{"id":117941,"date":"2026-09-17T15:56:50","date_gmt":"2026-09-17T13:56:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/?p=117941"},"modified":"2026-09-17T15:56:50","modified_gmt":"2026-09-17T13:56:50","slug":"tec26-mobilitaet-als-rueckgrat-der-oesterreichischen-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/tec26-mobilitaet-als-rueckgrat-der-oesterreichischen-wirtschaft\/","title":{"rendered":"#TEC26: Mobilit\u00e4t als R\u00fcckgrat der \u00f6sterreichischen Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Mobilit\u00e4t entsteht heute nicht mehr in einzelnen Branchen, sondern in vernetzten Innovations\u00f6kosystemen. \u00d6sterreich verf\u00fcgt \u00fcber hervorragende Voraussetzungen, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Wie diese St\u00e4rken genutzt und Forschung schneller in marktf\u00e4hige Produkte \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Forschung und Infrastruktur am 10. September 2026 im MuseumsQuartier Wien beim <strong>Workshop \u201eMobilit\u00e4t \u2013 das starke R\u00fcckgrat der \u00f6sterreichischen Wirtschaft!\u201c<\/strong> im Rahmen der <strong>Technology Talks Austria 2026<\/strong>.<\/p>\n<p>Moderator <strong>Jost Bernasch, CEO von Virtual Vehicle<\/strong>, stellte zu Beginn die wirtschaftliche Bedeutung in den Mittelpunkt: \u201eDer Mobilit\u00e4tssektor ist einer der wichtigsten Technologietreiber und zugleich eine zentrale S\u00e4ule der \u00f6sterreichischen Wirtschaft.\u201c Entscheidend seien k\u00fcrzere Entwicklungszeiten, Digitalisierung und der Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz. Forschung m\u00fcsse dabei st\u00e4rker als bisher in konkrete Technologien und wettbewerbsf\u00e4hige Produkte m\u00fcnden. Gerade im internationalen Vergleich werde die Geschwindigkeit, mit der Innovationen in den Markt kommen, zu einem zentralen Faktor.<\/p>\n<p><strong>Astrid Wolfbeisser, CEO von A3PS<\/strong>, brachte die grundlegende Bedeutung auf den Punkt: \u201eOhne Mobilit\u00e4t ist Stillstand.\u201c Chancen f\u00fcr \u00d6sterreich sieht sie unter anderem bei softwaredefinierten Fahrzeugen, Batterien, Wasserstofftechnologien und spezialisierten Anwendungen etwa in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und im Bau. Eine wichtige Aufgabe sei es, Markt- und Industrieanforderungen bereits fr\u00fch in Forschungsprojekte einzubeziehen. F\u00fcr den Schritt vom Prototyp in die Anwendung brauche es zudem Risikobereitschaft: \u201eEs braucht einfach sehr viel Risikobereitschaft, sehr viel Kapital und auch Mut.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr <strong>Christa Zengerer, CEO des ACstyria Mobilit\u00e4tsclusters<\/strong>, werden Kooperationen noch wichtiger. Cluster verbinden Gro\u00dfunternehmen, KMU, Forschung und \u00f6ffentliche Hand und k\u00f6nnen damit unterschiedliche Kompetenzen gezielt zusammenf\u00fchren. Gleichzeitig belasten hohe Energie- und Personalkosten sowie B\u00fcrokratie den Standort. Ihre Forderung: \u201eWir m\u00fcssen uns die Pl\u00e4tze suchen, wo wir exzellent sind, wo wir wieder die Nummer eins werden k\u00f6nnen.\u201c Statt internationale Wettbewerber in allen Feldern kopieren zu wollen, m\u00fcsse \u00d6sterreich jene Bereiche st\u00e4rken, in denen bereits technologisches Know-how und industrielle Erfahrung vorhanden sind.