Rennwagen mit Spitzentechnik: Die Forschungsgruppe Laser- und Plasmatechnologien von JOANNEUM RESEARCH MATERIALS in Niklasdorf unterstützte auch heuer wieder die Student*innen von Joanneum Racing Graz, das Formula-Student-Team der FH Joanneum Graz, mit seiner Technologie und Expertise.
Laserschweißen der Batteriekontakte
So bringen Raimund Krenn und sein Team ihre Expertise bei der Fertigstellung der Akkus für den Rennwagen ein, der in der Saison 2025 bei der Formula Student ins Rennen geht: Bei jeder einzelnen Batteriezelle wurde mittels eines Lasers ein 0,2 mm dünnes Kupferblech, über das der Strom fließen wird, mit einem Batteriepol verbunden. Für die insgesamt 10 im Fahrzeug verbauten Batterien sind das jeweils 28 Zellen mit insgesamt 280 lasergeschweißten Kontakten, von denen jeder einzelne einwandfrei funktionieren muss. „Eine lange Haltbarkeit und ein geringer Widerstand sind wesentlich für den Erfolg“, so Krenn. Seit dem Umstieg von Joanneum Racing Graz in die Elektroklasse im Jahr 2022 werden die Batterien alljährlich bei MATERIALS geschweißt.
Motorgehäuse aus dem 3D-Drucker
Erstmals wurde heuer auch das Gehäuse für den luftgekühlten Motor des Boliden in Niklasdorf gefertigt. Die komplexe Struktur kommt aus dem 3D-Drucker. Beim Druck aus einer Aluminiumlegierung kommt ein spezielles Verfahren (Laser Power Bed Fusion) zum Einsatz. Das Material ermöglicht geringes Gewicht bei gleichzeitiger Stabilität und die mechanischen Eigenschaften sind gut. 3D-Druck hat einige Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsverfahren: „Komplexe Geometrien und Strukturen wie dieses Motorgehäuse sind mittels Drehen, Fräsen, Gießen oder Formen nur schwer herzustellen. 3D-Druck ermöglicht außerdem die Herstellung niedriger Stückzahlen und die Integration interner Kanäle und Hohlräume, die etwa für Sensorhalterungen dienen“, so Tin Palcevski von der Forschungsgruppe für Laser- und Plasmatechnologien.
Joanneum Racing Graz
In der Rennsaison 2024 erreichte das Team von Joanneum Racing Graz in der Weltrangliste „Formula Student Electric“ den hervorragenden 2. Platz. Heuer kann man die Weasles – so nennt sich das Rennteam der FH Joanneum – auf drei Formula-Student-Wettbewerben antreffen: in Assen (Niederlande), am Spielbergring (Österreich) und in Most (Tschechien). Der Rennwagen für die Saison 2025 wurde am 9. Mai an der FH Joanneum feierlich enthüllt. Er ist der vierte eigenständig gebaute Elektro-Rennwagen von Joanneum Racing Graz. Technisch unterscheidet er sich von seinem Vorgänger durch eine neue Batterie und einem fortgeschrittenen Aerodynamik-Konzept.
Seit der Gründung im Jahr 2003 gehört Joanneum Racing Graz zu den größten Projekten mit Studierendenbeteiligung an der FH JOANNEUM. Das Team setzt sich jedes Jahr neu zusammen und besteht aus Studierenden des Bachelor- und Masterstudiengangs Fahrzeugtechnik / Automotive Engineering sowie weiterer Studiengänge, die unter anderem Aufgaben für Elektronik, Fertigung, Public Relations oder Design übernehmen. Innerhalb eines Jahres muss ein Rennwagen nach vorgegebenem Formula-Student-Reglement entworfen, konstruiert und gebaut werden. Mit diesem Boliden nimmt das Team am Konstruktionswettbewerb der Formula Student teil, bei der jährlich über 700 Teams an verschiedenen Rennstrecken weltweit an den Start gehen.





