{"id":111048,"date":"2026-05-22T11:10:11","date_gmt":"2026-05-22T09:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/?p=111048"},"modified":"2026-05-22T14:29:16","modified_gmt":"2026-05-22T12:29:16","slug":"pfingstdialog-2026-europasstaerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/pfingstdialog-2026-europasstaerken\/","title":{"rendered":"Pfingstdialog 2026: EUROPA(s)ST\u00c4RKEN"},"content":{"rendered":"<p>Pfingstdialog 2026: In seiner Er\u00f6ffnungsrede betonte Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrat<strong> Willibald Ehrenh\u00f6fer<\/strong> die Notwendigkeit f\u00fcr ein neues Selbstverst\u00e4ndnis Europas und ein neues europ\u00e4isches Selbstbewusstsein, um den alten Kontinent zu st\u00e4rken: \u201eEuropa steht f\u00fcr Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, liberale Demokratie, Meinungsfreiheit, wirtschaftliche St\u00e4rke und hohe Innovationskraft. Es braucht ein neues Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft. Die Steiermark ist dabei f\u00fchrend und nach wie vor eine starke europ\u00e4ische Zukunftsregion. Es geht weiterhin um grenz\u00fcberschreitende Kooperation und um das Heben vor allem der wissenschaftlichen Potenziale\u201c.<\/p>\n<h2>Europas St\u00e4rken<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend der langj\u00e4hrige EU-Kommissar und aktuelle OeNB-Pr\u00e4sident <strong>Johannes Hahn<\/strong> f\u00fcr die Umsetzungsst\u00e4rke von Ideen pl\u00e4dierte, einforderte, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten sollte und f\u00fcr eine Mentalit\u00e4ts\u00e4nderung, Budgetwahrheit, eine fortschriftliche Wirtschaftspolitik und eine Verfassungs- und Verwaltungsreform eintrat, appellierten Di\u00f6zesanbischof <strong>Wilhelm Krautwaschl<\/strong> und Superintendent <strong>Wolfgang Rehner<\/strong> f\u00fcr die Vernunft als zentrale St\u00e4rke Europas. Die Bereitschaft zum Dialog und zur Solidarit\u00e4t seien wichtig f\u00fcr jede gesellschaftliche Gemeinschaft. JR-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/personen\/di-dr-heinz-mayer\/\">Heinz Mayer<\/a> hob die St\u00e4rke der europ\u00e4ischen Wissenschaft und insbesondere jene der steirischen Forschungslandschaft hervor.<\/p>\n<h2>Keynote: Freiheit &amp; Sicherheit<\/h2>\n<p>In seiner Keynote widmete sich der renommierte Politikwissenschafter <strong>Carlo Masala<\/strong> dem Thema \u201eWas Europa sein k\u00f6nnte\u201c und betrachtete das Verh\u00e4ltnis von Freiheit und Sicherheit. \u201eNur wenn man sicher ist, hat man die Freiheit, Entscheidungen f\u00fcr eigenst\u00e4ndige Entwicklungen zu treffen.\u201c Die Freiheit Europas ist von au\u00dfen wie von innen massiv bedroht. Europas Existenz steht auf dem Spiel. Masala sieht eine milit\u00e4rische Bedrohung durch Russland, die wirtschaftliche Herausforderung durch China und die Bedrohung durch die USA. Gerade der Wandel der USA bedingt hier eine neue Weltordnung. Die inneren Feinde Europas sieht Masala in dem Aufstieg von rechtspopulistischen und rechtsradikalen Kr\u00e4ften. Er schloss seine fundierten Ausf\u00fchrungen mit folgender Formulierung: \u201eSicherheit ist das Fundament f\u00fcr eine freie gesellschaftliche Entwicklung. Aber sie hat einen politischen und \u00f6konomischen Preis. F\u00fcr Regierungen