{"id":70906,"date":"2025-02-26T17:42:40","date_gmt":"2025-02-26T16:42:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/?p=70906"},"modified":"2025-02-27T15:20:44","modified_gmt":"2025-02-27T14:20:44","slug":"forum-joanneum-research-mobilitaet-1-automobil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/forum-joanneum-research-mobilitaet-1-automobil\/","title":{"rendered":"FORUM JOANNEUM RESEARCH: The future of mobility - Part 1 Automobile"},"content":{"rendered":"<p>Die Automobilbranche stand im Zentrum des 1. Teils der Veranstaltungsreihe FORUM JOANNEUM RESEARCH, der am 25. Februar in Graz \u00fcber die B\u00fchne ging. In 4 Fachvortr\u00e4gen beleuchteten Experten die Zukunft der Branche aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Themen reichten vom Transport und der Speicherung von Energie \u00fcber Software und k\u00fcnstliche Intelligenz bis hin zur Lebenszyklusanalyse.<\/p>\n<h2>E-Fuels als Energiespeicher<\/h2>\n<p>Energie ist ein wesentlicher Faktor f\u00fcr Mobilit\u00e4t. F\u00fcr <strong>Robert Fischer, CTO Engineering der AVL List Gmbh,<\/strong> ist eine der Herausforderungen auf dem Weg hin zu 100 % gr\u00fcner Energie der enorme Bedarf an Energie, die nicht nur f\u00fcr die Stromabdeckung verwendet wird, sondern auch in der energieintensiven Industrie ben\u00f6tigt wird. In \u00d6sterreich gewonnene erneuerbare Energie reiche dazu auch in Zukunft bei Weitem nicht aus. Abhilfe k\u00f6nnten Solarparks in Gegenden mit hoher Sonneneinstrahlung wie Afrika oder Windanlagen in S\u00fcdamerika schaffen. Doch hier stellt sich die Frage nach dem Transport, bei dem wiederum Energie verloren geht. Fischer ist deshalb \u00fcberzeugt: \u201eDer Import von erneuerbarer Energie wird in Zukunft haupts\u00e4chlich in chemisch gebundener Form erfolgen.\u201c Die AVL List setzt unter anderem auf die Speicherung von Energie in E-Fuels, die mittels Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC) auf Basis von CO<sub>2<\/sub> und gr\u00fcnem Strom hergestellt werden. Um das Potenzial zu demonstrieren, errichtet die AVL mit Partnern eine entsprechende Forschungsdemoanlage.<\/p>\n<h2>Artificial Intelligence (AI)<\/h2>\n<p><strong>Jost Bernasch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Virtual Vehicle Research GmbH<\/strong>, betrachtete Mobilit\u00e4t aus dem Blickwinkel der Software und dem Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz. Diese f\u00fchrt durch die Kombination verschiedener Sensoren zu einer pr\u00e4ziseren Wahrnehmung, erm\u00f6glicht eine schnellere Entscheidungsfindung. Deep Learning erm\u00f6glicht es, Fortschritte durch neuronale Netze f\u00fcr intelligente Systeme zu nutzen. Bernasch sieht die Software als Schl\u00fcsselindikator zuk\u00fcnftiger technologischer Entwicklungen und ist davon \u00fcberzeugt, dass in zehn Jahren vollautonome, vernetzte Fahrzeuge auf den Stra\u00dfen unterwegs sind und die Verkehrsnetze smart und dynamisch gesteuert werden. Derzeit w\u00fcrden die strengen Regulierungen in Europa allerdings autonomes Fahren verhindern. \u201eBei diesem Thema haben wir die F\u00fchrungsrolle eindeutig an die USA abgegeben. Europa darf diese Entwicklungen nicht den anderen Kontinenten \u00fcberlassen\u201c, so sein Appell.<\/p>\n<h2>Reichweite von E-Fahrzeugen<\/h2>\n<p>Knackpunkt in der Elektromobilit\u00e4t ist nach wie vor die Reichweite von Elektrofahrzeugen. <strong>Stefan Koller, Managing Director der VARTA Innovation GmbH<\/strong>, gab Einblicke in die neuesten Entwicklungen in der Batteriezellenforschung: Die Reichweite h\u00e4nge von der Energiedichte einer Batterie ab und die lasse sich nicht beliebig erh\u00f6hen. Heute gebr\u00e4uchliche Lithium-Ionen-Batterien gibt es seit den 1990er Jahren. Bei VARTA setzt man nun auf neue Materialien: In einer Feldstudie wurde der Einsatz von Silizium in Knopfbatterien getestet. Koller sieht darin gro\u00dfes Potenzial: \u201eWir haben eine Verbesserung der Energiedichte um 25% erreicht und gehen davon aus, dass noch mehr m\u00f6glich sein wird.