FWF (Austrian Science Fund) projects at universities and research institutions create positive impulses for the innovation sector, the labour market and social progress far beyond science. The study was presented in Vienna on 27 November.
The study on the impact of basic research funded by the FWF, conducted for the first time in Austria, makes two surprising key statements: firstly, the funded projects have a much faster impact on the economy and society than previously assumed, and secondly, all investments made via the FWF quickly pay off for the federal budget. The economic and social effects arise intentionally or unintentionally, ranging from direct applications by the researchers themselves to the utilisation of research results by third parties. Another key factor is the outstandingly qualified researchers from FWF projects who later move to companies or other organisations outside of academia.
Stimulating effects for the economy
According to the Austrian Institute of Economic Research (WIFO), the Institute for Advanced Studies (IHS) and Joanneum Research POLICIES, the effects of FWF projects are particularly positive for Austria's economy. They result from the turnover of start-ups or new products that companies bring to market, as well as the salaries of the researchers employed in FWF Media Information Impact Study 2 / 5 the projects or start-ups. Conservatively estimated, the FWF funds pay for themselves within a year through tax and social security revenues. In short: One FWF funding euro is associated with 1.1 euros in government revenue and 2 euros in gross domestic product. Due to these short-term effects, investments via the FWF also have a stimulating effect on the economy.
In the medium and long term, productivity increases are added to the short-term effects. It is estimated that 10 per cent more funding for FWF-funded basic research increases gross domestic product per working hour by up to 3 per cent and per capita by up to 0.6 per cent. These productivity effects are supported by the numerous examples of FWF-funded projects documented in the study.
Sound bites from the press conference
„Neben internationalen Analysen wie etwa dem Draghi-Report legt auch die neue Studie dringend nahe, das Wissenschafts- und Innovationssystem weiter in Richtung hochinnovativer Grundlagenforschung zu fokussieren und die Resultate mit geeigneten Begleitmaßnahmen rasch in die gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzung überzuführen. Wir appellieren an die Entscheidungsträger:innen in den laufenden Regierungsverhandlungen, mutige Schritte zum weiteren Ausbau der für Österreichs Zukunft so wichtigen Grundlagenforschung zu setzen“, so FWF-Präsident Christof Gattringer anlässlich der Studienpräsentation.
„Die Mittel des FWF generieren eine doppelte Dividende. Sie setzen kurzfristig Impulse für die Wirtschaft und legen längerfristig den Grundstein für strukturelle Wachstumsbeschleunigungen“, so WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr.
„Die im Rahmen der Studie vom IHS durchgeführte Umfrage spricht dafür, dass die Förderungen mehr ökonomische und erst recht gesellschaftliche Erträge bringen könnten, wenn die eigenen Hochschulen den Geförderten bei der Vermarktung ihrer Grundlagenforschung noch stärker unter die Arme greifen würden“, so IHS-Direktor Holger Bonin.
„FWF-geförderte Forschungsprojekte lohnen sich wirtschaftlich überraschenderweise schon in kurzer Frist und sind ein Treiber des Strukturwandels in Österreich“, so Studienkoordinator Jürgen Janger (WIFO).
Starting point for forward-looking ideas, impulses and innovations
Laut der Studie bilden FWF-Projekte erwiesenermaßen eine wichtige Grundlage für Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sind oft der erste Schritt auf dem Weg zu wissenschaftlichen Durchbrüchen, die in weiterer Folge zu Anwendungen heranreifen. Dazu zählen beispielsweise hochwertige Patente und Lizenzen, Therapien und Medikamente, oder neue Produktionstechnologien.
Es zeigen sich vielfältige Verknüpfungen mit allen relevanten Akteuren im Forschungsbereich wie den Förderungen des European Research Council (ERC), der Forschungsförderungsgesellschaft FFG oder der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH im Bereich Start-ups. Ebenso enge Verflechtungen bestehen mit den direkten Investitionen der Universitäten bzw. außeruniversitären Forschungsstätten wie dem Institute of Science and Technology Austria (ISTA) oder der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Zahlreiche wissenschaftliche, unternehmerische oder gesellschaftliche Errungenschaften und Innovationen bauen auf Publikationen, Patenten und Ergebnissen aus FWF-Projekten auf.
More inventiveness and start-ups
Auf die FWF-Projekte zwischen 2009 und 2022 lassen sich bis dato 40 Lizenzen und mehr als 170 Erfindungen zurückführen. Dazu kommen weltweit mehr als 800 Patente.
Unternehmen konnten aus FWF-Projekten rund 150 neue oder verbesserte Technologien entwickeln und 200 neue Produkte auf den Markt bringen. FWF-Projekte spielen darüber hinaus eine Schlüsselrolle bei der Etablierung wissensintensiver Start-ups. Insgesamt profitieren aktuell 60 Start-ups von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus FWF-Projekten.
Die hohe Qualität der Start-ups zeigt sich auch daran, dass in 11 von 20 Gewinner:innen des österreichischen „Phönix“-Gründungspreises FWF-gefördertes Wissen steckt, davon 4 von 5 in der Kategorie „Spin-off“. Projektmitarbeiter:innen wechseln in einigen Fällen von der FWFgeförderten Forschung direkt in das Start-up. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung von Start-ups als wichtigem Faktor für die wirtschaftliche Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung.
