JOANNEUM RESEARCH

Die digitale Zukunft der europäischen Gesellschaft

Technologiegespräche Alpbach: Wie verändert die digitale Transformation die Gesellschaft?

Credit: JOANNEUM RESEARCH/Rindler

 

In welcher Art und Weise die digitale Transformation die europäische Gesellschaft verändert, wurde im Rahmen eines Arbeitskreises von Expert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft unter Moderation von DI Dr. Heinz Mayer erläutert. Die Alpbacher Technologiegespräche werden von AIT Austrian Institute of Technology und ORF Radio Ö1 in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Forum Alpbach veranstaltet.

 

Nach einer Grußbotschaft der steirischen Landesrätin MMag.aBarbara Eibinger-Miedl eröffnete Univ.-Prof. Mag. Dr. Manfred Prisching den Arbeitskreis. In seinem Impulsvortrag skizzierte er die Wechselwirkung von Digitalisierung und Gesellschaft aus soziologischer Sicht.

Anschließend schilderte DIin Dr.inJohanna Pirker, Assistenzprofessorin für Interactive Systems and Data Science an der TU Graz, wie Computerspiele als Lehr- und Lerninstrumente genutzt werden können. Diese hätten besonders in Zeiten einer weltumspannenden Pandemie an Bedeutung gewonnen. Dabei betonte sie, dass Computational Thinking, Medienkompetenz und ein stark ausgebauter Informatik-Unterricht in der Ausbildung aller Schüler*innen rasch verankert werden müssten.

IBM Austria Generaldirektorin Patricia Neumann, MBA schilderte die Bedeutung des Menschen als Entscheidungsträger*in im Umgang mit der digitalen Welt. Schlussendlich müsse der Mensch Entscheidungen treffen, nicht Maschinen. Technologische Errungenschaften wie künstliche Intelligenz oder das zunehmend an Bedeutung gewinnende Quantum Computing sollte Menschen unterstützen, komplexe Prozesse besser bewältigen zu können.

Dr. Marc Hilbert, Team Lead für Machine Learning bei Volkswagen, wies auf die intensive Datennutzung im Zusammenhang mit Quantum Computing, KI und ähnlichen Technologien hin. Neben optimierten Prozessen, vermehrtem Informationsfluss und Erkenntnissen bestehe immer das Risiko, dass Daten nicht nach ethisch korrekten Maßstäben verarbeitet werden. Auch wenn diese datenintensiven Informationsprozesse viele Möglichkeiten bieten, stelle sich immer die Frage nach der digitalen Souveränität.

DI Stefan Seidel, CTO bei Pankl Racing Systems, schloss sich dieser Meinung an und hob die Bedeutung der Digitalisierung als sogenannter „enabler“ hervor. Digitalisierung müsse in Unternehmen sinnvoll und im jeweils benötigten Maße umgesetzt werden. Sie solle nicht dem Selbstzweck dienen, sondern einen realen Benefit erzeugen. Digitalisierung solle auf den Return of Investment eines Unternehmens einzahlen, nicht für Marketing zweckentfremdet werden.

Die Runde der Impulsstatements beschloss Dr. Wolfgang Felber, Head of Research Center IoT-Comms bei Fraunhofer CCIT, mit einem Hinweis auf die Bedeutung heterogener Entwicklungsteams. Auch in der Entwicklung neuer Technologien, wie dem Quantum Computing, sei es essenziell, möglichst unterschiedliche Disziplinen in ein solches Projekt einzubinden. Die technologische Sicht sei genauso wichtig, wie die soziologische.