Unter dem Leitthema „Autonomy on the Battlefield“ fand der EUDIS Defence Hackathon vom 15. bis 17. Oktober 2026 zeitgleich in acht europäischen Ländern statt. Klagenfurt war erstmals österreichischer Austragungsort. Innerhalb von 48 Stunden arbeiteten Teams aus zehn Nationen an konkreten technologischen Herausforderungen. Ziel war es, Forschung, Wirtschaft und militärische Expertise zusammenzubringen und praxisorientierte Lösungen zu entwickeln.
„Swarm Coordination“: Die Challenge im ROBOTICS Lab
JOANNEUM RESEARCH ROBOTICS übernahm die Gastgeberrolle für die Challenge „Swarm Coordination“. Institutsdirektor Christian Oswald begleitete die Teams als Innovation Lead Coach. Im Mittelpunkt stand die Koordination von Roboter- und Drohnenschwärmen für sogenannte Search-&-Rescue-Einsätze. Die Aufgabenstellung verdeutlichte den Dual-Use-Charakter der Technologie, die sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich eingesetzt werden kann.
Im ROBOTICS Lab mussten die Teams eine Übungspuppe lokalisieren und anschließend anhand zuvor erfasster Karten- und Sensordaten erneut auffinden – ohne zusätzliche Navigationshilfen.
„Die Kombination aus technischen und militärischen Experten sowie Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung ist so wertvoll, weil es innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums die Möglichkeit gibt, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten und am Ende eine Lösung zu präsentieren“, erklärt Oswald.
Forschung trifft militärische Praxis
Welche Anforderungen autonome Systeme im Verteidigungsbereich erfüllen müssen, erläuterte Daniel Watzenig, Experte für Militärrobotik beim Österreichischen Bundesheer, Professor an der TU Graz und CTO des Forschungszentrums Virtual Vehicle.
„Das moderne Schlachtfeld hat sich komplett verändert. Man spricht auch vom gläsernen Gefechtsfeld“, so Watzenig. Unbemannte Systeme würden zunehmend Aufgaben in der Aufklärung, Logistik sowie bei Such- und Rettungseinsätzen übernehmen. Ein wesentliches Ziel sei dabei, Menschenleben zu schützen.
Für Watzenig liegt der Mehrwert des Hackathons darin, kreative Ideen mit konkreten militärischen Anforderungen zu verbinden:
„Forschung im Defence-Bereich ist wesentlich. Wir brauchen neue Lösungen. Leute, die out of the box denken. Und genau deshalb brauchen wir solche Hackathons.“
Sichtbarkeit für den Innovationsstandort Klagenfurt
Die hohe Konzentration an Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Bereich Robotik, Sensorik und autonome Systeme war ein wichtiger Faktor für die Wahl Klagenfurts als Austragungsort. Für JOANNEUM RESEARCH bot die Veranstaltung daher auch die Möglichkeit, die eigenen Kompetenzen international sichtbar zu machen und neue Kontakte zu knüpfen.
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