Die Akutgeriatrie ist als Versorgungseinrichtung meist innerhalb eines Krankenhauses angesiedelt. Diese Einrichtungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, bieten sie doch älteren Menschen, die am Scheideweg zwischen Selbstständigkeit und Pflegebedürftigkeit stehen, enorme Vorteile. Die gute Nachricht ist, dass 90,5% der Patientinnen und Patienten nach der Behandlung wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können. Das ist ein großer Erfolg, da die Patient*innen meist aufgrund eines Akutereignisses in die Akutgeriatrie kommen und Gefahr laufen ihre Selbstständigkeit zu verlieren und somit ins Pflegeheim zu kommen. Die Akutgeriatrie versucht genau den Verlust der Selbstständigkeit zu verhindern, indem die Patient*innen wieder gestärkt werden.
Die Herausgeber der Studie sind die Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), die Fachgesellschaft für Altersmedizin in Österreich und das Institut HEALTH der JOANNEUM RESEARCH. Alle Auswertungen beziehen sich auf die stationären Fälle der teilnehmenden österreichischen Akutgeriatrien, die in das Benchmarking System der JOANNEUM RESEARCH hochgeladen wurden. Dieses wird seit 2008 betrieben. Die Entwicklung erfolgte in Kooperation mit dem Verein QiGG (Qualität in der Geriatrie und Gerontologie).
Fakten aus dem Akutgeriatrie Bericht
- Es werden fast doppelt so viele Frauen wie Männer in die Akutgeriatrie aufgenommen
- Die häufigsten Gründe für die Aufnahme sind bei Frauen und Männern, Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen.
- Auf Platz zwei befinden sich bei den Frauen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
- Auf Platz zwei befinden sich bei den Männern Krankheiten des Kreislaufsystems
- Im Schnitt liegen sowohl bei Frauen wie auch bei Männern 7,6 Funktionsstörungen vor
- Die Schluckstörung wird in der Akutgeriatrie doppelt so häufig bei Männern wie bei Frauen beobachtet
- Am häufigsten bleiben Patient*innen zwischen 15 und 21 Tagen in der Akutgeriatrie
- Etwa 41% der Patient*innen, die laut dem Barthel Index weitgehend pflegeabhängig waren, waren nach dem Aufenthalt in der Akutgeriatrie nur noch hilfsbedürftig
- 54%, die laut der Esslinger Transferskala eine helfende Person für den Transfer zwischen Bett und Stuhl benötigten, brauchten nach dem Aufenthalt in der Akutgeriatrie keine Hilfe mehr
20 Jahre Innovation in der Qualitätssicherung
Das Jahr 2025 markiert einen besonderen Meilenstein: Die österreichische Qualitätssicherungsinitiative QiGG und das Benchmarking-Dokumentationssystem BARS feiern ihr 20-jähriges Jubiläum und tragen seither dazu bei, die Qualität der Versorgung kontinuierlich zu verbessern und objektiv zu bewerten.
Zukunftsweisende Entwicklungen
Der Bericht zeigt auch innovative Ansätze auf: Die gesammelten Daten werden künftig zur Entwicklung von KI-Modellen genutzt, um risiko- oder versorgungsrelevante Ereignisse frühzeitig vorhersagen zu können. Erste Modelle und Anwendungsbeispiele sind bereits in Entwicklung.
Akutgeriatrie Bericht 2024
Der vollständige Akutgeriatrie-Bericht 2024 steht hier zur Verfügung.