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Der Blick ins "mentale Herz" des Sportlers

Bei der Vierschanzentournee 2007 gewährt ein medizinisches Gerät neue Einblicke in den Profisport und zeigt die mentale Fitness der Sportler an

Sieger sind nicht einfach nur die besten Athleten. Wer auf dem Treppchen ganz oben stehen will, der braucht vor allem Nervenstärke. Wie gut es um die mentale Fitness von Sportlern bestellt ist, zeigte erstmals der ORF während des Kamerasprungs von Andi Goldberger in Innsbruck und Bischofshofen. Ein tragbares EKG-Gerät, misst dazu feinste Schwingungen des Herzschlags und zieht daraus Schlüsse auf die innere Stärke von Sportlern .

Der ORF blendete erstmals psycho-physiologische Messwerte des Co-Moderators  Andi Goldberger während seines Kamerasprungs im Fernsehbild ein. Die Zuschauer konnten miterleben, wie sich die mentale Anspannung des ehemaligen Skisprung-Profis während seines Sprungs veränderte. Im Anschluss konnte Andi Goldberger im TV Studio anhand der Messwerte die körperlichen und mentalen Zustände bei einem Weltklasse-Sprung genau erklären. Die außerordentlichen Fähigkeiten des Weltmeisters wurden auch im Vergleich mit den Vorspringern deutlich. Diese springen mit einer wesentlich höheren mentalen und körperlichen Anstrengung nicht annähernd so weit wie Andi Goldberger trotz Helmkamera und Messgerät.

In Bruchteilen von Millisekunden unterscheiden sich aufeinander folgende Herzschläge in ihrer Länge und in ihrem Abstand zueinander. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich in dieser so genannten Herzfrequenzvariabilität verschiedene Aktivitäten des Körpers und des Gehirns widerspiegeln. Steigen oder fallen Anspannung und Konzentration, hinterlässt dies nachweisbar Spuren im Herzschlag.
„Der Herzschlag ist wie ein Resonanzkörper des Organismus. Viele Organfunktionen, auch mentale Vorgänge, bilden sich im Herzschlag, im  Auf und Ab seiner Rhythmen ab“, sagt Professor Maximilian Moser, Chronobiologe an der Medizinischen Universität Graz, dem JOANNEUM RESEARCH in Weiz und am Humanomed Zentrum in Althofen. „Anhand der Herzfrequenzvariabilität können wir erkennen,  wie stark ein Körper durch Anspannung und Stress belastet ist. Andererseits lässt sich so auch frühzeitig feststellen, wenn weniger Anspannung oder Konzentration vorhanden ist, als es etwa für eine Wettkampfsituation nötig ist“, so Moser.

Das Gerät arbeitet ähnlich wie eine Pulsuhr, nur viel genauer. Dadurch entlockt der so genannte „Heartman“ dem Herz wesentlich mehr Informationen, als dies übliche Pulsuhren können. Per Funk gelangen die Informationen an einen Rechner, der die Ergebnisse grafisch in Schwingungskurven aufbereitet. Trainer können vor oder während des Wettkampfes mögliche körperliche und mentale Schwächen erkennen und dem Sportler direkte Anweisungen und Unterstützung geben.
„Daraus lassen sich dann die wirksamsten Interventionen zur Leistungsoptimierung ableiten.“, berichtet Klaus Landauf, verantwortlich für Sport beim Anbieter der Methode, Heartbalance. „Die Methode eignet sich hervorragend in den Sportarten, in denen Fehler im Bereich von Bruchteilen von Sekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden.“

Bei der Vierschanzentournee in Innsbruck wurden neben Andi Goldberger auch die Vorspringer während ihrer Sprünge gemessen. Für den Wettkampf ist der Heartman allerdings noch nicht zugelassen. Das könnte sich ändern, denn die Methode ist nicht nur für Sportler hilfreich, sondern bietet auch dem Zuschauer völlig neue Einsichten in die Belastungswelt der Sportler.
TV Veranstaltungen mit Helmkamerasportlern als Vorläufer oder Motorsportveranstaltungen bekommen mit diesen individuellen Informationen eine neue Dimension.

weitere Informationen
www.heartbalance.com