bedeutet das, klare Entscheidungen zu treffen. Man braucht also politische F\u00fchrung, um die eigenen Gesellschaften zu erreichen und um Europa so zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<h2>Herausforderungen im Fokus<\/h2>\n<p>Namhafte Expert*innen wie <strong>Johannes Benigni<\/strong> von JBC Vienna, die renommierten \u00d6konom*innen <strong>Gabriel Felbermayr<\/strong> and <strong>Monika K\u00f6ppl-Turyna<\/strong>, <strong>Anette Klinger<\/strong> von der IFN-Internorm-Gruppe und der Pr\u00e4sident der Industriellenvereinigung Steiermark <strong>Kurt Maier<\/strong> diskutierten am Abend des ersten Tages die verschiedenen Herausforderungen und letztlich Optionen eines notwendigen wirtschaftlichen Aufschwungs in Europa. Der anregende theologische Impuls des Erzbischofs von Belgrad, Kardinal <strong>Laszlo Nemet<\/strong>, und die Literarische Intervention des Verlegers und Publizisten <strong>Lojze Wieser<\/strong> bildeten den eindrucksvollen Abschluss des ersten Tages.<\/p>\n<h2>Weltraumforschung<\/h2>\n<p>Mit einer kurzen Begr\u00fc\u00dfung der Ehreng\u00e4ste durch \u201eGeist &amp; Gegenwart\u201c-Koordinator <strong>Herwig H\u00f6sele<\/strong> starteten die Debatten am zweiten Tag. Im Morgen-Forum fand die Podiumsdiskussion \u2013 in Kooperation mit STYRIA Ethics \u2013 zum Thema \u201eZukunft Weltraum\u201c statt. Die Weltraumforschung in Europa, \u00d6sterreich und der Steiermark erh\u00e4lt aktuell einen neuen Schub, nicht zuletzt, um nicht den Anschluss im globalen Wettbewerb zu verlieren. Gerade in der Satellitenkommunikation, Fahrzeug- und Flugzeugnavigation und Fernerderkundung (\u00dcberwachung der Erdoberfl\u00e4che mit dem Blick von oben) sind Bereiche vorhanden, in denen Erkenntnisse von der Grundlagenforschung in die anwenderorientierte Forschung \u00fcberf\u00fchrt werden, wie etwa JR-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer <strong>Heinz Mayer<\/strong> ausf\u00fchrt. Neue Sicherheitsbed\u00fcrfnisse in Europa befeuern Forschungen f\u00fcr den Verteidigungssektor und f\u00fchren in diesem Bereich zu gesteigerten Budgets. Auch in der Optimierung der Wasserkraft in \u00d6sterreich sowie in der Agrarf\u00f6rderung und auch beim U-Bahnbau werden zunehmend Satellitendaten ben\u00f6tigt. Die St\u00e4rken \u00d6sterreichs in der Weltraumforschung liegen in der Zuverl\u00e4ssigkeit durch gute, organisierte Vernetzung. \u00d6sterreichs Community ist hier gut aufgestellt. <strong>Klaus G. Strassmeier<\/strong> vom Leibniz-Institut f\u00fcr Astrophysik Potsdam meint: \u201eARIANE ist die wichtigste S\u00e4ule der europ\u00e4ischen Forschung \u2013 dieses Projekt ist essenziell.\u201c Gleichzeitig fordert er mehr Grundlagenforschung an den \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten. Heinz Mayer: \u201eLetztlich st\u00e4rken zus\u00e4tzliche finanzielle Mittel Europa in diesem Bereich \u2013 und w\u00fcnschenswert w\u00e4re mehr Einheit in der Forschung.\u201c F\u00fcr <strong>Henriette Spyra<\/strong> vom BMIMI braucht es f\u00fcr eine St\u00e4rkung Europas \u201eDaten, Daten und nochmals Daten.\u201c Die Exzellenz in der Weltraumforschung hat in der Steiermark ein hohes Niveau und tr\u00e4gt viel bei, etwa beim richtungsweisenden Projekt des Weltraumteleskops PLATO.