Patents with more impact compared to company patents
Die Zahl von Patenten alleine sagt aber noch nichts über das damit verbundene Innovationspotenzial aus. Werden einzelne Patente aber besonders oft zitiert, so steckt eine
vielversprechende Idee dahinter. Hier schneiden Patente, die auf FWF-geförderter Forschung basieren, überdurchschnittlich gut ab und erreichen deutlich mehr Zitationen als der Durchschnitt österreichischer Firmenpatente. Dies steht laut Studie im Einklang mit der internationalen empirischen Literatur, gemäß der Patente, die auf hochwertiger Grundlagenforschung basieren, technologisch breiter aufgestellt sind und in der Regel Erfindungen schützen, die potenziell deutlich weitreichender und für eine größere Bandbreite an nachfolgenden Produkten relevant sind.
Most-cited patent publications led to the Nobel Prize in Chemistry
The study also identified those publications co-financed by the FWF with particularly high citation rates. At the top of the list are two FWF-funded studies in connection with the 2020 Nobel Prize in Chemistry to Jennifer Doudna and Emmanuelle Charpentier; the latter conducted research at the University of Vienna for several years. Her publication on gene scissors has so far achieved more than 2,600 mentions in patents. In addition to this subject area, publications on cancer research also achieve high citation rates.
Contribution to industrial structural change towards high-tech
Während die Innovationsleistung Österreichs bisher vor allem auf der Modernisierung etablierter Industrien basiert, können FWF-Förderungen gemeinsam mit einer verbesserten Verfügbarkeit von privatem Risikokapital den Start-up-Sektor weiter dynamisieren. FWFFörderungen unterstützen aber auch den Strukturwandel für große, wissensintensive Unternehmen und erhöhen dadurch den wirtschaftlichen Nutzen öffentlicher Forschung. Etwa 1.600 früher vom FWF-finanzierte Forscher*innen arbeiten mittlerweile in Unternehmen.
Qualification, training and skills for the R&D sector
Besonders die forschungsbasierte Ausbildung für Studierende und junge Forschende ist ein wichtiger Faktor der Wirkungen des FWF außerhalb der Wissenschaft: Alumni und ehemalige Teammitglieder der FWF-Projekte spielen eine wichtige Rolle bei der Weitergabe von Wissen und profitieren selbst für ihre Karrieren. Der Wissenstransfer in Zahlen gegossen: Laut den Ergebnissen der Befragung unter FWF-Projektleiter:innen wechselt ungefähr jede:r vierte hochqualifizierte Mitarbeitende eines FWF-Projekts nach Projektende in ein Unternehmen, meist im Bereich Forschung und Entwicklung. Insgesamt hat der FWF im Zeitraum 2009 bis 2022 zur Ausbildung von rund 4.000 Master-of-Science-Absolvent*innen und 3.100 Doktorand*innen beigetragen.
Social impact: insights for many areas of life
The study also shows that findings from FWF projects have an impact in various areas of life that goes far beyond the immediate monetary benefits:
- Improvements in the areas of biodiversity, sustainability and climate
- Improvements in health and medicine
- Development of legal regulations
- Contributions to cultural heritage
- Contributions to security (e.g. protection against cyber attacks)
- Scientific expertise for the public and media
Examples of the impact path from gaining knowledge to utilisation
Anhand konkreter Erfolgsbeispiele zeichnet die Studie den Wirkungspfad der FWF-Förderung von der Forschungstätigkeit bis zu Anwendungen und Nutzungen nach. Dazu
gehören beispielsweise:
- das österreichische Quanten-Ökosystem mit mehreren Start-ups, von denen zwei mit dem Phönix-Gründungspreis ausgezeichnet wurden, darunter beispielsweise
ParityQC, ein Spin-off der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit mittlerweile 60 Mitarbeiter:innen, entstanden aus der mit einem FWF-START-Preis finanzierten Forschungsgruppe von Mitgründer Wolfgang Lechner; - weitere erfolgreiche Ausgründungen wie beispielsweise das Biotechnologie-Unternehmen Proxygen, ebenso ein Spin-off der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, mit wesentlichen wissenschaftlichen Vorarbeiten in zwei FWFProjektendes Molekularbiologen und Mitgründers Georg Winter;
- Grabungen im italienischen Elea-Velia, durchgeführt von Archäolog:innen der Universität Innsbruck und der Universität Wien unter der Leitung von Verena Gassner, Bernhard Neutsch und Friedrich Krinzinger. Sie brachten in weiterer Folge nicht nur neue Forschungswerkzeuge, sondern auch einen archäologischen Tourismuspark hervor.
About the study
Die Studie „The Contribution of Basic Research Projects Funded by the Austrian Science Fund to Economic and Societal Impacts“ wurde 2024 vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), vom Institut für Höhere Studien (IHS) und von Joanneum Research (JR) im Auftrag des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF nach einer wettbewerblichen Ausschreibung (finanziert mit Mitteln der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung) durchgeführt. Die Ergebnisse beruhen auf vielfältigen Datenquellen, darunter eine repräsentative Befragung von rund 1.500 FWFProjektleiter*innen, die zwischen 2009 und 2022 FWF-Projekte erfolgreich abschlossen, bibliometrische und Start-up-Datenbanken (Researchfish, The Lens, Dealroom.co) und weitere volkswirtschaftliche Daten (AMECO, FTI-Monitor des FORWIT).
Authors of the study: WIFO/IHS/Joanneum Research
Jürgen Janger, Alexandros Charos, Kathrin Hofmann, Gerhard Streicher (WIFO), Johanna
Dau, Henrika Langen, Martin Unger (IHS), Angelika Sauer-Malin, Michael Ploder, Lisa Schön
(Joanneum Research, Policies)