Musikfestivals, Sportgroßveranstaltungen oder Demonstrationen: Crowd Monitoring, also das Erlangen eines genauen Überblicks über die Anzahl der Beteiligten, die Stimmung und die Dynamik der Entwicklungen ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Das Institut DIGITAL hat das Werkzeug zum Erstellen von Echtzeitlagebildern erprobt. Im Rahmen des Projekts MUSIG erforschten Wissenschafter*innen des Instituts gemeinsam mit den Projektpartnern innovative Ansätze zur Analyse von Bewegungsströmen und sozialen Medien, um bei Großveranstaltungen oder in Krisensituationen die Sicherheits- und Managementstrategien effizienter zu gestalten: Der Einsatz von multimodalen Datenquellen, einschließlich Social-Media- und Mobilfunkdaten ermöglicht es, ein umfassendes Bild der Lage in Echtzeit zu generieren. Dadurch können Einsatzkräfte schnell auf Veränderungen reagieren.
Einsatz am Wiener Donauinselfest
Das System wurde beim Wiener Donauinselfest bereits in der Praxis erprobt. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Crowd-Monitoring-Systemen: Durch die Integration verschiedener Datenquellen können präzisere Lagebilder generiert werden, was die Sicherheit bei Veranstaltungen signifikant erhöht. Außerdem unterstützt die Technologie das Krisenmanagement durch schnelle Analysen von Menschenansammlungen und deren Bewegungen. Zur Analyse herangezogen werden Daten von optischen und thermalen Kameras, sowie Mobilfunkdaten und örtliche Daten aus sozialen Medien, die mittels künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. So lassen sich die Anzahl der Personen, ihre Bewegungsgeschwindigkeiten und die Dichte feststellen.
Soziale Medien offenbaren Emotionen und Stimmung
Über die reine Bewegungsanalyse hinaus werden aber auch noch weitere Informationen aus sozialen Medien extrahiert: So die Emotionen vor Ort, die eine Einschätzung der Stimmung ermöglichen und die sich dynamisch verändernden Gesprächsthemen. Besonders wichtig bei derartigen Projekten ist der Datenschutz: Deshalb wurde die Einhaltung von einem Ethical Board überwacht. Datenschutzbeauftragte waren direkt in das Projekt eingebunden, um den Schutz personenbezogener Daten zu gewährleisten. Die Erkenntnisse aus dem Projekt und die daraus resultierenden Technologien bieten wichtige Ansätze für zukünftige Forschungen und praktische Anwendungen im Bereich des Event-Managements und der öffentlichen Sicherheit. Das von der FFG geförderte Projekt MUSIG ist Teil des österreichischen Sicherheitsforschungsprogramms KIRAS.
Von Petra Mravlak