<\/p>\n<p><strong>Jacqueline Erhart, Vorstandsvorsitzende des ATTC und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der ASFINAG Maut Service GmbH<\/strong>, r\u00fcckte intelligente Infrastruktur und Datensouver\u00e4nit\u00e4t in den Fokus. \u201eDie Daten werden unser operatives Kapital\u201c, sagte sie. Infrastruktur- und Fahrzeugdaten m\u00fcssten gezielt genutzt werden, ohne neue Abh\u00e4ngigkeiten von einzelnen Technologieanbietern zu schaffen. Intelligente Infrastruktur bedeute dabei nicht nur zus\u00e4tzliche Sensorik, sondern die Verbindung von Stra\u00dfen-, Fahrzeug- und Betriebsdaten. Damit k\u00f6nnten Sicherheit, Verkehrsfluss und neue Mobilit\u00e4tsdienste verbessert werden. Gleichzeitig brauche es europ\u00e4ische L\u00f6sungen, die technologische Souver\u00e4nit\u00e4t und Datenschutz mit Innovationsf\u00e4higkeit verbinden.<\/p>\n<p>Mit zunehmender Vernetzung steigen auch die Anforderungen an Tests und Absicherung. <strong>Martin Wipfler von Kristl, Seibt &amp; Co<\/strong> verwies auf digitale Zwillinge und hybride Testverfahren: \u201eNur so kann man eigentlich dieses sehr komplexe System in Zukunft effizient testen.\u201c W\u00e4hrend fr\u00fcher vor allem einzelne Komponenten physisch gepr\u00fcft wurden, m\u00fcssen heute ganze Systeme mit Software, Sensorik, Cloud-Diensten und KI ber\u00fccksichtigt werden. K\u00fcnstliche Intelligenz ver\u00e4ndert dabei sowohl die Produkte selbst als auch ihre Validierung. Vertrauensw\u00fcrdige und reproduzierbare Ergebnisse werden damit zu einer zentralen Voraussetzung f\u00fcr den Einsatz neuer Technologien.<\/p>\n<p>Auch auf der Schiene werden Fahrzeuge zu softwarebasierten, vernetzten Systemen. <strong>Stefan Erlach, Vizepr\u00e4sident Bogies &amp; Pantos von Siemens Mobility<\/strong>, bezeichnete Simulation und virtuelle Validierung als \u201eein gro\u00dfes Innovationsfeld, um einfach schneller abgesicherte Entwicklungsleistungen zu haben\u201c. Hemmnisse sieht er vor allem in regulatorischen Vorgaben und langen Zulassungsprozessen. Gerade bei langlebigen Bahnsystemen k\u00f6nne ein stabiler langfristiger Rahmen jedoch Innovation unterst\u00fctzen. \u00d6sterreich verf\u00fcge hier mit seiner starken Bahnindustrie und langfristigen Infrastrukturplanung \u00fcber gute Voraussetzungen.<\/p>\n<p><strong>Kurt Satzinger, Leiter der Konzernforschung der voestalpine<\/strong>, fasste die industrielle Perspektive knapp zusammen: \u201eMobilit\u00e4t ist Wertsch\u00f6pfung.\u201c \u00d6sterreichs St\u00e4rke liege in der Verbindung von Werkstoffkompetenz, industrieller Umsetzungskraft sowie exzellenter universit\u00e4rer und au\u00dferuniversit\u00e4rer Forschung. Moderne St\u00e4hle seien f\u00fcr Bahn, Automobil und Luftfahrt unverzichtbar und m\u00fcssten zugleich immer strengere Anforderungen an Leistung und CO\u2082-Reduktion erf\u00fcllen. Der Umbau industrieller Produktionsprozesse verdeutliche aber auch, wie aufw\u00e4ndig die Skalierung von Innovation ist: Zwischen Labor und industrieller Anlage liegen oftmals Jahre, hohe Investitionen und zahlreiche Entwicklungsschritte.<\/p>\n<h3>#TEC26<\/h3>\n<p>Mit mehr als 1.000 Teilnehmenden \u00fcber beide\u00a0Tage hinweg, 140 Speaker*innen und insgesamt rund 30 Stunden Programm in 2 Keynotes, 6 Plenary Sessions, 3 Jungforschenden-Events, 12 Workshops und 5 Side Events \u2013 erg\u00e4nzt durch ein Get Together und eine Exhibition mit zehn Ausstellenden \u2013 wurde das Thema \u201eEmpowering Europe: Technological Leadership for a Resilient Future\u201c von verschiedenen Seiten beleuchtet und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Verbesserung der Situation erarbeitet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mobilit\u00e4t entsteht heute nicht mehr in einzelnen Branchen, sondern in vernetzten Innovations\u00f6kosystemen. \u00d6sterreich verf\u00fcgt \u00fcber hervorragende Voraussetzungen, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. 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