Kürzlich fand das Kick-off-Meeting für das große, für 3 Jahre angesetzte EU-Projekt (Horizon Europe) statt. Das technologisch und international breit aufgestellte Partnernetzwerk verfolgt das Ziel, eine innovative injizierbare Therapie zu entwickeln. Damit soll die Heilung tiefer, schwer zugänglicher Wunden beschleunigt werden. Das kann bahnbrechenden Auswirkungen haben, denn weltweit sind mehr als 300 Millionen Menschen von diesem Leiden betroffen. Tiefe Wunden verursachen erhebliche Schmerzen und führen häufig auch zu Amputationen der unteren Gliedmaßen. Mitunter macht die Behandlung der Betroffenen 2 bis 4 Prozent der Gesundheitsausgaben in Europa aus. Derzeitige Behandlungen stoßen bei der Erreichbarkeit der Wundtiefe, der Kontrolle von Infektionen und Entzündungen sowie bei der Förderung der Geweberegeneration an ihre Grenzen.
Im Mittelpunkt des INJECTHEAL-Projekts steht ein 4D-injizierbares, selbstheilendes Hydrogel. Es ist darauf ausgelegt, Medikamente gezielt dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden, gleichzeitig die Geweberegeneration aktiv zu unterstützen und Entzündungen sowie Infektionen zu reduzieren. Das aus sicheren, nachhaltigen Materialien entwickelte Hydrogel stellt einen revolutionären Fortschritt in der Behandlung chronischer Wunden dar – insbesondere bei tiefen Tunnelwunden, die mit bestehenden Therapien nur schwer behandelbar sind.
Im Zentrum der Mission von INJECTHEAL stehen die Bedürfnisse von Klinikpersonal und Patient*innen. Deshalb werden sie im gesamten Projektverlauf in Co-Creation-Workshops miteinbezogen. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur langfristigen Marktfähigkeit des Hydrogels bei, sondern stellen auch sicher, dass die Entwicklung patientenorientiert erfolgt.
Das INJECTHEAL-Konsortium besteht aus 13 Partnerinstitutionen aus 8 Ländern (Italien, Österreich, Deutschland, Irland, Spanien, Schweiz und Großbritannien).