\u201c<\/p>\n<h2>Live Cycle Assessment<\/h2>\n<p><strong>Gerfried Jungmeier von JOANNEUM RESEARCH LIFE<\/strong> stellte das Konzept der dynamischen Lebenszyklusanalyse vor, die das Klimaneutralit\u00e4ts- und Kreislaufwirtschaftspotenzial von Produkten und Dienstleistungen bewertet. Schl\u00fcsselfaktoren dabei sind Treibhausgasemissionen und Prim\u00e4renergie. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus betrachtet (Produktion, Betrieb, Ende).\u00a0 100% \u201eklimaneutral\u201c und \u201ezirkul\u00e4r\u201c k\u00f6nne nur etwas sein, bei dem ausschlie\u00dflich wiederverwendete Komponenten, recyceltes Material und erneuerbare Energie Verwendung finden und kein Abfall und keine Treibhausgasemissionen anfallen, so Jungmeier. Dies sei nur in Kombination mit Systemen zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (Carbon Capture &amp; Storage, CCS) erreichbar. Jungmeier ist \u00fcberzeugt: \u201eKlimaneutralit\u00e4t und Kreislaufwirtschaft sind vision\u00e4r auf lange Sicht zu sehen, aber wir wissen wohin wir wollen. Es gilt nun die vorhandenen Technologien so zu nutzen, dass sie maximalen Nutzen stiften und neue Produkte zu entwickeln, die es erm\u00f6glichen, in die richtige Richtung zu gehen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Heinz Mayer, Direktor der JOANNEUM RESEARCH<\/strong>, f\u00fchrte durch die Veranstaltung und die anschlie\u00dfende Diskussion in der die Rahmenbedingungen f\u00fcr Industrie, Forschung, Innovationen und Investoren in Europa thematisiert wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h2><strong>The lectures<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Prof. Dr. Robert Fischer<\/strong>, CTO Engineering, AVL List GmbH: <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250225_AVL_Robert_Fischer_Loesungsansatz_gruene_Energie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">L\u00f6sungsansatz auf dem Weg zu 100% gr\u00fcner Energie: Aktuelle und zuk\u00fcnftige Herausforderungen auf dem Weg zur gr\u00fcnen und digitalen Transformation<\/a><\/p>\n<p><strong>Dr. Jost Bernasch<\/strong>,\u00a0 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Virtual Vehicle Research GmbH: <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250225_ForumJR_Jost_Bernasch_Vif_software_trifft_mobility.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Software trifft Mobility &#8211; K\u00fcnstliche Intelligenz und Automatisierung als Gamechanger<\/a><\/p>\n<p><strong>DI Dr. Stefan Koller<\/strong>, Managing Director VARTA Innovation GmbH: Aktuelle Trends in der Zellforschung<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/en\/personen\/di-dr-gerfried-jungmeier\/\">DI Dr. Gerfried Jungmeier<\/a><\/strong>, LIFE Forschungsgruppe Klimaneutrale Energiesysteme und Lebensstile: <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250225_ForumJR_Gerfried_Jungmeier_Klimaneutralitaet_Kreislauffaehigkeit.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimaneutralit\u00e4t und Kreislauff\u00e4higkeit &#8211; Herausforderungen und L\u00f6sungen f\u00fcrs Automobil<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>The <strong>FORUM JOANNEUM<\/strong> ist eine Veranstaltungsreihe der JOANNEUM RESEARCH. Gemeinsam m\u00f6chten wir Impulse setzen, um den Dialog zwischen Forschung und Industrie weiter zu f\u00f6rdern, und die Zukunft der Mobilit\u00e4t aktiv mitzugestalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Automobilbranche stand im Zentrum des 1. Teils der Veranstaltungsreihe FORUM JOANNEUM RESEARCH, der am 25. Februar in Graz \u00fcber die B\u00fchne ging. In 4 Fachvortr\u00e4gen beleuchteten Experten die Zukunft der Branche aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Themen reichten vom Transport und der Speicherung von Energie \u00fcber Software und k\u00fcnstliche Intelligenz bis hin zur Lebenszyklusanalyse. 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