Kurz vor Weihnachten traf sich das Projektkonsortium der Europäischen Pilotlinie für Freiform-Mikrooptiken (Phabulous) in Prag, dem Sitz des Projektpartners ABIMI, zum letzten Mal im Rahmen des Projekts nach einer pandemiebedingt auf fünf Jahre verlängerten Laufzeit.
Unter der Moderation des Projektkoordinators Harry Heinzelmann vom CSEM (Schweiz) präsentierten Katharina Keller (Zumtobel) und Daniela Karthaus (Forvia/Hella) die finalen Use-Case-Demonstratoren, die im wahrsten Sinne des Wortes ein gutes Bild des Potenzials von Freiform-Mikrooptiken in den Anwendungen der Allgemeinbeleuchtung und Automobil-Frontscheinwerfer lieferten. Beide Firmen wollen nun auch Produkte auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickeln.
Die Partner in der fein abgestimmten und sehr effektiven Wertschöpfungskette verschiedener Technologien zur Generierung von Prototypen und Lösungen konnten in der letzten Projektphase auch noch einige Machbarkeitsstudien für kleine und mittlere Unternehmen durchführen, und diesen so den Zugang zu dieser zukunftsweisenden Technologie ermöglichen.
Hier konnte sich auch unser Team von MATERIALS um Ursula Palfinger und Roman Trattnig mit wegweisenden Lösungen im Bereich der optischen Simulation, sowie der Step-and-Repeat– und der Rolle-zu-Rolle-UV-Imprintlithographie profilieren und damit an die einzigartigen Ergebnisse der Forschungsteams in Vorprojekten anschließen. Speziell die von JR-MATERIALS-Expertinnen entwickelte Technologie des nahtlosen Verbindens („seamless stitching“) für die Herstellung großflächiger Strukturen und Prägestempel mit Strukturgrößen im Mikrometerbereich erregte international viel Interesse. Ergänzend zu den genannten Märkten im Beleuchtungsbereich zielt die Pilotlinie auch auf Augmented/Virtual Reality, Medizintechnik, oder Consumer Electronics ab.
Wie geht es nach dem Projektende weiter?
Nach Projektende wird ein frei finanzierter One-Stop-Shop für die bereits zahlreichen interessierten Firmen weitergeführt. Die bisherige europäische Dimension des Projekts soll künftig auf Nordamerika erweitert werden.
Jessica van Heck und ihr Team der Phabulous Pilotlinie können dabei auf die Unterstützung von JOANNEUM RESEARCH und den anderen Projektpartnern zählen. Im Zuge des Projekts wurde ein virtueller Micro-optics Market Place (https://microoptics.eu/) eingerichtet, der weiterhin als Anlaufplatz für die Kunden und Partner der Pilotlinie dienen wird.
Paul Hartmann, Direktor von MATERIALS und Vizepräsident der Phabulous Pilot Line Association, unterstreicht die Qualität der Zusammenarbeit im Projektkonsortium, die weit über das Ende des Projekts hinauswirken wird: „Wir diskutieren mit unseren Europäischen Partnern bereits einige Folgeprojekte, die auf Basis der über einige Jahre gefestigten vertrauensvollen Zusammenarbeit bestimmt rasch zu umsetzbaren Ergebnissen führen werden.“
Im Journal Electro Optics soll zu Beginn des Jahres 2025 ein großer Artikel über die jüngsten und vielversprechenden Ergebnisse der Pilotlinie erfolgen.