Der 75. International Astronautical Congress (IAC) fand von 14. bis 18. Oktober 2024 in Mailand statt und zog unter dem Motto „Responsible Space for Sustainability“ die globale Raumfahrtgemeinschaft an. Die weltweit größte Fachmesse für bemannte und unbemannte Raumfahrt brachte Wissenschaftler, Industrievertreter und Entscheidungsträger zusammen, um über technologische Innovationen und die Zukunft der Raumfahrt zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die verantwortungsvolle Nutzung des Weltraums zur Förderung der Nachhaltigkeit – ein Thema, das angesichts der wachsenden Herausforderungen durch Weltraumschrott und Ressourcenknappheit immer dringlicher wird.
Erstmals präsentierte sich die österreichische Industrie mit einem Gemeinschaftsstand, der von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) organisiert wurde. Auch JOANNEUM RESEARCH DIGITAL war mit Institutsleiter Matthias Rüther und unserem Weltraumexperten Gerhard Paar vor Ort, um die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Weltraumrobotik und Satellitenkommunikation zu präsentieren. Der Stand zog hochkarätige Besucher an, darunter den Direktor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Josef Aschbacher, und die österreichische Astronautin Carmen Possnig.
Technologien für Mond, Mars und darüber hinaus
In den zahlreichen Ausstellungshallen konnten die Besucher nicht nur aktuelle Trägersysteme und Satellitentechnologien, sondern auch visionäre Konzepte für die Besiedlung von Mond und Mars erkunden. Diese technologischen Fortschritte sind entscheidend, um die Grundlage für zukünftige bemannte Missionen zu schaffen, die die menschliche Präsenz über den Erdorbit hinaus ausdehnen sollen.
Unser DIGITAL-Experte Gerhard Paar hielt zwei Vorträge über Projekte, die eine Schlüsselrolle bei zukünftigen Weltraummissionen spielen werden. Der Vortrag „ExoMars PanCam 3D Vision and Visualization“ befasste sich mit den Vorbereitungen zur dreidimensionalen Erfassung der Umgebung des ExoMars Rovers Rosalind Franklin, dessen Landung für 2030 geplant ist. Mit den Bilddaten des PanCam-Instruments soll die Oberfläche des Roten Planeten detailliert kartiert werden.
Das zweite Projekt „Hera 3D Geographical Information System“ präsentierte die Entwicklung einer Softwareumgebung zur dreidimensionalen Auswertung von Sensordaten, die die Raumsonde Hera 2026/27 während ihres Rendezvous mit dem Asteroiden-Doppelsystem Didymos sammeln wird. Ziel dieser Mission ist es, die Auswirkungen des DART-Einschlags auf den Asteroidenmond Dimorphos im Jahr 2022 zu untersuchen, um wertvolle Erkenntnisse für die Abwehr potenziell gefährlicher Asteroiden zu gewinnen.
Erfolgreicher Auftritt der österreichischen Raumfahrtindustrie
Die IAC 2024 bot der österreichischen Raumfahrtindustrie eine wichtige Plattform, um ihre Leistungen zu präsentieren und neue internationale Kooperationen zu knüpfen. JOANNEUM RESEARCH und die anderen Teilnehmer stellten eindrucksvoll die Innovationskraft des Landes unter Beweis – nicht nur in der wissenschaftlichen Forschung, sondern auch in der Entwicklung von Schlüsseltechnologien für die zukünftige Erforschung und Sicherung des Weltraums.



