{"id":7591,"date":"2026-06-02T11:14:04","date_gmt":"2026-06-02T09:14:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/health\/?p=7591"},"modified":"2026-06-02T11:14:04","modified_gmt":"2026-06-02T09:14:04","slug":"akutgeriatrie-bericht-2025-erfolgreiche-behandlung-aelterer-patientinnen-und-patienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/health\/akutgeriatrie-bericht-2025-erfolgreiche-behandlung-aelterer-patientinnen-und-patienten\/","title":{"rendered":"Akutgeriatrie-Bericht 2025: Erfolgreiche Behandlung \u00e4lterer Patientinnen und Patienten"},"content":{"rendered":"<p id=\"p-rc_f3cd933f57587ff8-32\" data-path-to-node=\"1\">Die Versorgung \u00e4lterer, multimorbider Patientinnen und Patienten geh\u00f6rt zu den komplexesten und zugleich dringlichsten Aufgaben unseres Gesundheitssystems. Wie erfolgreich und zielgerichtet diese hochspezialisierte Betreuung in \u00d6sterreich geleistet wird, dokumentiert der neu ver\u00f6ffentlichte \u201eAkutgeriatrie-Bericht 2025\u201c. Die j\u00e4hrlich erscheinende Publikation, herausgegeben von der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Geriatrie und Gerontologie (\u00d6GGG) und dem Institut HEALTH der JOANNEUM RESEARCH, liefert auf Basis strukturierter Qualit\u00e4tsdaten einen fundierten und transparenten Einblick in die akutgeriatrische Versorgung.<\/p>\n<h2 data-path-to-node=\"2\">Ein umfassender Blick auf die Daten<\/h2>\n<p id=\"p-rc_f3cd933f57587ff8-33\" data-path-to-node=\"3\">F\u00fcr das Berichtsjahr 2025 wurden die station\u00e4ren Behandlungsverl\u00e4ufe von insgesamt 8.539 Patientinnen und Patienten aus 16 teilnehmenden \u00f6sterreichischen Akutgeriatrie- und Remobilisationseinheiten (AG\/R) statistisch ausgewertet. Das untersuchte Kollektiv spiegelt die typische demografische Verteilung in diesem Fachbereich wider: Mit 5.646 behandelten Frauen zu 2.893 M\u00e4nnern machten weibliche Patientinnen fast das Doppelte der F\u00e4lle aus. Das durchschnittliche Alter lag bei den Frauen bei 81,6 Jahren und bei den M\u00e4nnern bei 79,7 Jahren.<br \/>\nDie Auswertungen zeigen ein gewohnt klares Bild bez\u00fcglich der klinischen Ausgangslage: Zu den h\u00e4ufigsten ausl\u00f6senden Aufnahmediagnosen z\u00e4hlten bei beiden Geschlechtern Frakturen des Oberschenkelknochens, gefolgt von Verletzungen der unteren Extremit\u00e4ten.<\/p>\n<h3 data-path-to-node=\"5\"><strong>Messbare Erfolge bei Mobilit\u00e4t und Selbstst\u00e4ndigkeit<\/strong><\/h3>\n<p id=\"p-rc_f3cd933f57587ff8-35\" data-path-to-node=\"6\">Die Kernphilosophie der Akutgeriatrie liegt nicht prim\u00e4r in der isolierten Therapie einzelner Diagnosen, sondern in der ganzheitlichen Wiederherstellung von Funktion und Selbstst\u00e4ndigkeit. Dass dieser multiprofessionelle, interdisziplin\u00e4re Ansatz greift, belegen die im Bericht angef\u00fchrten Behandlungsergebnisse eindrucksvoll:<\/p>\n<ul>\n<li data-path-to-node=\"8,0,0\"><b data-path-to-node=\"8,0,0\" data-index-in-node=\"0\">Steigerung der Selbsthilfef\u00e4higkeit:<\/b> W\u00e4hrend ihres akutgeriatrischen Aufenthalts konnten die Patientinnen und Patienten ihre Selbsthilfef\u00e4higkeit im Alltag signifikant verbessern \u2013 im etablierten Barthel-Index wurde eine durchschnittliche Verbesserung von beachtlichen 14,2 Punkten erzielt. Bei 37,4 % der Betroffenen verbesserte sich die Einstufung der Selbsthilfef\u00e4higkeit im Zuge des Aufenthaltes direkt. Eine Verschlechterung trat hingegen lediglich bei 1,7 % auf.