<\/p>\n<h2>Insiemegruppen<\/h2>\n<p>Die \u00fcber Mittag tagenden Insiemegruppen dienten der vertiefenden Behandlung von ausgew\u00e4hlten Fragestellungen wie \u201eFreiheit als europ\u00e4ische Identit\u00e4t\u201c, \u201eKreativit\u00e4t in Bildung, Forschung und Technologieentwicklung\u201c, \u201eUniversit\u00e4ten und liberale Demokratie\u201c, \u201eKlimaschutz, Marktwirtschaft und sozialer Zusammenhalt\u201c und etwa auch \u201eInnovationsregion Alpe Adria\u201c. In diesen Insiemegruppen wurden erste Vorschl\u00e4ge erarbeitet, die in den n\u00e4chsten Tagen auf der Website des Pfingstdialogs ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<h2>Religi\u00f6se Unterschiede &#8211; gemeinsame Werte?<\/h2>\n<p>Ein H\u00f6hepunkt am Donnerstag war ohne Zweifel die Keynote des israelisch-deutschen Psychologen und Autors <strong>Ahmad Mansour<\/strong> und das thematisch richtigerweise daran folgende Forum \u201eFreiheit und Religionsvielfalt\u201c mit dem Ethiker <strong>Matthias Beck<\/strong> von der Universit\u00e4t Wien, dem Schweizer Publizisten <strong>Roger de Weck<\/strong>, mit <strong>Barbara Krenn<\/strong> vom ORF und mit der Publizistin <strong>Danielle Spera<\/strong>. Im Zentrum dieser Diskussion stand nicht zuletzt die Frage, ob religi\u00f6se Unterschiede in einer Gesellschaft ausgehalten und letztlich gemeinsame Werte gefunden werden k\u00f6nnen, um Demokratie, Offenheit und Freiheit in Europa zu bewahren.<\/p>\n<h2>Forum Generale: Strategie Europa<\/h2>\n<p>Das abschlie\u00dfende Forum Generale zum Thema \u201eStrategie Europa\u201c startete mit der Keynote des renommierten Politologen von der Humbold Universit\u00e4t zu Berlin, <strong>Herfried M\u00fcnkler<\/strong>, und gab Ein- und Ausblicke in m\u00f6gliche strategische Szenarien f\u00fcr eine Neupositionierung Europas im politischen Machtspiel der globalen Player. Die Diskussionsteilnehmer*innen waren u. a. Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrat <strong>Willibald Ehrenh\u00f6fer<\/strong>, Politologe <strong>Herfried M\u00fcnkler<\/strong>, <strong>Othmar Karas<\/strong>, Pr\u00e4sident des European Forum Alpbach, die \u00d6konomin <strong>Monika K\u00f6ppl-Turyna<\/strong> und die Demokratieforscherin an der Universit\u00e4t Graz, <strong>Katrin Praprotnik<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pfingstdialog-steiermark.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weitere Informationen, Fotos und die Nachschau finden Sie hier<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8222;Geist und Gegenwart&#8220; ist eine Veranstaltungsreihe von Club Alpbach Steiermark, JOANNEUM RESEARCH und Land Steiermark in Kooperation mit der Di\u00f6zese Graz-Seckau.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingstdialog 2026: In seiner Er\u00f6ffnungsrede betonte Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrat Willibald Ehrenh\u00f6fer die Notwendigkeit f\u00fcr ein neues Selbstverst\u00e4ndnis Europas und ein neues europ\u00e4isches Selbstbewusstsein, um den alten Kontinent zu st\u00e4rken: \u201eEuropa steht f\u00fcr Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, liberale Demokratie, Meinungsfreiheit, wirtschaftliche St\u00e4rke und hohe Innovationskraft. 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