Holz und Papier mit elektrischen Funktionen ausstatten: Diesen Ansatz verfolgt das Team von JOANNEUM RESEARCH mit „Smart Wood Metallization“. Statt Kabel, Folien oder Leiterplatten nachträglich aufzubringen, werden leitfähige Strukturen direkt auf den Oberflächen erzeugt. Dafür erhielt das Projekt einen Preis im Rahmen der Informationskampagne „Vielfalt braucht Bewirtschaftung“.
Forschungsbasis ist das von JOANNEUM RESEARCH koordinierte Projekt WOODconduct im Programm THINK.WOOD. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie werden darin nachhaltige elektrische Leiter und Isolatoren für Holzwerkstoffe und Papier erforscht. Im Fokus stehen biobasierte Materialien aus Holzreststoffen und Verfahren zur Plasmabeschichtung, um elektrische Funktionen in Möbel und Innenausbauelemente zu integrieren.
Leitfähige Strukturen direkt auf Holz und Papier
Bei dem Verfahren scheidet ein Plasmajet unter Atmosphärendruck Zink oder Kupfer trocken auf der Oberfläche ab und erzeugt dabei den gewünschten Leitpfad. Eine Vakuumkammer oder nasschemische Behandlung ist dafür nicht erforderlich.
Das Verfahren eignet sich auch für eine kontinuierliche Verarbeitung von Rollenmaterial. Die metallisierten Papiere lassen sich anschließend unter Furnier oder Dekor laminieren. So können elektrische Funktionen in den Materialaufbau integriert werden.

KI prüft die Qualität während der Beschichtung
Im Mittelpunkt des Projekts steht eine erklärbare, KI-gestützte Qualitätskontrolle direkt im Herstellungsprozess. Denn die aufgebrachte Metallschicht ist keine geschlossene Fläche: Sie besteht aus einzelnen Metallablagerungen, Poren und schmalen Verbindungen. Entscheidend für die Leitfähigkeit ist, ob daraus ein durchgängiger elektrischer Pfad entsteht.
Die KI wertet Bilder der Oberfläche aus und erkennt, wie die Metallstrukturen miteinander verbunden sind. Auf dieser Grundlage soll sie den Zustand der Beschichtung beurteilen und die Prozessparameter gezielt nachregeln. Das Ziel: eine Schicht, die so dünn wie möglich und zugleich so robust wie nötig ist.

Neue Ideen für Wald, Holz und Bioökonomie
„Hack the Future“ macht innovative Ansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette Forst–Holz–Bioökonomie sichtbar. Der Wettbewerb ist Teil der Informationskampagne „Vielfalt braucht Bewirtschaftung“ und bringt Projekte aus Forschung, Wirtschaft und Praxis zusammen. Die Prämierung fand am 12. Oktober 2026 im Dieselkino Lannach statt.
Mit „Smart Wood Metallization“ zeigt unser Institut MATERIALS, wie sich biobasierte Materialien durch Beschichtungstechnologien und intelligente Prozesskontrolle um elektrische Funktionen erweitern lassen.