{"id":60332,"date":"2024-11-27T13:36:05","date_gmt":"2024-11-27T12:36:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/?p=60332"},"modified":"2024-12-09T09:39:22","modified_gmt":"2024-12-09T08:39:22","slug":"studie-grundlagenforschung-lohnt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/studie-grundlagenforschung-lohnt-sich\/","title":{"rendered":"Study: Basic research pays off"},"content":{"rendered":"<p class=\"translation-block\"><strong>FWF (Austrian Science Fund) projects at universities and research institutions create positive impulses for the innovation sector, the labour market and social progress far beyond science. <\/strong>The study was presented in Vienna on 27 November. <strong><br>\n<\/strong><\/p>\n<p>The study on the impact of basic research funded by the FWF, conducted for the first time in Austria, makes two surprising key statements: firstly, the funded projects have a much faster impact on the economy and society than previously assumed, and secondly, all investments made via the FWF quickly pay off for the federal budget. The economic and social effects arise intentionally or unintentionally, ranging from direct applications by the researchers themselves to the utilisation of research results by third parties. Another key factor is the outstandingly qualified researchers from FWF projects who later move to companies or other organisations outside of academia.<\/p>\n<h3>Stimulating effects for the economy<\/h3>\n<p>According to the Austrian Institute of Economic Research (WIFO), the Institute for Advanced Studies (IHS) and Joanneum Research POLICIES, the effects of FWF projects are particularly positive for Austria's economy. They result from the turnover of start-ups or new products that companies bring to market, as well as the salaries of the researchers employed in FWF Media Information Impact Study 2 \/ 5 the projects or start-ups. Conservatively estimated, the FWF funds pay for themselves within a year through tax and social security revenues. In short: One FWF funding euro is associated with 1.1 euros in government revenue and 2 euros in gross domestic product. Due to these short-term effects, investments via the FWF also have a stimulating effect on the economy.<\/p>\n<p>In the medium and long term, productivity increases are added to the short-term effects. It is estimated that 10 per cent more funding for FWF-funded basic research increases gross domestic product per working hour by up to 3 per cent and per capita by up to 0.6 per cent. These productivity effects are supported by the numerous examples of FWF-funded projects documented in the study.<\/p>\n<h3>Sound bites from the press conference<\/h3>\n<blockquote><p>\u201eNeben internationalen Analysen wie etwa dem Draghi-Report legt auch die neue Studie dringend nahe, das Wissenschafts- und Innovationssystem weiter in Richtung hochinnovativer Grundlagenforschung zu fokussieren und die Resultate mit geeigneten Begleitma\u00dfnahmen rasch in die gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzung \u00fcberzuf\u00fchren. Wir appellieren an die Entscheidungstr\u00e4ger:innen in den laufenden Regierungsverhandlungen, mutige Schritte zum weiteren Ausbau der f\u00fcr \u00d6sterreichs Zukunft so wichtigen Grundlagenforschung zu setzen\u201c, so FWF-Pr\u00e4sident Christof Gattringer anl\u00e4sslich der Studienpr\u00e4sentation.<\/p>\n<p>\u201eDie Mittel des FWF generieren eine doppelte Dividende. Sie setzen kurzfristig Impulse f\u00fcr die Wirtschaft und legen l\u00e4ngerfristig den Grundstein f\u00fcr strukturelle Wachstumsbeschleunigungen\u201c, so WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr.<\/p>\n<p>\u201eDie im Rahmen der Studie vom IHS durchgef\u00fchrte Umfrage spricht daf\u00fcr, dass die F\u00f6rderungen mehr \u00f6konomische und erst recht gesellschaftliche Ertr\u00e4ge bringen k\u00f6nnten, wenn die eigenen Hochschulen den Gef\u00f6rderten bei der Vermarktung ihrer Grundlagenforschung noch st\u00e4rker unter die Arme greifen w\u00fcrden\u201c, so IHS-Direktor Holger Bonin.<\/p>\n<p>\u201eFWF-gef\u00f6rderte Forschungsprojekte lohnen sich wirtschaftlich \u00fcberraschenderweise schon in kurzer Frist und sind ein Treiber des Strukturwandels in \u00d6sterreich\u201c, so Studienkoordinator J\u00fcrgen Janger (WIFO).<\/p><\/blockquote>\n<h3>Starting point for forward-looking ideas, impulses and innovations<\/h3>\n<p>Laut der Studie bilden FWF-Projekte erwiesenerma\u00dfen eine wichtige Grundlage f\u00fcr Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sind oft der erste Schritt auf dem Weg zu wissenschaftlichen Durchbr\u00fcchen, die in weiterer Folge zu Anwendungen heranreifen. