PK / PD - Studien

PK/PD im Gehirn

Die Blut-Hirn-Schranke (BHS) ist der natürliche Schutzschild des Gehirns. Sie limitiert den Austausch von Nährstoffen, Metaboliten und Botenstoffen zwischen Blut und Gehirn. Darüber hinaus verhindert die BHS, dass schädliche Substanzen in das Gehirn eindringen und dort Schaden anrichten. Allerdings werden dadurch auch potenzielle neuroaktive Wirkstoffe daran gehindert, an ihren Bestimmungsort zu gelangen. Für die Entwickler/innen von neuroaktiven Medikamenten ist es daher von großem Interesse, ob und in welchem Ausmaß der pharmazeutische Wirkstoff die BHS überwindet.

Ihre Vorteile
  • Die zerebrale offene Mikroperfusion (cOFM) ermöglicht es, einen Blick hinter die BHS zu werfen und die Konzentrationen und Wirkungen von neuroaktiven Substanzen direkt im Zielgewebe zu untersuchen.
  • Kontinuierliches PK-Monitoring in intaktem Hirngewebe: Unsere Experimente haben gezeigt, dass die BHS 15 Tage nach der Implantation des cOFM-Katheters ins Gehirngewebe vollständig verheilt und regeneriert ist. Der cOFM-Katheter wurde so konzipiert, dass es nach der Implantation zu keiner neuerlichen Öffnung der BHS oder Traumatisierung des Gehirngewebes kommt. Die cOFM ermöglicht das kontinuierliche Sammeln von Gewebeflüssigkeit bei intakter BHS.
  • Die cOFM erlaubt, parallel zur Messung von Biomarkern und Medikamenten, eine kontinuierliche Überwachung der Intaktheit der BHS.
  • Die cOFM bietet die Möglichkeit, tägliche, zeitaufgelöste Messungen an jeder Probandin und jedem Probanden über bis zu acht Stunden pro Tag durchzuführen. Dadurch wird die Anzahl der Versuchstiere verringert.
  • Bei der Entwicklung von neuroaktiven Medikamenten können Zeit und Kosten gesenkt werden, da bereits in einer frühen Phase (präklinisch) der pharmakologischen Entwicklung über die Eignung einer Substanz entschieden werden kann.
Material und Methoden

Unsere Methoden

  • OFM-Katheter aus FEP-Material: 0,8 mm Durchmesser, 3 mm Länge (variabel)
  • hochpräzise stereotaktische Implantation
  • Katheter mit Healing-Dummy ermöglicht Geweberegeneration nach der Implantation
  • Keine neuerliche Öffnung der BHS oder Traumatisierung des Gehirngewebes
  • Keine Gewebseinwachsung im Führungskanal
  • Patentierung läuft
    Ansprech-person
    Referenz-projekt

    IDT4Brain

    Improved Diagnosis and Treatment for Neurodegenerative Diseases through direct Tissue Access in Brain