Krankheiten wie die Goldgelbe Vergilbung, Stolbur oder ESCA können im Weinbau erhebliche Ernteausfälle verursachen. Besonders aktuell ist die Goldgelbe Vergilbung: Sie wird unter anderem durch die Amerikanische Rebzikade übertragen und kann sich innerhalb von Weingärten weiter ausbreiten. Umso wichtiger ist es, erkrankte Rebstöcke möglichst früh zu erkennen und gezielt Maßnahmen setzen zu können.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt VinoMon an. Peter Schallauer, Stefanie Onsori-Wechtitsch und Kolleg*innen von JOANNEUM RESEARCH DIGITAL, Forschungsgruppe Intelligent Vision Applications, entwickeln gemeinsam mit biohelp, twins und dem Agro Innovation Lab Grundlagen für ein automatisiertes, großflächiges Monitoring von Weinkrankheiten. Bestehende Kontrollen sind personalintensiv und können Weinbauflächen meist nur punktuell erfassen. VinoMon soll hingegen eine möglichst genaue Detektion bis hin zum einzelnen Weinstock ermöglichen.
Hunderte Bilder für die künstliche Intelligenz
Bei den aktuellen Versuchen in der Südsteiermark nimmt eine Drohne die Reben aus geringer Höhe auf. Die dabei entstehenden Bilder bilden eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung des Systems. Die Aufnahmen werden von Peter Schallauer´s Team analysiert und auffällige beziehungsweise erkrankte Pflanzenteile markiert. Mit diesen Daten wird anschließend eine künstliche Intelligenz trainiert, gesunde und kranke Blätter voneinander zu unterscheiden und betroffene Bereiche in einem Weingarten möglichst genau zu lokalisieren.
Unsere Expert*innen entwickeln dafür unter anderem eine UAV-basierte Aufnahmeplattform mit multispektraler Sensorik, eine automatisierte 3D-Flugpfadplanung sowie Verfahren der Pflanzen-KI. Ergänzt werden diese Technologien durch 5G-Kommunikation und Werkzeuge zur kartengestützten Darstellung der gewonnenen Informationen.
„Die KI soll kranke von gesunden Blättern unterscheiden können. In Aufnahmen von Weingärten soll sie genau lokalisieren können, wo kranke Bereiche zu finden sind“, erklärt KI-Expertin Stefanie Onsori-Wechtitsch. Die Ergebnisse sollen anschließend in einem geografischen Informationssystem verfügbar gemacht werden. Projektleiter Peter Schallauer ergänzt, dass Winzer*innen und Behörden auf diese Weinstockdaten zugreifen und sie als Grundlage für Bekämpfungsmaßnahmen nutzen können.
Früher erkennen, gezielter handeln
Das Ziel ist nicht nur eine schnellere Erkennung. Ein automatisiertes Monitoring könnte große Flächen mit deutlich geringerem Personal- und Zeitaufwand erfassen und zeigen, wo sich Krankheitssymptome entwickeln. Maßnahmen könnten dadurch früher, lokal begrenzt und gezielter gesetzt werden. Perspektivisch sollen damit auch breitflächige Pflanzenschutzmaßnahmen reduziert und biologische Bekämpfungsmöglichkeiten unterstützt werden.
Mehr über das Projekt
The Projekt VinoMon – Automatisiertes Monitoring von Weinkrankheiten durch 5G und KI läuft von Jänner 2025 bis Dezember 2026.
Partner sind biohelp, twins und das Agro Innovation Lab.
Gefördert wird das Projekt über die FFG durch das Bundesministerium für Finanzen.
- You Tube Shorts: Feldforschung in den Weinbergen
ORF Wissenswert
Der ORF Steiermark hat das Forschungsprojekt in der Südsteiermark begleitet. Zum ORF-Beitrag: In „Steiermark heute“ zeigt der ORF, wie die Drohnenaufnahmen in der Südsteiermark entstehen und wie daraus bei JOANNEUM RESEARCH ein KI-gestütztes Früherkennungssystem für den Weinbau entwickelt wird.









