kombination aus Simulation und Messung die Systeme zu optimieren und einen zuverl\u00e4ssigen Stromkontakt sicherzustellen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Forum-Schiene-PJM_Pantograph-_Messungen_Simulationen_2026_Joanneum_freigegeben.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4sentation Martin Joch<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"relative basis-auto flex-col -mb-(--composer-overlap-px) pb-(--composer-overlap-px) [--composer-overlap-px:28px] grow flex\">\n<div class=\"flex flex-col text-sm pb-25\">\n<section class=\"text-token-text-primary w-full focus:outline-none [--shadow-height:45px] has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) [&amp;:has([data-writing-block])&gt;*]:pointer-events-auto [content-visibility:auto] supports-[content-visibility:auto]:[contain-intrinsic-size:auto_100lvh] scroll-mt-[calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))]\" dir=\"auto\" data-turn-id=\"request-WEB:905049a7-59bf-4af4-ae5b-15bec326b8cc-0\" data-testid=\"conversation-turn-2\" data-scroll-anchor=\"true\" data-turn=\"assistant\">\n<div class=\"text-base my-auto mx-auto pb-10 [--thread-content-margin:var(--thread-content-margin-xs,calc(var(--spacing)*4))] @w-sm\/main:[--thread-content-margin:var(--thread-content-margin-sm,calc(var(--spacing)*6))] @w-lg\/main:[--thread-content-margin:var(--thread-content-margin-lg,calc(var(--spacing)*16))] px-(--thread-content-margin)\">\n<div class=\"[--thread-content-max-width:40rem] @w-lg\/main:[--thread-content-max-width:48rem] mx-auto max-w-(--thread-content-max-width) flex-1 group\/turn-messages focus-visible:outline-hidden relative flex w-full min-w-0 flex-col agent-turn\">\n<h2 class=\"mt-3 w-full empty:hidden\">\u00d6BB-Schienennetz in Zahlen<\/h2>\n<ul>\n<li>1.060 Bahnh\u00f6fe und Haltestellen<\/li>\n<li>7.000 Z\u00fcge pro Tag<\/li>\n<li>560 Z\u00fcge zu Spitzenzeiten gleichzeitig<\/li>\n<li>18.990 Mitarbeiter*innen<\/li>\n<li>5.020 km Streckennetz<\/li>\n<\/ul>\n<div>(Quelle: \u00d6BB Infrastruktur &#8211; gerundet)<\/div>\n<div>\n<hr \/>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bahninfrastruktur ist ein tragendes Element moderner Mobilit\u00e4ts- und Versorgungssysteme. 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