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Newsbeitrag - 
Digital

LunaRF: Robuste Signale vom Mond

Die JOANNEUM RESEARCH und die Universität Vigo erhielten einen ESA-Auftrag zur Entwicklung künftiger Kommunikationstechnologien für den Mond.

Abblildung vom Mond

Zuverlässige Kommunikationssysteme sind eine Grundvoraussetzung für künftige Mondlandemissionen sowie die Monderkundung mittels Rover und Astronauten. Foto: ESA/NASA

Das Konsortium bestehend aus JOANNEUM RESEARCH und der Universität Vigo (Spanien) wurde von der Europäischen Weltraumorganisation ESA beauftragt, einen Simulator zu designen und zu bauen, der es ermöglicht, geeignete Signalformen für robuste Kommunikationslinks für Mondmissionen zu untersuchen. Das Projekt soll wesentlich dazu beitragen, technische Risiken bei künftigen Mondmissionen zu verringern.

Das Projekt unter der Leitung von Karin Plimon (JOANNEUM RESEARCH) widmet sich einer der zentralen technologischen Herausforderungen für eine nachhaltige Erkundung des Mondes: der Sicherstellung einer zuverlässigen und effizienten Kommunikation auf der Mondoberfläche beziehungsweise von der Mondoberfläche zum Mondorbit und zur Erde.

Michael Schmidt, Experte für Weltraumtechnologien und zuständig für das Geschäftsfeld Weltraum bei JOANNEUM RESEARCH, erklärt: „Wir untersuchen Signalformen, die sich für den optimale Datentransfer unter anspruchsvollen Bedingungen nahe der Mondoberfläche besonders eignen. Das Design der Signalform hinsichtlich Modulation und Codierung bestimmt, wie Daten in einem Funksignal übertragen werden. Ihre technische Gestaltung entscheidet mit darüber, wie robust und effizient eine Kommunikationsverbindung unter den besonderen Bedingungen auf und um den Mond funktioniert.“ Das Team um Schmidt verfügt über jahrelange Expertise im Bereich der Signalverarbeitung und Satellitenkommunikation.

Perez Fontan, Professor an der Universität Vigo, leitet dabei die Untersuchung sogenannter Mehrwegeausbreitungseffekte. Diese entstehen, wenn ein Funksignal auf unterschiedlichen Wegen beim Empfänger ankommt, etwa durch Reflexionen an der Mondoberfläche. Solche Effekte können die Qualität einer Kommunikationsverbindung beeinträchtigen, indem sie das Signal verzerren oder die Signalstärke schwanken lassen. Zuverlässige Kommunikationssysteme sind eine Grundvoraussetzung für künftige Mondlandemissionen, sowie die Monderkundung mittels Rover und Astronauten. Mit dem Projekt leisten die beiden Forschungseinrichtungen einen Beitrag zur langfristigen europäischen Mondstrategie.

Die Arbeiten dienen als Vorbereitung für zukünftige ESA-Missionen, wie dem Argonaut-Programm mit dem Lunar Descent Element (LDE). Das ist ein europäischer Mondlander, der Nutzlasten zum Mond transportieren soll. Gemeinsam mit internationalen Kooperationen bilden solche Programme eine Grundlage für eine langfristige europäische Präsenz auf dem Mond.

Durch die Kombination der wissenschaftlichen Expertise von JOANNEUM RESEARCH in der Entwicklung moderner Kommunikationsverfahren mit der Kompetenz der Universität Vigo im Bereich der Funkwellenausbreitung leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung jener Technologien, die künftig die Grundlage europäischer Mondmissionen bilden werden.

Die JOANNEUM RESEARCH ist Innovations- und Technologieanbieter im Bereich der angewandten Forschung. Als Forschungsgesellschaft der Länder und Regionen prägen wir mit unseren Forschungskompetenzen die Entwicklung unserer modernen Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig und menschenzentriert. Als multidisziplinäres Team in flexiblen, innovationsfreundlichen Strukturen leben wir höchste gesellschaftliche und wissenschaftliche Ansprüche.

Die nationale Agentur für Luft- und Raumfahrt (ALR) der FFG fördert den Aufbau von Weltraumexpertise in der österreichischen Forschung und ermöglicht so internationale Kooperationen wie diese.

Die Fakultät für Telekommunikationstechnik der Universität Vigo bietet einen EUR-ACE-akkreditierten Studiengang in Kommunikationstechnik, einen Masterstudiengang in Telekommunikationstechnik sowie weitere Masterprogramme, ergänzt durch ein Promotionsprogramm. Ihre Forschung umfasst die Bereiche Signalverarbeitung, drahtlose Ausbreitung und Kommunikation sowie Computer Vision und zeichnet sich durch enge Zusammenarbeit mit der Industrie aus, die den Studierenden eine praxisnahe, karriereorientierte Ausbildung ermöglicht.

Kontaktpersonen

DI<sup>in</sup> Dr.<sup>in</sup> Karin Andrea Plimon, BSc
DIin Dr.in

Karin Andrea
Plimon

BSc
DI Michael Schmidt
Stv. Forschungsgruppenleitung, Koordinator Geschäftsfeld Weltraum
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