Jungforscher Maximilian Moshammer ist Mediziner und neben seiner Forschungstätigkeit bei COREMED, dem Zentrum für Regenerative Medizin und Präzisionsmedizin, in Ausbildung zum Facharzt für Plastische Chirurgie. Er wurde beim diesjährigen Forschungspreis der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Plastische Chirurgie (ÖGPRÄC) mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Mit seiner Arbeit „Die Auswirkungen von Verbrennungsverletzungen auf den Knochenstoffwechsel“ leistet Moshammer einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner Behandlungsmethoden. Seine Forschung zeigt, wie evidenzbasierte Ansätze dazu beitragen können, therapeutische Verfahren zu verbessern und Patientinnen und Patienten gezielter zu versorgen.
3 Fragen an Maximilian Moshammer
Worum geht es in deiner Forschung? Ich untersuche die kurz- und langfristigen Folgen von Verbrennungen. Dabei geht es sowohl um die akuten Auswirkungen auf den Organismus als auch um Spätfolgen. Heute ist bekannt, dass großflächige Verbrennungen eine langanhaltende Immunreaktion auslösen können. Das Immunsystem bleibt über einen längeren Zeitraum aktiviert. Gleichzeitig ist der Stoffwechsel dauerhaft erhöht. Das bedeutet: Der Körper verbraucht mehr Energie als unter normalen Bedingungen. Diese chronische Belastung hat Folgen für die Betroffenen. Genau hier setzt unsere Forschung an.
Wie ist der größere Zusammenhang oder wieso ist sie wichtig? Verbrennungen zählen zu den schwersten Traumata, die der menschliche Körper erleiden kann. Dank moderner Intensivmedizin können heute auch Schwerstverbrannte behandelt werden, die noch vor einigen Jahrzehnten kaum Überlebenschancen gehabt hätten. Dadurch rückt die Nachsorge zunehmend in den Fokus. Wir wissen, dass Schwerstbrandverletzte durch den über Jahre erhöhten Stoffwechsel vermehrt Muskel- und vor allem Knochensubstanz verlieren und dadurch ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche haben. Ziel unserer Forschung ist es, diese Erkenntnisse in die klinische Anwendung zu übersetzen, um die Langzeitprognose und Lebensqualität dieser Patient*innen zu verbessern.
Wie bist du zu deinem Beruf gekommen? Bei JOANNEUM RESEARCH COREMED steht die Haut im Mittelpunkt vieler Forschungsprojekte. Parallel dazu habe ich meine Facharztausbildung für Plastische Chirurgie am LKH Graz begonnen. Wundheilung und die Behandlung von Verbrennungen sind dort zentrale Themen. Die Verbindung von klinischer Tätigkeit und Forschung war für mich daher naheliegend. Mich motiviert besonders, Fragestellungen aus dem klinischen Alltag wissenschaftlich zu untersuchen und die Ergebnisse anschließend wieder in die Patientenversorgung zu integrieren.