{"id":7490,"date":"2026-06-18T13:42:30","date_gmt":"2026-06-18T11:42:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/life\/?p=7490"},"modified":"2026-06-18T13:43:31","modified_gmt":"2026-06-18T11:43:31","slug":"starkregen-und-hochwasser-schon-wenige-zentimeter-koennen-gebaeude-vor-schaeden-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/life\/en\/starkregen-und-hochwasser-schon-wenige-zentimeter-koennen-gebaeude-vor-schaeden-schuetzen\/","title":{"rendered":"Starkregen und Hochwasser: Schon wenige Zentimeter k\u00f6nnen Geb\u00e4ude vor Sch\u00e4den sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen des Klimawandels sind l\u00e4ngst auch in \u00d6sterreich sp\u00fcrbar. Neben klassischen Flusshochw\u00e4ssern treten zunehmend Starkregenereignisse auf, die innerhalb k\u00fcrzester Zeit selbst bislang ungef\u00e4hrdete Gebiete in Gefahrenzonen verwandeln k\u00f6nnen. Die Hochwasser- und Starkregenereignisse der letzten Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, dass Naturkatastrophen l\u00e4ngst nicht mehr nur einzelne Regionen betreffen, sondern grunds\u00e4tzlich jede Gemeinde und jedes Geb\u00e4ude gef\u00e4hrden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Hochwasserrisiko f\u00fcr Millionen Geb\u00e4ude berechnet<\/h3>\n<p>Mit der Aktualisierung der Naturgefahrenplattform HORA 3.0 www.hora.at wurde die Datengrundlage f\u00fcr die Bewertung von Hochwasserrisiken in \u00d6sterreich grundlegend verbessert. Auf Basis dieser Daten wurden insgesamt rund 2,16 Millionen Wohngeb\u00e4ude analysiert und erstmals mit einer deutlich h\u00f6heren r\u00e4umlichen Genauigkeit bewertet.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen die Dimension der Herausforderung: Der durchschnittliche j\u00e4hrliche Hochwasserschaden f\u00fcr Wohngeb\u00e4ude in \u00d6sterreich liegt bei rund 240 bis 285 Millionen Euro. F\u00fcr ein Extremereignis, das statistisch alle 200 Jahre eintritt, wird ein Schadenpotenzial von 6,6 bis 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen. Das entspricht jenem Kapitalbedarf, den eine Versicherung nach europ\u00e4ischem Recht in etwa vorhalten m\u00fcsste, um dieses Risiko f\u00fcr ganz \u00d6sterreich abzusichern.<\/p>\n<p>Mag. Christian Eltner, Generalsekret\u00e4r des VVO: &#8222;Der Klimawandel ist l\u00e4ngst Realit\u00e4t und die finanziellen Folgen werden immer deutlicher sichtbar. Besonders Starkregenereignisse zeigen, dass heute nicht mehr nur klassische Hochwassergebiete betroffen sind. Die Risiken nehmen zu und k\u00f6nnen jede Region treffen. Umso wichtiger ist es, Pr\u00e4vention, Eigenvorsorge und finanzielle Absicherung gemeinsam weiterzuentwickeln und die Bev\u00f6lkerung bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Gef\u00e4hrdung durch Starkregen nimmt deutlich zu<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend Hochwasserschutzma\u00dfnahmen entlang von Fl\u00fcssen und B\u00e4chen in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut wurden, r\u00fcckt nun eine weitere Gefahr zunehmend in den Mittelpunkt: Starkregen.<br \/>\nAnders als klassische Flusshochw\u00e4sser kann Starkregen nahezu \u00fcberall auftreten. Innerhalb weniger Minuten k\u00f6nnen Wassermassen von H\u00e4ngen, versiegelten Fl\u00e4chen oder \u00fcberlasteten Entw\u00e4sserungssystemen Keller, Garagen und Wohnr\u00e4ume \u00fcberfluten. Die Erfahrungen des Hochwassers 2024 haben deutlich gezeigt, dass die Hochwassergefahr nicht mehr ausschlie\u00dflich von Fl\u00fcssen ausgeht. Erstmals werden diese Gef\u00e4hrdungen auch in der aktuellen HORA-Kartierung ausgewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Pr\u00e4vention wirkt \u2013 oft reichen wenige Zentimeter<\/h3>\n<p>Wie wirksam Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen sein k\u00f6nnen, zeigen aktuelle Modellrechnungen eindrucksvoll. Besonders bei Starkregenereignissen k\u00f6nnen bereits kleine bauliche Anpassungen gro\u00dfe Wirkung entfalten. So k\u00f6nnten 86 Prozent der Geb\u00e4ude vor Starkregen\u00fcberflutungen gesch\u00fctzt werden, wenn Eing\u00e4nge, Lichtsch\u00e4chte oder andere sensible Geb\u00e4udebereiche um lediglich 5 Zentimeter h\u00f6her abgesichert w\u00e4ren.<br \/>\nAuch bei Hochwasserereignissen zeigt sich das enorme Potenzial der Pr\u00e4vention: W\u00fcrden Wohngeb\u00e4ude durch geeignete Objektschutzma\u00dfnahmen gegen \u00dcberflutungen von bis zu 60 Zentimetern gesch\u00fctzt, k\u00f6nnte der durchschnittliche j\u00e4hrliche Schaden \u00f6sterreichweit um rund 53 Prozent reduziert werden. Die Schadenssumme w\u00fcrde dadurch von derzeit bis zu 285 Millionen Euro auf rund 125 Millionen Euro pro Jahr sinken.<\/p>\n<p><strong>Franz Prettenthaler, Direktor LIFE \u2013 Institut f\u00fcr Klima, Energiesysteme und Gesellschaft:<\/strong> &#8222;Unsere Berechnungen zeigen sehr deutlich, dass sich Investitionen in Pr\u00e4vention sowohl gesellschaftlich als auch volkswirtschaftlich auszahlen. Besonders bemerkenswert ist, dass bereits geringe H\u00f6hendifferenzen von wenigen Zentimetern einen Gro\u00dfteil der Geb\u00e4ude vor Sch\u00e4den durch Starkregen sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Gleichzeitig sehen wir bei Hochwasser, dass sich durch konsequenten Objektschutz mehr als die H\u00e4lfte der Sch\u00e4den vermeiden lie\u00dfe. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse braucht es daher einen noch st\u00e4rkeren Fokus auf Vorsorge und Risikobewusstsein.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Bewusstsein st\u00e4rken und Vorsorge ausbauen<\/h3>\n<p>Experten sind sich einig: Der Klimawandel wird die H\u00e4ufigkeit und Intensit\u00e4t von Extremwetterereignissen weiter erh\u00f6hen. Neben \u00f6ffentlichen Schutzma\u00dfnahmen gewinnen daher Eigenvorsorge und Risikobewusstsein zunehmend an Bedeutung.<\/p>\n<p>Mag. Christian Schimanofsky, Direktor des KFV: &#8222;Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass Pr\u00e4vention nicht immer gro\u00dfe Investitionen erfordert. Oft reichen bereits wenige Zentimeter, um Geb\u00e4ude wirksam vor eindringendem Wasser zu sch\u00fctzen. Wer fr\u00fchzeitig vorsorgt, kann im Ernstfall enorme Sch\u00e4den verhindern. Gerade angesichts zunehmender Starkregenereignisse ist es wichtig, das Bewusstsein f\u00fcr solche einfachen und wirksamen Schutzma\u00dfnahmen weiter zu st\u00e4rken.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Links<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vvo.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verband der Versicherungsunternehmen \u00d6sterreichs, VVO<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hora.gv.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochwasserrisikozonierung \u00d6sterreich, HORA<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kfv.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kuratorium f\u00fcr Verkehrssicherheit, KFV<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/life\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Institut LIFE der JOANNEUM RESEARCH<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen des Klimawandels sind l\u00e4ngst auch in \u00d6sterreich sp\u00fcrbar. 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