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JOANNEUM RESEARCH

News

Spannende Diskussion bei der Veranstaltung „Die gekaufte Wissenschaft“ im Rahmen der Reihe „Forum JOANNEUM RESEARCH“

Wie weit wird die Forschung von jenen beeinflusst, die sie bezahlen?

 

Univ.-Prof. Dr. Harald Kainz (Rektor der Technischen Universität Graz), Dr. Volker Gräger (NXP Semiconductors Austria), Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Pribyl (Geschäftsführer JOANNEUM RESEARCH), Univ.-Prof.<sup>in</sup> Dr.<sup>in</sup> Christa Neuper (Rektorin der Karl-Franzens-Universität Graz), Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann sowie DI Roland Sommer (Director of Public Affairs, AVL List Gmbh) beim „Forum JOANNEUM RESEARCH“ (v. l.)
Spannende Diskussion: Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Pribyl, Dr. Volker Gräger, DI Roland Sommer, Univ.-Prof.<sup>in</sup> Dr.<sup>in</sup> Christa Neuper, Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann sowie Univ.-Prof. Dr. Harald Kainz auf dem Podium (v. l.)

Lenken Unternehmen Forschungsinstitute und deren handelnde Personen Forschungsergebnisse, in dem sie als Geldgeber fungieren? Wo liegt die Grenze zur Beeinflussung der Ergebnisse? Wie mächtig ist die Wirtschaft innerhalb der Forschungslandschaft geworden? Liegt die Entscheidung darüber, was publiziert wird, bei den fachlichen Experten oder bei den zahlenden Managern? Zum zweiten Mal fand am 06. Mai ein Forum JOANNEUM RESEARCH in den Räumlichkeiten der steirischen Forschungsinstitution (Leonhardstraße 59, Graz) statt, in dem diese und andere Fragen rund um Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert wurden.  

 

JOANNEUM RESEARCH-Geschäftsführer Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Pribyl führte durch den Abend: „Wir beschäftigen uns im Rahmen von Forum JOANNEUM RESEARCH mit Themen der Wissenschaft, Forschung und Innovation.“ Als Keynote-Speaker fesselte Philosoph und Kulturpublizist Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann. „Die Frage nach dem Verhältnis von Geld und Wahrheit ist aktueller denn je. Auch Menschen, die wenig dagegen haben, dass auf dieser Erde nahezu alles käuflich ist, beschleicht ein Unbehagen, wenn die Rede davon ist, dass die Wahrheit vor Gericht, die Wahrheit in der Wissenschaft, die Wahrheit in der Politik nur eine Frage des angemessenen Preises ist“, so Liessmann. Es gelte zwischen Marktwirtschaft und Marktgesellschaft zu unterscheiden. „In einer Marktgesellschaft steht tatsächlich alles zum Verkauf: menschliche Bindungen, Familienleben, medizinische Versorgung, Bildung, nationale Sicherheit, Zugehörigkeit und eben auch: wissenschaftliche Wahrheit.“ Liessmann weiter: „Man muss nicht alles planen, kontrollieren und evaluieren. Die wirklichen Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und Lehre werden nie vollständig prognostizierbar sein, und das ist gut so. Wissenschaft lebt von der Neugier.“

Anschließend referierten Dr. Volker Gräger (NXP Semiconductors Austria), DI Roland Sommer (Director of Public Affairs, AVL List Gmbh), Univ.-Prof.in Dr.in Christa Neuper (Rektorin der Karl-Franzens-Universität Graz) und Univ.-Prof. Dr. Harald Kainz (Rektor der Technischen Universität Graz). Gräger betonte die Wichtigkeit einer ausgezeichneten universitären Ausbildung: „Wir benötigen in erster Linie gut ausgebildete Hochschulabsolventen, die in der Lage sind, sich in komplexe Themen selbstständig einzuarbeiten.“ Kainz meinte: „Ich sehe im Zusammenwirken von Universitäten und Wirtschaft einen wesentlichen Faktor für den Erfolg.“ Neuper sieht sogar den Bedarf, die Kooperationen der Karl-Franzens-Universität zur Wirtschaft zu forcieren: „Wir müssen auch das Wissen der Universitäten besser verkaufen und in die Gesellschaft hinaustragen.“ Sommer gab zu bedenken, dass Beeinflussung nicht immer negativ zu sehen sei: „Im Sinne von Manipulation ist sie natürlich abzulehnen, im Sinne des Teilens von Know-how hingegen ist sie durchaus positiv zu betrachten.“