Mit dem Spatenstich für das Wood Vision Lab am 10. August 2026 in Weiz beginnt der Bau eines neuen Pionierzentrums für Holz-Leichtbau. Ziel ist es, Holz für neue industrielle Anwendungen weiterzuentwickeln und Forschung, Technologieentwicklung und wirtschaftliche Umsetzung enger miteinander zu verbinden. JOANNEUM RESEARCH ist mit 10 Prozent an der Wood Vision Lab GmbH beteiligt und bringt insbesondere Forschungskompetenzen in Digitalisierung und Robotik ein.
Holz zählt zu den zentralen Werkstoffen für eine ressourcenschonende Industrie. Sein Potenzial reicht weit über klassische Anwendungen im Bauwesen hinaus. Leichte und zugleich belastbare Holz- und Hybridbauteile können beispielsweise in der Mobilität, im Maschinenbau oder in weiteren technischen Anwendungen eingesetzt werden. Das Wood Vision Lab schafft dafür in Weiz eine neue Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur mit Büros, Technikum und Forschungslabor auf mehr als 2.000 Quadratmetern.
„Mit dem heutigen Spatenstich wird der Grundstein für ein österreichweit einzigartiges Pionierzentrum gelegt, das Forschung, Entwicklung und industrielle Umsetzung unter einem Dach verbindet. Holz ist einer der wichtigsten Werkstoffe der Zukunft. Seine Verarbeitung stellt die Industrie jedoch vor andere Herausforderungen als Stahl oder Kunststoff. Genau hier setzt das Wood Vision Lab an: Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir neue Technologien und innovative Holz- und Hybridbauteile, um rascher marktfähige Produkte in die Serienfertigung zu bringen“, sagt Heinz Mayer, Geschäftsführer von JOANNEUM RESEARCH.
Brandneues Projekt RobOptiCut
Wie diese Verbindung von Holztechnologie und Digitalisierung konkret aussehen kann, zeigt das im Juli 2026 gestartete Projekt RobOptiCut, das vom Wood Vision Lab unterstützt wird. Im Mittelpunkt steht eine durchgängige Prozesskette für die Bearbeitung von Furnieren. Furniere sind dünne Holzschichten, die sich unter anderem zu leichten und belastbaren Bauteilen weiterverarbeiten lassen.
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Entwicklung einer innovativen Prozesskette, die modernste Sensorik, KI-gestützte Bildverarbeitung, intelligente Optimierungsalgorithmen und Robotik miteinander verbindet. Ziel ist es, hochwertige, fehlerfreie Furniere deutlich effizienter herzustellen und die Materialausbeute mehr als zu verdoppeln. Damit wird die Grundlage für ressourcenschonende und wirtschaftliche Holz-Hybridbauteile für anspruchsvolle Anwendungen im Leichtbau geschaffen. Weniger Materialverlust, mehr Wertschöpfung und ein verbesserten CO₂-Fußabdruck zeigen, welches Potenzial in der Verbindung von Holztechnologie, Digitalisierung und Robotik steckt.
ROBOTICS übernimmt die roboter-basierte Automatisierung der am WoodVisionLab entwickelten Verfahren zur Furnierbearbeitung. Dies beinhaltet das robotergeführte Abstapeln und Transportieren von einzelnen Furnieren und Furnierteilen, die Umsetzung der ausgewählten Schneide-, Klebstoffauftrags- und Fixierverfahren in roboterkompatible Bewegungsabläufe und die Sicherstellung der Prozessstabilität durch iterative Optimierung von Prozess-Parametern.
DIGITAL mit der Forschungsgruppe IVA entwickelt Verfahren zur Merkmals- und Fasererkennung bei Laubholzfurnieren. Dazu zählen die Auswahl geeigneter Messverfahren, die Datenerfassung und -annotation mit geeigneten Kamerasystemen bzw. die Entwicklung geeigneter KI-basierter Bildanalyse- und Auswertealgorithmik für die robuste Detektion der Furnierqualität.