{"id":6607,"date":"2026-07-07T11:49:58","date_gmt":"2026-07-07T09:49:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joanneum.at\/robotics\/?p=6607"},"modified":"2026-07-07T11:58:30","modified_gmt":"2026-07-07T09:58:30","slug":"digitale-unterstuetzung-fuer-eine-menschenzentrierte-produktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joanneum.at\/robotics\/digitale-unterstuetzung-fuer-eine-menschenzentrierte-produktion\/","title":{"rendered":"Digitale Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine menschenzentrierte Produktion"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"isSelectedEnd\">Moderne Produktionsprozesse werden zunehmend datengetrieben<\/h2>\n<p>Dreidimensionale Modelle und detaillierte Prozessinformationen liegen digital vor. Die Mitarbeitenden in der Produktion m\u00fcssen diese Informationen jedoch h\u00e4ufig auf einem separaten Bildschirm interpretieren und gedanklich auf die reale Aufgabe \u00fcbertragen. Genau hier setzt IOJET an, indem relevante visuelle Informationen direkt im Arbeitsbereich bereitgestellt werden. Anstatt dass Bedienende st\u00e4ndig zwischen dem Produktionsprozess und einer externen virtuellen Darstellung wechseln m\u00fcssen, stellt das System die relevanten Informationen genau dort bereit, wo sie ben\u00f6tigt werden. Ziel war es, eine unmittelbare und intuitive Verbindung zwischen den verf\u00fcgbaren digitalen Daten und den realen Arbeitsabl\u00e4ufen in der Produktion zu schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Von der industriellen Herausforderung zum funktionierenden System<\/h2>\n<p>Zu Beginn des Projekts wurden der bestehende Arbeitsablauf, die Produktionsumgebung sowie die Anforderungen der Mitarbeitenden umfassend analysiert. Das Assistenzsystem sollte pr\u00e4zise und praxisrelevante Unterst\u00fctzung bieten und sich gleichzeitig nahtlos in bestehende Produktionsprozesse integrieren. Dar\u00fcber hinaus musste es unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen zuverl\u00e4ssig funktionieren, ohne die Bewegungsfreiheit der Bedienenden einzuschr\u00e4nken oder unn\u00f6tige Komplexit\u00e4t zu erzeugen. Auf Grundlage dieser Anforderungen entwickelte das Projektteam ein ma\u00dfgeschneidertes optisches Assistenzsystem, das Maschinenbau, Projektionstechnologie, individuelle Softwareentwicklung und benutzerorientierte Bedienkonzepte miteinander verbindet. Die Entwicklung umfasste den gesamten Innovationsprozess \u2013 von der Machbarkeitsanalyse und Konzeptentwicklung \u00fcber Laborsimulationen und den Bau eines Prototyps bis hin zur Softwareimplementierung, Erprobung und Installation in der industriellen Produktionsumgebung. Hard- und Software wurden dabei als integrierte Gesamtl\u00f6sung entwickelt. Mechanische Stabilit\u00e4t, pr\u00e4zise Darstellung, schnelle Systemreaktionen und eine einfache Bedienung mussten optimal zusammenspielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Digitale Unterst\u00fctzung direkt am Ort des Geschehens<\/h2>\n<p>Im Zentrum des Projekts steht die Idee, dass digitale Informationen ihren gr\u00f6\u00dften Nutzen entfalten, wenn sie zu einem nat\u00fcrlichen Bestandteil des industriellen Arbeitsplatzes werden. Durch die Projektion relevanter Informationen direkt auf den Arbeitsbereich verbindet das System Menschen, Daten und physische Prozesse auf unmittelbare und intuitive Weise. Anstatt zus\u00e4tzliche Komplexit\u00e4t zu schaffen, erleichtert die L\u00f6sung den Zugriff auf bestehende Informationen, deren Verst\u00e4ndnis und die direkte Anwendung w\u00e4hrend der Arbeit.<\/p>\n<h3>Hardware<\/h3>\n<ul>\n<li>Industrielle optische Assistenzplattform f\u00fcr einen stabilen und zuverl\u00e4ssigen Betrieb<\/li>\n<li>Integration visueller Arbeitsanweisungen direkt in den physischen Arbeitsbereich<\/li>\n<li>Benutzerorientierte Bedienung \u00fcber Touchscreen sowie freih\u00e4ndige Interaktionsm\u00f6glichkeiten<\/li>\n<li>Flexible Systemarchitektur als Grundlage f\u00fcr zuk\u00fcnftige Automatisierungsl\u00f6sungen<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Software<\/h3>\n<ul data-spread=\"false\">\n<li>Aufbereitung komplexer digitaler 3D-Informationen zu klar verst\u00e4ndlichen visuellen \u00dcberlagerungen<\/li>\n<li>Dynamische Assistenz, die sich dem Arbeitsfortschritt der Bedienenden anpasst<\/li>\n<li>Adaptive Kalibrierung zwischen projizierten Informationen und realer