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Plädoyer für eine „neue Bürgerlichkeit“

Deutscher Verfassungsrichter Di Fabio sprach über Einladung von Landesrätin Edlinger-Ploder in der Reihe „Geist & Gegenwart“

Plädoyer für eine „neue Bürgerlichkeit“
Deutscher Verfassungsrichter Di Fabio sprach über Einladung von Landesrätin Edlinger-Ploder in der Reihe „Geist & Gegenwart“

Für eine „neue Bürgerlichkeit“ plädierte der deutsche Verfassungsrichter Univ.-Prof. DDr. Udo Di Fabio am Montag, 7. April über Einladung von Wissenschaftslandesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder im Rahmen der Dialogreihe „Geist & Gegenwart“ in der Aula der Alten Universität in Graz. Mit seinen pointiert formulierten Thesen löste der Referent eine lebhafte Diskussion aus, die von Dr. Ernst Sittinger, Mitglied der Chefredaktion der Kleinen Zeitung, geleitet wurde.

Di Fabio, der im Jahr 2005 mit seinem Buch „Die Kultur der Freiheit“ Aufsehen erregte und zum deutschen „Reformer des Jahres“ gewählt wurde, betonte, dass zu jeder Zeit die bürgerlichen Werte zum Erfolg geführt hätten. Mut, Freiheit, Eigenverantwortung, Streben nach Bildung, Familie, Neugier, Kreativität seien besonders wichtig. Im globalen Wettbewerb „hat daher Europa auch heute eine Menge Trümpfe in der Hand.“

Das zu Ende gegangene 20. Jahrhundert bezeichnete der Richter am Karlsruher Bundesverfassungsgericht als „Jahrhundert der antibürgerlichen Revolte“, getragen von Exponenten eines breiten Spektrums der radikalen politischen Extreme von Lenin bis Mussolini.

Di Fabio führte auch aus, dass sein Eintreten für die „Bürgerlichkeit“ nicht als Gegensatz zum Sozialstaat gesehen werden dürfe, dessen Notwendigkeit unbestritten sei. Also besonders wichtig hob er die Anerkennung freiwilligen bürgerlichen Engagements in allen Bereichen – von den Familien über die Parteien, Bürgerinitiativen, Kindergärten und Schulen bis hin zum Hospiz und zur Altenbetreuung hervor. Es bedürfe wahrscheinlich eines „neuen Gesellschaftsvertrages“ und einer „neuen Etappe bürgerlicher Aufklärung“.

Die einladende Landesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder stellte fest, dass Vortrag und Diskussion dieses Abends sehr nachdenklich stimmen und Impulse geben. Gerade damit werde auch das Ziel der Dialogreihe „Geist & Gegenwart“ erreicht, nämlich spannende Auseinandersetzungen mit wichtigen Fragen der Partei und weiterführenden nachhaltig wirkenden Initiativen zu ermöglichen.

Edlinger-Ploder konnte unter den prominenten Besuchern u.a. Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari, Weihbischof Dr. Franz Lackner, den Präsidenten des Oberlandesgerichtes Graz, Dr. Heinz Wietrzyk, den wissenschaftlichen Direktor von JOANNEUM RESEARCH, Prof. Dr. Bernhard Pelzl, sowie zahlreiche Vertreter der steirischen „Scientific Community“ mit Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Irmtraud Fischer an der Spitze begrüßen.