{"id":7688,"date":"2026-10-01T11:23:05","date_gmt":"2026-10-01T09:23:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/health\/?p=7688"},"modified":"2026-10-01T11:39:28","modified_gmt":"2026-10-01T09:39:28","slug":"linkcompanion-soziale-unterstuetzung-soll-naeher-an-die-versorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/health\/linkcompanion-soziale-unterstuetzung-soll-naeher-an-die-versorgung\/","title":{"rendered":"LinkCompanion: soziale Unterst\u00fctzung soll n\u00e4her an die Versorgung"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich fand das Kick-off-Meeting von LinkCompanion statt. Die Projektpartner*innen legten dabei die Basis f\u00fcr die Zusammenarbeit in den kommenden zwei Jahren und stimmten die n\u00e4chsten Schritte f\u00fcr Entwicklung, Pilotierung und wissenschaftliche Evaluation ab. Projektleiter seitens JOANNEUM RESEARCH HEALTH ist <strong>Stefan Hochwarter<\/strong>.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Projekts ist eine konkrete Versorgungsl\u00fccke: Rund jede f\u00fcnfte Konsultation in der \u00f6sterreichischen Prim\u00e4rversorgung hat einen psychosozialen oder emotionalen Hintergrund. Dazu z\u00e4hlen etwa Einsamkeit oder finanzielle Belastungen. Hier setzt <strong>Social Prescribing<\/strong> an. Der Ansatz erg\u00e4nzt die medizinische Versorgung, indem Patient*innen mit passenden nicht-medizinischen Angeboten in ihrer Region verbunden werden, etwa mit Beratungsstellen, Vereinen oder Nachbarschaftsinitiativen.<\/p>\n<h3>Digitale Unterst\u00fctzung f\u00fcr Link Worker<\/h3>\n<p>Eine zentrale Rolle \u00fcbernehmen sogenannte Link Worker. Sie kl\u00e4ren gemeinsam mit Patient*innen deren Bed\u00fcrfnisse und Ziele und vermitteln passende Angebote. In der Praxis ist diese Arbeit jedoch mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Netzwerkaufbau, Kontaktverwaltung und Dokumentation k\u00f6nnen insbesondere in der Anfangsphase einen gro\u00dfen Teil ihrer Arbeitszeit beanspruchen.<\/p>\n<p>LinkCompanion soll genau hier ansetzen. Die geplante Plattform soll die Zielverfolgung und Betreuungskontinuit\u00e4t unterst\u00fctzen, regionale Angebote teilautomatisiert erfassen und dokumentieren sowie die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten erleichtern.<\/p>\n<p>Die digitale Unterst\u00fctzung ist ausdr\u00fccklich als Erg\u00e4nzung zur pers\u00f6nlichen Betreuung gedacht. Bei teilautomatisierten Prozessen bleibt eine menschliche Kontrolle vorgesehen. Dieses Prinzip wird als Human in the Loop bezeichnet: Digitale Systeme unterst\u00fctzen Arbeitsschritte, Entscheidungen werden jedoch weiterhin von Menschen gepr\u00fcft oder getroffen.<\/p>\n<h3>Entwicklung gemeinsam mit der Praxis<\/h3>\n<p>Die Plattform wird gemeinsam mit den sp\u00e4teren Nutzer*innen entwickelt. Link Worker, Mediziner*innen, Patient*innen und Angeh\u00f6rige werden in die Entwicklung und Erprobung einbezogen. Vorgesehen ist ein Pilotbetrieb in drei bis f\u00fcnf Prim\u00e4rversorgungseinheiten.<\/p>\n<p>Wissenschaftlich kombiniert das Projekt qualitative Methoden wie Workshops und Interviews mit quantitativen Verfahren. Dazu geh\u00f6ren Nutzungsdaten ebenso wie validierte Erhebungsinstrumente, beispielsweise die <strong>UCLA-Einsamkeitsskala<\/strong>. Untersucht wird unter anderem, unter welchen organisatorischen, professionellen und technischen Bedingungen sich ein digital unterst\u00fctztes Social-Prescribing-Modell dauerhaft in der \u00f6sterreichischen Prim\u00e4rversorgung etablieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Auch Fragen der digitalen Teilhabe, des Datenschutzes und unterschiedlicher organisatorischer Voraussetzungen an den beteiligten Standorten werden von Beginn an ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<h3>Nationale und internationale Expertise im Projekt<\/h3>\n<p>Wissenschaftlich begleitet wird LinkCompanion von der <a href=\"https:\/\/altersforschung.ac.at\/?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alternsforschungsakademie am Haus der Barmherzigkeit<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/public-health.meduniwien.ac.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zentrum f\u00fcr Public Health der Medizinischen Universit\u00e4t Wien<\/a>. Ein Projektbeirat bringt zus\u00e4tzlich nationale und internationale Perspektiven ein. Vorgesehen ist unter anderem die Zusammenarbeit mit dem <a href=\"https:\/\/ki.se\/en?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karolinska Institutet<\/a> in Schweden sowie dem <a href=\"https:\/\/ehealthresearch.no\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Norwegian Centre for E-health Research<\/a>.<\/p>\n<h3>Von der Pilotl\u00f6sung zum \u00fcbertragbaren Modell<\/h3>\n<p>Bis September 2028 sollen eine erprobte <strong>digitale Companion-Plattform<\/strong>, ein <strong>Umsetzungsleitfaden<\/strong> und ein <strong>Wissenstransfer-Netzwerk<\/strong> entstehen. Die Erkenntnisse sollen nicht auf die beteiligten Pilotstandorte beschr\u00e4nkt bleiben. Ein zentrales Forschungsziel ist daher die Frage, welche Elemente des Modells auf weitere Regionen und Prim\u00e4rversorgungseinheiten \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen und welche Anpassungen daf\u00fcr notwendig sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zum Projekt<\/h3>\n<p>Mit Maximilian Schwarz und Ian Langner von <a href=\"https:\/\/goeg.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesundheit \u00d6sterreich GmbH\u00a0(G\u00d6G)<\/a><\/p>\n<p>LinkCompanion wird von der EU gef\u00f6rdert und im Auftrag der Gesundheit \u00d6sterreich GmbH (G\u00d6G) im Rahmen des Calls f\u00fcr praxisnahe Anwendungsforschungsprojekte in Prim\u00e4rversorgungsforschungsnetzwerken umgesetzt. Es l\u00e4uft von Oktober 2026 bis September 2028.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich fand das Kick-off-Meeting von LinkCompanion statt. 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