MATERIALS

News

Start des Forschungsprojekts MedPhab

Mitte Jänner 2020 ist mit dem Kick-off Meeting der Startschuss für das europäische Projekt MedPhab (Photonics Solutions at Pilot Scale for Accelerated Medical Device Development) mit einer Laufzeit von 4 Jahren und einem Gesamtvolumen von 15 Millionen Euro erfolgt. Dieses Projekt wird sich als Europas erste Pilotlinie der Herstellung, Prüfung, Validierung und Hochskalierung neuer photonischer Technologien für die medizinische Diagnostik widmen.

Kick-off meeting, Credit: Amires

Photonische Technologien sind zu einem Schlüsselfaktor für moderne medizinische Geräte geworden, die für Diagnostik, als chirurgische Werkzeuge und Therapeutika eingesetzt werden. Charakteristisch für die Photonik und ihre Anwendungsbereiche ist die große Bandbreite der Technologien, die viele Anwendungsmöglichkeiten zulassen. Die strengen Zulassungsbestimmungen speziell im medizinischen Bereich hinsichtlich der Validierung und Produktion neuer Lösungen sind eine große Herausforderung. Zur deren Bewältigung etabliert MedPhab einen zentralen Anlaufpunkt, über den alle Services der Pilotlinie von Design bis zu Produktion zentralisiert angeboten werden. Ziel der MedPhab-Pilotlinie ist es, die Kommerzialisierung Photonik-basierter medizinischer Diagnostikgeräte, Instrumente und Verbrauchsmaterialien zu beschleunigen und die F&E-Kosten zu senken.

Bild von mikrofluidischen Strukturen einsetzbar in der medizinischen Diagnostik Foto Credit: JOANNEUM RESEARCH / MATERIALS

Testproduktion in drei Anwendungsbereichen

Die Technologievalidierung der Pilotlinie konzentriert sich auf drei Anwendungsbereiche: Geräte für den Einsatz in Krankenhäusern, Systeme für molekulare Diagnostik zum Einsatz beim Hausarzt sowie sogenannte Wearables – Diagnostik-Geräte, die der Patient direkt am Körper trägt. In der Krankenhausumgebung werden die Lösungen Ärzte unterstützen, indem sie ihnen während der Operation in Echtzeit Informationen über die Art des Patientengewebes liefern, ohne dass Proben an ein Labor geschickt werden müssen. Wearables hingegen können dazu verwendet werden, die Genesung eines Patienten nach einer Operation oder einem Krankheitsfall zu überwachen und sich ein umfassenderes Bild von dessen gesundheitlicher Situation zu machen, als dies derzeit möglich ist. Bei der molekularen Diagnostik für den Hausarzt geht es darum, anhand von Serum-, Speichel- oder Urinproben ein klinisches Bild zu erstellen oder eine Infektion zu diagnostizieren.

Zusammenarbeit in einem starken Konsortium

Die Pilotproduktionslinie wird in einem Konsortium entwickelt, an dem führende Forschungsinstitute und Unternehmen aus verschiedenen Teilen Europas beteiligt sind. Die Rolle der Forschungsinstitute besteht darin, neue Produktionstechnologien zu entwickeln. Die Beteiligung von Unternehmen mit ISO13485-genormter Fertigung gewährleistet den nahtlosen Übergang von der Pilotproduktion zur Herstellung großer Stückzahlen, ohne dass ein Wechsel des Dienstleisters erforderlich ist. Für die Validierung der Dienstleistungen der Pilotlinie wurden sogenannte Use-Case-Firmen ausgewählt, die die drei Anwendungsbereiche abdecken.

Das Konsortium

Das Projekt wird vom Forschungsprofessor Jussi Hiltunen, VTT - Technisches Forschungszentrum Finnlands, koordiniert. Das Konsortium besteht aus 17 Unternehmen und Forschungsorganisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, und zwar: VTT Technical Research Centre of Finland Ltd, Tyndall - University College Cork - National University of Ireland, Joanneum Research Forschungsgesellschaft GmbH, IMEC Interuniversitair Micro-Elektronica Centrum, CSEM Centre Suisse d' Electronique et de Microtechnique SA, Philips Electronics Nederland B.V., Jabil Circuit Austria GmbH, Screentec OY, III-V Lab, Stryker, Polar Electro OY, Radisens Diagnostics Limited, Antelope Dx, GENSPEED Biotech GmbH, ViennaLab Diagnostics GmbH, Stichting Het Nederlands Kanker Instituut – Antoni Van Leeuwenhoek Ziekenhuis und EPIC European Photonics Industry Consortium.

MedPhab has received funding from the European Commission under H2020- ICT-03-2019 under the grant agreement No. 871345.

Kontakt: Dr. Jan Hesse