Arbeitsumgebung<\/li>\n<li>Visualisierung mit Fokus auf Sichtbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und ergonomischen Bedienkomfort<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Hardware wurde iterativ entwickelt, wobei besonderes Augenmerk auf Schwingungsstabilit\u00e4t, den verf\u00fcgbaren Arbeitsraum und einen ergonomischen Zugang f\u00fcr die Bedienenden gelegt wurde. Ziel war eine kompakte und flexible Konstruktion, die den bestehenden Produktionsprozess unterst\u00fctzt, anstatt ihn zu behindern. Dasselbe Prinzip galt f\u00fcr die Benutzeroberfl\u00e4che: W\u00e4hrend der Touchscreen einen direkten Zugriff auf das System erm\u00f6glicht, erlaubt die freih\u00e4ndige Bedienung den Mitarbeitenden, ihre Arbeit ohne unn\u00f6tige Unterbrechungen fortzusetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Von der Validierung zur industriellen Anwendung<\/h2>\n<p>Bevor das System in die Produktionsumgebung \u00fcberf\u00fchrt wurde, erfolgte eine umfassende Validierung im <a href=\"https:\/\/www.joanneum.at\/robotics\/infrastruktur\/robotics-solution-center\/\"><strong>JOANNEUM RESEARCH ROBOTICS Solution Center<\/strong><\/a>, in dem die wesentlichen Bedingungen des realen Fertigungsprozesses simuliert wurden. Die Tests erm\u00f6glichten es dem Projektteam, das Zusammenspiel von Hard- und Software zu optimieren, das optische Konzept zu bewerten und technische Herausforderungen bereits vor der Implementierung zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Nach der Installation in der industriellen Umgebung wurde das System unter realen Betriebsbedingungen kalibriert, getestet und weiter angepasst. R\u00fcckmeldungen aus der praktischen Anwendung flossen kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein und stellten sicher, dass die endg\u00fcltige L\u00f6sung eng an den Anforderungen der sp\u00e4teren Anwenderinnen und Anwender ausgerichtet blieb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Geb\u00fcndelte Kompetenz aus Forschung und Industrie<\/h2>\n<p>Die <strong>LEGOR GROUP S.p.A.<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Metallverarbeitung und verbindet fundiertes Know-how in Chemie und Metallurgie zur Entwicklung hochwertiger Legierungen, Metallpulver und Galvanikl\u00f6sungen. Das Engagement f\u00fcr nachhaltige Innovationen zeigt sich auch im <strong>Legor 3D Metal Hub<\/strong>, einem Kompetenzzentrum f\u00fcr die additive Fertigung von Bauteilen aus Edel- und Nichtedelmetallen. Dort kommt das Verfahren <strong>3D Metal Binder Jetting<\/strong> zum Einsatz \u2013 eine moderne additive Fertigungstechnologie im Pulverbett, die neue M\u00f6glichkeiten hinsichtlich Gestaltungsfreiheit, Produktentwicklung und flexibler Produktion f\u00fcr Anwendungen in den Bereichen Schmuck, Mode und Industrie er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit dem Team von ROBOTICS sagte Andrea Friso:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eTheir ability to translate complex concepts into practical and effective solutions has been truly impressive. This balance between innovation and real-world usability is what ultimately made the IOJET system a successful and impactful solution in Legor 3D Metal Hub\u2019s production environment.\u201d<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Erfolg von IOJET basiert auf der engen Zusammenarbeit zwischen <strong>LEGOR GROUP S.p.A<\/strong>. und <strong>JOANNEUM RESEARCH ROBOTICS<\/strong>. Die Kombination aus industrieller Expertise von Legor und angewandter Forschung und ingenieurwissenschaftlichem Know-how erm\u00f6glichte die Entwicklung einer L\u00f6sung, die konsequent auf die Anforderungen moderner Produktionsprozesse ausgerichtet ist.<\/p>\n<p>Unser Dank gilt beiden Teams f\u00fcr ihr Vertrauen, ihre Offenheit und ihr Engagement, mit dem sie das Projekt von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung begleitet haben.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde im Rahmen der italienischen \u00f6ffentlichen F\u00f6rderinitiative finanziert, die von <a href=\"https:\/\/smact.it\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>SMACT scpa<\/strong><\/a> verwaltet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moderne Produktionsprozesse werden zunehmend datengetrieben Dreidimensionale Modelle und detaillierte Prozessinformationen liegen digital vor. 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