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ANTWORT AUF NATURKATASTROPHEN


Klima-Anpassungsstrategie der Steiermark


06.07.2017


Landesrat Ök.-Rat Hans Seitinger, Landeshauptmann-Stv. Mag. Michael Schickhofer und JR-Geschsäftführer Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Pribyl, MBA (v. l.)

Naturkatastrophen, wie beispielsweise Hochwasser, Hagel, Stürme, Dürre und Spätfrost, sind keine Seltenheit mehr, im Gegenteil, sie treten immer häufiger auf. Alleine in der Steiermark betragen so die Gesamtschäden der Naturkatastrophen, die in den vergangenen 15 Jahren entstanden sind, rund 2 Milliarden Euro. Vor allem Spätfrost hat die heimischen Wein-, Apfel- und Spezialkulturen im Vorjahr und heuer schwer getroffen: In den genannten Bereichen belaufen sich die Schäden der letzten zwei Jahre auf rund 400 Millionen Euro. „Die Steiermark wurde in den letzten Jahren von extremen Unwettern  heimgesucht. Frost, Hagel, Stürme und Hochwässer haben enorme Schäden verursacht. Unsere Einsatzkräfte haben es mit unglaublichem  Einsatz geschafft, die Steirerinnen und Steirer bestmöglich zu schützen. Dafür gebührt ihnen unser größter Dank. Wir müssen vorausplanen und mit Hilfe der  Wissenschaft Präventionsmöglichkeiten finden, denn die Sicherheit der Steirerinnen und Steirer hat höchste Priorität“, so der steirische Landeshauptmann- Stellvertreter und Katastrophenschutzreferent Mag. Michael Schickhofer.

Aus diesem Grund wird dringend eine klare Strategie mit gezielten Maßnahmen benötigt, um die Existenz zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe, Unternehmer und vor allem Arbeitnehmer zu sichern. Es muss schnell gehandelt werden, sind doch bereits alleine aufgrund der Spätfrostkatastrophen bereits hunderte Arbeitsplätze verlorengegangen.
„Wir können von der Steiermark aus nicht das gesamte Weltklima retten, aber wir können regionale Maßnahmen setzen und als Vorbild für andere Länder und Staaten wirken“, betont Agrarlandesrat Ök.-Rat Hans Seitinger. Der für Katastrophenschutz in der Landesregierung zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Michael Schickhofer und Landesrat Ök.-Rat Hans Seitinger haben gemeinsam einen über drei Jahre angesetzten Forschungsauftrag an JOANNEUM RESEARCH erteilt. Dieser wird auch gleichzeitig als Klima-Anpassungsstrategie angesehen. Für das Gesamtpaket sind über drei Jahre  300.000.- Euro vorgesehen.

An diesem Projekt haben auch andere Bundesländer sowie das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Interesse angemeldet. Kernpfeiler des Projekts sind die klimaangepasste Genetik (Pflanzenzüchtungen), technische Maßnahmen (z.B. Weiterentwicklung von Bewässerungssystemen), Kommunikations- und Informationsmaßnahmen in Zusammenhang mit Meteorologie und Geodynamik (in Kooperation mit Universitäten), Wissensbündelung und  Austausch sämtlicher bisher gesammelter Erfahrungen auf europäischer Ebene und der Gesamtkomplex volkswirtschaftliche Auswirkungen. Ein weiter wichtiger Punkt ist die Weiterentwicklung von Versicherungsangeboten im Risiko- und Einkommensausfallbereich.
Mit der Umsetzung der Strategie sind Expertengruppen unter der Leitung von Mag. Dr. Franz  Prettenthaler, M.Litt, Leiter der Forschungseinrichtung LIFE der JOANNEUM RESEARCH, beauftragt.  Diese werden die umfassenden Kernbereiche bearbeiten und Lösungsvorschläge für die Zukunft präsentieren. Dabei haben einzelne Teilbereiche wie die Bewässerung eine hohe Priorität, während andere Elemente des Projekts als mittelfristige Maßnahmen schon jetzt festgelegt werden.

Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Pribyl, MBA, Geschäftsführer von JOANNEUM RESEARCH, zur Bedeutung des Forschungsauftrages: „Klimabedingte Ernteausfälle gefährden Existenzen und sind für die Betroffenen eine Katastrophe – als Vertreter einer außeruniversitären Forschungseinrichtung, die sich im Eigentum der Länder Steiermark und Kärnten befindet, macht es mich stolz, dass wir mit diesem Projekt ganz nah an den Bedürfnissen der hier beheimateten Menschen sind und sie aktiv unterstützen können.“  Seitinger abschließend: „Der Klimawandel ist eine große Bedrohung für unser Land, der es gilt, mit intelligenten Maßnahmen entgegen zu wirken.“

Quelle: Kommunikation Land Steiermark

 

 


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