{"id":1474,"date":"2023-10-12T09:50:14","date_gmt":"2023-10-12T07:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/health\/?p=1474"},"modified":"2023-12-06T15:55:29","modified_gmt":"2023-12-06T14:55:29","slug":"die-neurobiologie-hinter-dem-stimmungshoch-beim-laufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/health\/die-neurobiologie-hinter-dem-stimmungshoch-beim-laufen\/","title":{"rendered":"Die Neurobiologie hinter dem Stimmungshoch beim Laufen"},"content":{"rendered":"<h2>Endocannabinoide und\u00a0\u201eRunner&#8217;s High&#8220;<\/h2>\n<p>Endocannabinoide\u00a0sind cannabis\u00e4hnliche biochemische Substanzen, die vom K\u00f6rper selbst produziert werden.\u00a0Anita Eberl, Forscherin an unserem Institut HEALTH, stie\u00df im Rahmen einer Auftragsforschung auf die kontrovers gef\u00fchrte Diskussion, welche Stoffe nun f\u00fcr das\u00a0Stimmungshoch von L\u00e4ufer*innen\u00a0verantwortlich seien.<\/p>\n<p>\u201eIm Allgemeinen machte man die Freisetzung k\u00f6rpereigener Opioide wie z. B. Endorphine f\u00fcr das Hochgef\u00fchl beim Laufen verantwortlich. Aber Endorphine sind nicht in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu \u00fcberwinden. Im Gegensatz dazu k\u00f6nnen die stark lipophilen (fettl\u00f6slichen) Endocannabinoidmolek\u00fcle durchaus die Blut-Hirn-Schranke \u00fcberwinden und in weiterer Folge an Cannabinoidrezeptoren im Gehirn binden. Und das beeinflusst die Stimmung\u201c, erkl\u00e4rt die Forscherin.<\/p>\n<h2>Die Studie<\/h2>\n<p>Diesen Vorgang und dessen Auswirkungen hat sich nun das Team in der Steiermark genauer angeschaut: \u201eZiel unserer Studie war es, die Konzentrations\u00e4nderungen der beiden Endocannabinoide AEA und 2-AG im Blut von 16 gesunden Teilnehmer*innen zu pr\u00fcfen und au\u00dferdem ihre Stimmungs\u00e4nderungen vor und nach einem Ausdauerlauf im Freien zu untersuchen. Dar\u00fcber hinaus wollten wir mehr dar\u00fcber wissen, welche Rolle die Faktoren Alter, Geschlecht und Laufh\u00e4ufigkeit im Ph\u00e4nomen \u201aRunner\u00b4s High\u2018 spielen\u201c, so Eberl.<\/p>\n<p>Die Analyse mittels\u00a0Massenspektrometrie\u00a0ergab, dass die Konzentration beider Endocannabinoide bei allen L\u00e4ufer*innen im Vergleich signifikant ansteigt. Dabei war der Anstieg der AEA-Konzentrationen vor und nach dem Lauf bei den Frauen gr\u00f6\u00dfer als bei den M\u00e4nnern. Die durchschnittliche Stimmung aller Teilnehmer*innen war nach dem Laufen signifikant besser als vorher. Diese\u00a0Stimmungsverbesserung\u00a0stimmte mit dem deutlichen Anstieg der mittleren AEA-Konzentration bei allen Personen vor und nach dem Laufen \u00fcberein, was auf die Schl\u00fcsselrolle von AEA beim\u00a0Hochgef\u00fchl\u00a0des Laufenden hinweist. Und dann ergab sich noch eine Korrelation dazu, wie oft und regelm\u00e4\u00dfig gelaufen wird. Bei regelm\u00e4\u00dfigen L\u00e4ufer*innen war das Stimmungsniveau vor dem Lauf niedriger als bei Gelegenheitsl\u00e4ufer*innen, aber nach dem Lauf war ihre Stimmung wesentlich besser als bei solchen, die nur gelegentlich laufen. Auch das spiegelt sich in den AEA-Konzentrationen wider: Im Gegensatz zum Befund bei 2-AG waren die AEA-Konzentrationen nach dem Lauf bei regelm\u00e4\u00dfig laufenden Personen h\u00f6her als bei Gelegenheitsl\u00e4ufer*innen, was mit ihrer besseren Stimmung nach dem Lauf \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<p>Fazit: Laufen hat Suchtpotenzial und bringt Sonne ins Leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endocannabinoide und\u00a0\u201eRunner&#8217;s High&#8220; Endocannabinoide\u00a0sind cannabis\u00e4hnliche biochemische Substanzen, die vom K\u00f6rper selbst produziert werden.\u00a0Anita Eberl, Forscherin an unserem Institut HEALTH, stie\u00df im Rahmen einer Auftragsforschung auf die kontrovers gef\u00fchrte Diskussion, welche Stoffe nun f\u00fcr das\u00a0Stimmungshoch von L\u00e4ufer*innen\u00a0verantwortlich seien. \u201eIm Allgemeinen machte man die Freisetzung k\u00f6rpereigener Opioide wie z. B. Endorphine f\u00fcr das Hochgef\u00fchl beim Laufen verantwortlich. 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