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Fokus Personalisierung: 3D-Druck in der Humanmedizin

Österreichs erstes Labor für Medizinischen 3D Druck wurde am 8. Oktober 2019 eröffnet.

MATERIALS-Forschungsgruppenleiter DI Dr. Wolfgang Waldhauser mit Kollegin Jelena Petrusa, M.Eng. bei der Eröffnung des 3D-Druck-Zentrums; Credit: JOANNEUM RESEARCH/Schwarzl
Credit: Med Uni Graz

In vielen Bereichen ist 3D-Druck nicht mehr wegzudenken. Auch für medizinische Anwendungen ist die Methode eine Innovation, ist es mittels 3D-Druck immerhin möglich, zuvor digital konstruierte Modelle innerhalb kürzester Zeit als exakt passendes Implantat in Händen zu halten. „Diese innovative Technologie ist auch in der Humanmedizin von großem Vorteil, erfordert jedoch die perfekte Anpassung an die verschiedenen Herausforderungen in diesem hochsensiblen Bereich“, erklärte Univ.-Prof.in Dr.in Ute Schäfer, Leiterin des 3D-Druck Labors und des COMET K-Projekts „CAMed“ an der Med Uni Graz. So wird es mittels 3D-Druck beispielsweise möglich werden, Körpermodelle als Operationsvorbereitung, Implantate oder Prothesen direkt für den Einsatz an der Patientin bzw. am Patienten „auszudrucken“. „Auch die Herstellung exakt angepasster Werkzeuge für individuelle Anwendungsfälle wird möglich sein“, ergänzt Ute Schäfer.

Personalisierte und passgenaue Implantate aus dem 3D-Drucker

Im Rahmen des COMET K-Projekts „CAMed“ (Clinical Additive Manufacturing for Medical Applications) stellt sich ein interdisziplinäres Forschungskonsortium bestehend aus 20 internationalen Partnern, darunter JOANNEUM RESEARCH MATERIALS mit seiner umfassenden Expertise über Materialwissenschaften und Drucktechnologien, den Herausforderungen, die der Einsatz von 3D-Druck in der Humanmedizin mit sich bringt. Um diese Forschungsfragen beantworten zu können, haben die KAGes und die Med Uni Graz am Standort LKH-Univ. Klinikum Graz in Kooperation ein medizinisches 3D-Druck-Labor etabliert, in dem unterschiedliche Drucktechnologien zum Einsatz kommen und in unmittelbarer Nähe zu den Patient/innen an deren Bedürfnisse angepasst werden können. Derzeit werden alle notwendigen präklinischen Schritte getätigt, sodass ein Einsatz an Patientinnen bzw. Patienten möglichst bald möglich ist. Erste Pilotstudien mit bereits medizinisch zugelassenen Kunststoffen sind Ende 2019 bis Anfang 2020 geplant.

Partner von CAmed: Medizinische Universität Graz, JOANNEUM RESEARCH, Montanuniversität Leoben, Technische Universität Graz, Max Planck Institut für Intelligente Systeme (Wissenschaft), Apium, Arburg, CAE, Evonik, FARO, Hage3D, Heraeus, Hofer, IonBond, Lithoz, LSS, Quadrant, Solvay, voestalpine (Wirtschaft)