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise hochwertige Patente und Lizenzen, Therapien und Medikamente, oder neue Produktionstechnologien.<\/p>\n<p>Es zeigen sich vielf\u00e4ltige Verkn\u00fcpfungen mit allen relevanten Akteuren im Forschungsbereich wie den F\u00f6rderungen des European Research Council (ERC), der Forschungsf\u00f6rderungsgesellschaft FFG oder der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH im Bereich Start-ups. Ebenso enge Verflechtungen bestehen mit den direkten Investitionen der Universit\u00e4ten bzw. au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungsst\u00e4tten wie dem Institute of Science and Technology Austria (ISTA) oder der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften (\u00d6AW). Zahlreiche wissenschaftliche, unternehmerische oder gesellschaftliche Errungenschaften und Innovationen bauen auf Publikationen, Patenten und Ergebnissen aus FWF-Projekten auf.<\/p>\n<h3>More inventiveness and start-ups<\/h3>\n<p>Auf die FWF-Projekte zwischen 2009 und 2022 lassen sich bis dato 40 Lizenzen und mehr als 170 Erfindungen zur\u00fcckf\u00fchren. Dazu kommen weltweit mehr als 800 Patente.<br \/>\nUnternehmen konnten aus FWF-Projekten rund 150 neue oder verbesserte Technologien entwickeln und 200 neue Produkte auf den Markt bringen. FWF-Projekte spielen dar\u00fcber hinaus eine Schl\u00fcsselrolle bei der Etablierung wissensintensiver Start-ups. Insgesamt profitieren aktuell 60 Start-ups von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus FWF-Projekten.<\/p>\n<p>Die hohe Qualit\u00e4t der Start-ups zeigt sich auch daran, dass in 11 von 20 Gewinner:innen des \u00f6sterreichischen \u201ePh\u00f6nix\u201c-Gr\u00fcndungspreises FWF-gef\u00f6rdertes Wissen steckt, davon 4 von 5 in der Kategorie \u201eSpin-off\u201c. Projektmitarbeiter:innen wechseln in einigen F\u00e4llen von der FWFgef\u00f6rderten Forschung direkt in das Start-up. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung von Start-ups als wichtigem Faktor f\u00fcr die wirtschaftliche Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung.<\/p>\n<h3>Patents with more impact compared to company patents<\/h3>\n<p>Die Zahl von Patenten alleine sagt aber noch nichts \u00fcber das damit verbundene Innovationspotenzial aus. Werden einzelne Patente aber besonders oft zitiert, so steckt eine<br \/>\nvielversprechende Idee dahinter. Hier schneiden Patente, die auf FWF-gef\u00f6rderter Forschung basieren, \u00fcberdurchschnittlich gut ab und erreichen deutlich mehr Zitationen als der Durchschnitt \u00f6sterreichischer Firmenpatente. Dies steht laut Studie im Einklang mit der internationalen empirischen Literatur, gem\u00e4\u00df der Patente, die auf hochwertiger Grundlagenforschung basieren, technologisch breiter aufgestellt sind und in der Regel Erfindungen sch\u00fctzen, die potenziell deutlich weitreichender und f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Bandbreite an nachfolgenden Produkten relevant sind.<\/p>\n<h3>Most-cited patent publications led to the Nobel Prize in Chemistry<\/h3>\n<p>The study also identified those publications co-financed by the FWF with particularly high citation rates. At the top of the list are two FWF-funded studies in connection with the 2020 Nobel Prize in Chemistry to Jennifer Doudna and Emmanuelle Charpentier; the latter conducted research at the University of Vienna for several years. Her publication on gene scissors has so far achieved more than 2,600 mentions in patents. In addition to this subject area, publications on cancer research also achieve high citation rates.<\/p>\n<h3>Contribution to industrial structural change towards high-tech<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die Innovationsleistung \u00d6sterreichs bisher vor allem auf der Modernisierung etablierter Industrien basiert, k\u00f6nnen FWF-F\u00f6rderungen gemeinsam mit einer verbesserten Verf\u00fcgbarkeit von privatem Risikokapital den Start-up-Sektor weiter dynamisieren. FWFF\u00f6rderungen unterst\u00fctzen aber auch den Strukturwandel f\u00fcr gro\u00dfe, wissensintensive Unternehmen und erh\u00f6hen dadurch den wirtschaftlichen Nutzen \u00f6ffentlicher Forschung. Etwa 1.600 fr\u00fcher vom FWF-finanzierte Forscher*innen arbeiten mittlerweile in Unternehmen.