Ob Bus, Bahn, Sharing-Dienste oder Bedarfsverkehr: Die Realität multimodalen Reisens ist oft komplex, fragmentiert und schlecht bedienbar. Fehlende Informationen über barrierefreie Zugänge, kurzfristige Fahrplanänderungen oder nicht vernetzte Systeme erschweren die eigenständige Mobilität. Das CARINA-Team hat sich zum Ziel gesetzt, genau hier anzusetzen.
Im Zentrum stand der Aufbau eines digitalen Datenraums, der Informationen aus verschiedenen Mobilitätsangeboten zusammenführt – von Fahrplänen über Echtzeitdaten bis hin zu Angaben zur Barrierefreiheit. Auf Basis echter Daten wurde ein Web-Demonstrator entwickelt, der zeigt, wie dieser Datenraum in der Praxis funktionieren kann. „Damit haben wir eine technische und organisatorische Grundlage für eine inklusivere Verkehrsplanung geschaffen“, freut sich Sandra Draxler, Projektleiterin seitens JOANNEUM RESEARCH.
Draxlers Team übernahm zentrale Aufgaben im Projekt: die technische Integration der Daten, den Aufbau des Web-Demonstrators sowie die gemeinsame Durchführung von Workshops mit Betroffenen und Expert*innen. Auch eine Bachelorarbeit zu konkreten Anforderungen an barrierefreie Mobilität wurde betreut. „In einem benutzerzentrierten Entwicklungsprozess wurden Anforderungen gemeinsam mit Betroffenen und Fachleuten aus Mobilität, Sozialwesen und Technik erarbeitet. Durch Co-Creation-Workshops und Interviews mit Expert*innen konnten wir Perspektiven von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in die Entwicklung einfließen lassen“, so Draxler weiter.
Ein Schritt in Richtung inklusive und nachhaltige Mobilität
Im Projekt CARINA wurde exemplarisch gezeigt, wie digitale Infrastruktur dazu beitragen kann, Barrieren im öffentlichen Verkehr abzubauen. Der entwickelte Prototyp ist ein wichtiger Impuls für die künftige Ausgestaltung eines österreichischen Mobilitätsdatenraums – offen, vernetzt und für alle zugänglich.
Durch bessere Datenverfügbarkeit können Verkehrsflüsse effizienter gesteuert und CO2 -Emissionen gesenkt werden – etwa durch optimierte Routen oder die Förderung aktiver Mobilität wie Rad- und Fußverkehr. Der prototypische Datenraum unterstützt auch Forschung und Zivilgesellschaft, indem er zeigt, wie der Zugang zu verlässlichen Mobilitätsdaten erleichtert werden kann – eine wichtige Grundlage für partizipative Planung und sozial gerechte Mobilität.
Das Projekt wurde von der ALP.Lab GmbH koordiniert und 2025 abgeschlossen. Zu den Partnern zählen JOANNEUM RESEARCH, ADV, emprium, nexyo und pdcp (SURAAA). Gefördert wurde CARINA vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) im Rahmen „FTI-Schwerpunkt Mobilitätswende“, abgewickelt durch die FFG.
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Weitere Informationen: www.alp-lab.at/carina