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Österreichs Position in globalen Wertschöpfungsketten

Eine Untersuchung von POLICIES zeigt, dass die Internationalisierung in den letzten Jahren rasant zugenommen hat.

Ausschnit: Europäisches Handelsnetzwerk gemessen am Wertschöpfungsgehalt der Exporte (Darstellung: JR-POLICIES)

Im Rahmen des FIW Studienpools 2013/2014 untersuchte die Forschungsgruppe Regionalpolitik, Risiko- und Ressourcenökonomik von POLICIES - des Instituts für Wirtschafts- und Innovationsforschung der JOANNEUM RESEARCH die Stellung Österreichs innerhalb von globalen Wertschöpfungsketten und die politischen Implikationen, die damit verbunden sind.

Der Vorteil in der Betrachtung von globalen Wertschöpfungsketten liegt im Unterschied zur klassischen Außenhandelsstatistik, die lediglich die Höhe der Importe und Exporte misst, darin, dass sich der internationale Handel über Branchen und Ländergrenzen hinweg verfolgen lässt. Demzufolge ist ein Abbild der globalen Produktion von Rohstoffen (Primärinputs) über Vorleistungsprodukte bis hin zum Endkonsum über Länder hinweg möglich. Auf Grundlage dieser Analyse kann beispielsweise angegeben werden, wieviel österreichische Wertschöpfung in den Exporten Österreichs tatsächlich steckt bzw. in welches Land und in welcher Form österreichische Wertschöpfung in den Endkonsum fließen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Internationalisierung der Produktion im Rahmen von globalen Wertschöpfungsketten in den vergangenen Jahrzehnten rasant zugenommen hat. Österreich ist stark integriert in das Europäische Handelsnetzwerk und ist stark verbunden mit seinen Nachbarstaaten, im speziellen mit Deutschland und Italien. Angesichts der fortschreitenden Internationalisierung stieg der Anteil an ausländischer Wertschöpfung bei den Exporten Österreichs im Zeitraum 1995 bis 2011 stetig (von 24 Prozent im Jahr 1995 auf 34 Prozent im Jahr 2011). Das heißt, die österreichische Wirtschaft greift in der Produktion ihrer Exportgüter immer stärker auf Inputs aus dem Ausland zurück. So wuchs die heimische Wertschöpfung bei den österreichischen Exporten im Schnitt um +4,4 Prozent jährlich, während die ausländische Wertschöpfung bei den österreichischen Exporten um +7,8 Prozent jährlich wuchs. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig negativ bewertet werden. Vielmehr birgt eine steigende Arbeitsteilung das Potenzial von Spezialisierungsgewinnen, wodurch die heimische Wirtschaft in der Lage ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Analog zu dem Anstieg der ausländischen Wertschöpfung in Österreichs Bruttoexporten ist auch der Anteil Österreichs an den Bruttoexporten Dritter wesentlich angestiegen. Im Schnitt betrug das jährliche Wachstum zwischen 1995 und 2011 rund acht Prozent (in der Vorkrisenperiode 2000–2008 rund elf Prozent). Es zeigt sich, dass Österreich indirekt über Dritte an Exporten nach USA, China und Mexiko wesentlich beteiligt ist. Dies sind allesamt Länder die nicht unmittelbar mit Österreichs Bruttowertschöpfungsexporten in Verbindung gebracht werden aber wesentliche Wachstumsmärkte darstellen.

Der hohe Grad an globaler Vernetzung bringt eine Reihe an Herausforderungen, Chancen aber auch Risiken mit sich. Dabei unterscheidet sich der Einfluss von globalen Wertschöpfungsketten auf Volkswirtschaften nach ökonomischer Größe, Entwicklungsstand, Industriemix und Stellung in den globalen Wertschöpfungsketten. Unter Betonung der Wichtigkeit der Betrachtung von Wertschöpfungsgehalten im globalen Handel und der Bestimmung von Chancen und Risiken, die mit agieren im Rahmen von globalen Wertschöpfungsketten verbunden sind, insbesondere für eine kleine offene Volkswirtschaft, zeigt sich die Notwendigkeit neuer Ansätze in der globalen Außenhandelspolitik. Es ist klar, dass es einer optimalen Regulierung in einer globalisierten Wirtschaft einer Außenhandelspolitik auf globaler Ebene bedarf. Der Handlungsspielraum kleiner Volkswirtschaften im Gestalten von globalen Wertschöpfungsketten beschränkt sich in der Regel auf stimulierende Maßnahmen. Auf Grundlage der Betrachtung von Wertschöpfungsanteilen in Produktion und Exporten kann eine Fokussierung der Wirtschaftspolitik vorgenommen werden.

 

 

Die Studienergebnisse können unter folgenden Links abgerufen werden:

Kurzfassung:Kulmer, A., Kernitzkyi, M., Köberl, J., Niederl, A. (2015): Global Value Chains: Implications for the Austrian economy. POLICIES RESEARCH REPORT 189. Graz. (Deutsch)

Langtext: Kulmer, A., Kernitzkyi, M., Köberl, J., Niederl, A. (2015): Global Value Chains: Implications for the Austrian economy. POLICIES RESEARCH REPORT 189. Graz. (Englisch)

 

Kontakt
Dr.in Veronika Klumer
veronika.kulmer@joanneum.at

Mag. Michael Kernitzkyi
michael.kernitzkyi@joanneum.at