<\/p>\n<h3>Qualification, training and skills for the R&amp;D sector<\/h3>\n<p>Besonders die forschungsbasierte Ausbildung f\u00fcr Studierende und junge Forschende ist ein wichtiger Faktor der Wirkungen des FWF au\u00dferhalb der Wissenschaft: Alumni und ehemalige Teammitglieder der FWF-Projekte spielen eine wichtige Rolle bei der Weitergabe von Wissen und profitieren selbst f\u00fcr ihre Karrieren. Der Wissenstransfer in Zahlen gegossen: Laut den Ergebnissen der Befragung unter FWF-Projektleiter:innen wechselt ungef\u00e4hr jede:r vierte hochqualifizierte Mitarbeitende eines FWF-Projekts nach Projektende in ein Unternehmen, meist im Bereich Forschung und Entwicklung. Insgesamt hat der FWF im Zeitraum 2009 bis 2022 zur Ausbildung von rund 4.000 Master-of-Science-Absolvent*innen und 3.100 Doktorand*innen beigetragen.<\/p>\n<h3>Social impact: insights for many areas of life<\/h3>\n<p>The study also shows that findings from FWF projects have an impact in various areas of life that goes far beyond the immediate monetary benefits:<\/p>\n<ul>\n<li>Improvements in the areas of biodiversity, sustainability and climate<\/li>\n<li>Improvements in health and medicine<\/li>\n<li>Development of legal regulations<\/li>\n<li>Contributions to cultural heritage<\/li>\n<li>Contributions to security (e.g. protection against cyber attacks)<\/li>\n<li>Scientific expertise for the public and media<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Examples of the impact path from gaining knowledge to utilisation<\/h3>\n<p>Anhand konkreter Erfolgsbeispiele zeichnet die Studie den Wirkungspfad der FWF-F\u00f6rderung von der Forschungst\u00e4tigkeit bis zu Anwendungen und Nutzungen nach. Dazu<br \/>\ngeh\u00f6ren beispielsweise:<\/p>\n<ul>\n<li>das \u00f6sterreichische Quanten-\u00d6kosystem mit mehreren Start-ups, von denen zwei mit dem Ph\u00f6nix-Gr\u00fcndungspreis ausgezeichnet wurden, darunter beispielsweise<br \/>\nParityQC, ein Spin-off der Universit\u00e4t Innsbruck und der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften mit mittlerweile 60 Mitarbeiter:innen, entstanden aus der mit einem FWF-START-Preis finanzierten Forschungsgruppe von Mitgr\u00fcnder Wolfgang Lechner;<\/li>\n<li>weitere erfolgreiche Ausgr\u00fcndungen wie beispielsweise das Biotechnologie-Unternehmen Proxygen, ebenso ein Spin-off der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften, mit wesentlichen wissenschaftlichen Vorarbeiten in zwei FWFProjektendes Molekularbiologen und Mitgr\u00fcnders Georg Winter;<\/li>\n<li>Grabungen im italienischen Elea-Velia, durchgef\u00fchrt von Arch\u00e4olog:innen der Universit\u00e4t Innsbruck und der Universit\u00e4t Wien unter der Leitung von Verena Gassner, Bernhard Neutsch und Friedrich Krinzinger. Sie brachten in weiterer Folge nicht nur neue Forschungswerkzeuge, sondern auch einen arch\u00e4ologischen Tourismuspark hervor.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>About the study<\/h3>\n<p>Die Studie <a href=\"https:\/\/www.wifo.ac.at\/publication\/274018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eThe Contribution of Basic Research Projects Funded by the Austrian Science Fund to Economic and Societal Impacts\u201c<\/a> wurde 2024 vom \u00d6sterreichischen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (WIFO), vom Institut f\u00fcr H\u00f6here Studien (IHS) und von Joanneum Research (JR) im Auftrag des \u00d6sterreichischen Wissenschaftsfonds FWF nach einer wettbewerblichen Ausschreibung (finanziert mit Mitteln der Nationalstiftung f\u00fcr Forschung, Technologie und Entwicklung) durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse beruhen auf vielf\u00e4ltigen Datenquellen, darunter eine repr\u00e4sentative Befragung von rund 1.500 FWFProjektleiter*innen, die zwischen 2009 und 2022 FWF-Projekte erfolgreich abschlossen, bibliometrische und Start-up-Datenbanken (Researchfish, The Lens, Dealroom.co) und weitere volkswirtschaftliche Daten (AMECO, FTI-Monitor des FORWIT).<\/p>\n<h3>Authors of the study: WIFO\/IHS\/Joanneum Research<\/h3>\n<p>J\u00fcrgen Janger, Alexandros Charos, Kathrin Hofmann, Gerhard Streicher (WIFO), Johanna<br \/>\nDau, Henrika Langen, Martin Unger (IHS), <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/personen\/angelika-sauer-ma\/\">Angelika Sauer-Malin<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/personen\/mag-michael-ploder\/\">Michael Ploder<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/personen\/lisa-schoen-bsc-msc\/\">Lisa Sch\u00f6n<\/a><br \/>\n(Joanneum Research, Policies)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekte des FWF (Fonds zur F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Forschung) an Universit\u00e4ten und Forschungsinstitutionen schaffen positive Impulse f\u00fcr den Innovationssektor, den Arbeitsmarkt und den gesellschaftlichen Fortschritt weit \u00fcber die Wissenschaft hinaus. Die Studie wurde am 27. November in Wien pr\u00e4sentiert. 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