<\/li>\n<li data-path-to-node=\"8,0,0\"><b data-path-to-node=\"8,1,0\" data-index-in-node=\"0\">Mobilit\u00e4tsgewinn und Sturzpr\u00e4vention:<\/b> Nach der Esslinger Transferskala &#8211; welche die notwendige Unterst\u00fctzung beim Wechsel vom Bett zum Rollstuhl misst &#8211; konnte bei einem Drittel der Patient:innen (33,1 %) eine direkte Verbesserung der Mobilit\u00e4t erreicht werden. Zudem gelang es durch gezielte therapeutische Interventionen, das Sturzrisiko (gemessen mit dem Mobilit\u00e4tstest nach Tinetti) bei 40,5 % der Patientinnen und Patienten aktiv zu senken.<\/li>\n<li data-path-to-node=\"8,0,0\"><b data-path-to-node=\"8,2,0\" data-index-in-node=\"0\">Erfolgreiche Reintegration:<\/b> Das oberste Ziel der Remobilisation, die R\u00fcckkehr in das gewohnte Lebensumfeld, wurde bravour\u00f6s erf\u00fcllt: 90,4 % der Patient:innen, die vor dem Krankenhausaufenthalt eigenst\u00e4ndig zu Hause lebten, konnten nach der Entlassung wieder in ihr eigenes Umfeld zur\u00fcckkehren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die durchschnittliche Verweildauer in einer akutgeriatrischen Station betrug dabei f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Patient:innen (35,6 % der Frauen und 32,1 % der M\u00e4nner) zwischen 15 und 21 Tagen. In fast 60 % der F\u00e4lle erfolgte die Aufnahme erfreulicherweise bereits innerhalb von zwei Wochen nach dem urs\u00e4chlichen Akutereignis.<\/p>\n<h3 data-path-to-node=\"9\"><strong>Methodische Validierung und Zukunftsorientierung: SNOMED CT<\/strong><\/h3>\n<p data-path-to-node=\"11\">Der aktuelle Bericht setzt auch methodisch neue Ma\u00dfst\u00e4be. Die Geschlechtsunterschiede werden im Bericht kontinuierlich analysiert. In der Ausgabe 2025 erfolgte nun erstmals eine strikte statistische Validierung mittels angepasster Tests und der Berechnung von Effektst\u00e4rken, um die klinische Relevanz von Unterschieden noch pr\u00e4ziser herauszuarbeiten.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"12\">Ein wegweisender Schwerpunkt f\u00fcr die Zukunft der Dokumentation liegt zudem in der fortschreitenden Digitalisierung und Standardisierung. Um die im Benchmarking-System (CDS-BARS) erfassten Daten langfristig international vergleichbar, interoperabel und f\u00fcr moderne, KI-gest\u00fctzte Analysen sowie Forschungsprojekte nutzbar zu machen, werden zentrale Datenfelder schrittweise der medizinischen Terminologie SNOMED CT zugeordnet. Dies schafft ein wichtiges Fundament zur Einbindung geriatrischer Versorgungsdaten in den zuk\u00fcnftigen europ\u00e4ischen Gesundheitsdatenraum (European Health Data Space).<\/p>\n<h2>Akutgeriatrie Bericht 2025<\/h2>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Akutgeriatrie-Bericht 2025 steht <a href=\"https:\/\/zenodo.org\/records\/20431904\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Versorgung \u00e4lterer, multimorbider Patientinnen und Patienten geh\u00f6rt zu den komplexesten und zugleich dringlichsten Aufgaben unseres Gesundheitssystems. 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