{"id":7075,"date":"2024-07-23T14:33:18","date_gmt":"2024-07-23T12:33:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/life\/?p=7075"},"modified":"2024-07-23T15:33:29","modified_gmt":"2024-07-23T13:33:29","slug":"wandel-vor-ort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/life\/wandel-vor-ort\/","title":{"rendered":"Wandel vor Ort: Klimaanpassung im Projekt ACCORD"},"content":{"rendered":"<p>Der Klimawandel stellt Gemeinden weltweit vor gro\u00dfe Herausforderungen. Insbesondere lokale Verwaltungen sind gefordert, Ma\u00dfnahmen zur Klimaanpassung und -mitigation zu ergreifen. Im Forschungsprojekt ACCORD (Aligning risks and coping appraisals to kick off local climate action) untersuchen Forscher*innen der JOANNEUM RESEARCH LIFE, der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur Wien sowie des Energieparks Bruck\/Leitha, warum manche Gemeinden aktiver im Klimaschutz sind als andere und wie ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis von Klimarisiken und Bew\u00e4ltigungsstrategien entwickelt werden kann.<\/p>\n<h3>Forschungsansatz und Methoden<\/h3>\n<p>Das Projekt ACCORD verkn\u00fcpft zwei Forschungsstr\u00e4nge: &#8222;Climate Governance Capacities&#8220; und die &#8222;Protection Motivation Theory&#8220; (PMT). Governance Capacities beschreiben die notwendigen Strukturen, Ressourcen und Netzwerke f\u00fcr effektives politisches Handeln. Die PMT, urspr\u00fcnglich aus den Gesundheitswissenschaften, erkl\u00e4rt Schutzhandlungen durch die Einsch\u00e4tzung der Bedrohung und der eigenen Bew\u00e4ltigungsm\u00f6glichkeiten. Sechs Gemeinden in den nieder\u00f6sterreichischen Regionen Marchfeld und R\u00f6merland Carnuntum wurden ausgew\u00e4hlt, um diese Theorien auf lokaler Ebene zu testen. Diese Gemeinden sind stark von klimawandelbedingten Naturgefahren wie Hitze, Trockenheit und \u00dcberschwemmungen betroffen.<\/p>\n<h3>Partizipativer Prozess<\/h3>\n<p>Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die partizipative Einbindung lokaler Akteur*innen. In zwei der Gemeinden wurden Workshops und Risikoanalysen durchgef\u00fchrt, um ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis von Klimarisiken zu entwickeln. Mithilfe eines &#8222;Vorsorgechecks Naturgefahren&#8220;, einem Instrument des Umweltbundesamtes, kartieren die Gemeinden ihre aktuellen und zuk\u00fcnftigen klimabedingten Risiken und identifizieren risikomindernde Ma\u00dfnahmen. Erg\u00e4nzt wird dies durch qualitative Interviews mit Schl\u00fcsselpersonen aus Zivilgesellschaft, Landwirtschaft, Blaulichtorganisationen und Politik. Sebastian Seebauer, Umweltpsychologe und Projektleiter seitens LIFE, leitete die Durchf\u00fchrung und Analyse der Interviews: \u201eEs hat sich gezeigt, dass die Wahrnehmung der Risiken und die Bereitschaft zur Umsetzung von Ma\u00dfnahmen in den Gemeinden stark variieren. Die Bedrohung durch Hitze und Trockenheit wird noch nicht als recht stark wahrgenommen. Das war letztes Jahr h\u00f6her, weil es ein trockenes Jahr war. Der regenreiche Fr\u00fchling hat diese Bedrohung heuer in den Hintergrund ger\u00fcckt.\u201c Das Forscherteam stellte auch fest, wie gemeinsames Handeln von den lokalen sozialen Netzwerken abh\u00e4ngt. \u201eSchl\u00fcsselpersonen, wie B\u00fcrgermeister*innen oder Umweltgemeinder\u00e4t*innen, spielen eine zentrale Rolle um Klimathemen einzubringen. Wir nennen diese Personen \u201apolicy entrepreneurs\u2018. \u00dcberraschend war allerdings, dass diese innovativen Einzelpersonen nur dann wirksam werden, wenn sie auf lokale soziale Strukturen treffen, die ihre Ideen weitertragen. Fehlen diese, verpufft das Engagement\u201c, erkl\u00e4rt Seebauer.<\/p>\n<h3>Bedeutung kollektiven Handelns<\/h3>\n<p>Kollektives Handeln auf lokaler Ebene ist von zentraler Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel. \u201eIm Rahmen des Projekts mussten wir feststellen, dass das Thema Klimawandelanpassung f\u00fcr den Gro\u00dfteil in den untersuchten Gemeinden weiter entfernt liegt als kurzfristige Themen wie Kindergarten, ungewollter Zuzug oder die Schlie\u00dfung des Nahversorgers. Ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis der Problemlage und der L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten ist aber die Voraussetzung f\u00fcr gemeinsame Klimaaktivit\u00e4ten.\u201c<\/p>\n<h3>Better together<\/h3>\n<p>Durch die Einbindung der Gemeinschaft und die Nutzung lokaler Expertise k\u00f6nnen Ma\u00dfnahmen effektiver und nachhaltiger gestaltet werden. Der Erfolg von Klimaschutz und -anpassung h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von der Bereitschaft und der F\u00e4higkeit der Gemeinden ab, Risiken zu erkennen und gemeinsam zu handeln. Nur durch ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis und koordiniertes Handeln k\u00f6nnen Gemeinden den Herausforderungen des Klimawandels erfolgreich begegnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Partner<\/h3>\n<p>ACCORD ist ein Gemeinschaftsprojekt der JOANNEUM RESEARCH, der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur Wien und des Energieparks Bruck an der Leitha, gef\u00f6rdert vom Klima- und Energiefonds.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/shows.acast.com\/klimapraxis-lokale-klimagefahren-erkennen-und-meistern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr erfahren im Podcast: Klima Praxis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klimawandel stellt Gemeinden weltweit vor gro\u00dfe Herausforderungen. Insbesondere lokale Verwaltungen sind gefordert, Ma\u00dfnahmen zur Klimaanpassung und -mitigation zu ergreifen. 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