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Positiver Klimaeffekt durch künstliche Beschneiung


Die Klima- und Energiebilanz von Skipisten mit technischer Beschneiung kann auch positiv sein, wie eine Forschungsarbeit des Zentrums LIFE jetzt beweist.


26.05.2017


Mit dem fortschreitenden Klimawandel ist in Zukunft mit einem weiteren Temperaturanstieg zu rechnen. Eine Auswirkung auf Österreichs Skigebiete könnte daher eine Reduktion der Tage mit Naturschneebedeckung sein. Aus Gründen der Qualitätssicherung betreiben die meisten Skigebiete schon heute eine recht umfangreiche technische Kunstschneeproduktion, verbunden mit dem hierzu notwendigen Wasser- und Stromeinsatz, der in der Öffentlichkeit oft als problematisch angesehen wird.

Ermöglicht durch die Unterstützung des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs, sowie die vom Land Steiermark finanzierte Eigenforschung der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH wurde in einem Forschungsprojekt des Zentrums LIFE erstmals die Klima- und Energiebilanz der technischen Beschneiung unter Berücksichtigung des Albedo-Effektes bewertet. Für ausgewählte Skigebiete in der Steiermark und Tirol wurde die Klimawirksamkeit der Treibhausgasemissionen des Stromverbrauchs für die Kunstschnee-Erzeugung dem höheren Rückstrahlvermögen („Albedo-Effekt“) und der damit verbundenen Reduktion der Klimawirkung beschneiter Pisten gegenübergestellt.

Den im Zeitraum von 1980 bis 2016 kumulierten Treibhausgasemissionen aus dem Stromverbrauch für die Kunstschnee-Erzeugung der ausgewählten Skigebiete in Höhe von etwa 102.000 t CO2-Äquiv. steht dabei ein „albedobedingter Gegeneffekt“ in der Höhe von -418.000 t CO2-Äquiv. gegenüber. Die Nettobilanz von ca. -316.000 t CO2-Äquiv. (ca. -8.500 t CO2-Äquiv. pro Jahr) ist vergleichbar mit der Einsparung von ca. 140.000 Jahreskilometerleistungen durchschnittlicher österreichischer PKW bzw. 1,6 Mrd. gefahrenen Kilometern. Die technische Schneeproduktion kann daher – wenn auch in einem geringen Ausmaß – unter bestimmten Voraussetzungen sogar als klimaschützende Anpassungsmaßnahme der Skilift- und Seilbahnbetreiber bezeichnet werden. Der positive Klimaeffekt der Beschneiung wird umso größer, je höher der Prozentsatz des durch erneuerbare Energieträger gedeckten Strombedarfs während der Schneeproduktion ist.

Die Ergebnisse verstehen sich als erster Schritt einer noch detaillierteren Betrachtung zukünftiger Klimabilanzierungen von Skiregionen insgesamt, was noch weiteren Forschungsbedarf notwendig macht.

Zusammenfassung der Bilanz


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