Frauenanteil auf Rekordhoch
Mit einem Frauenanteil von 31 % in der außeruniversitären Forschung ist der Wert für 2023 so hoch wie nie zuvor. Besonders erfreulich: 42 % der Neueinstellungen entfielen auf Frauen, was die Bemühungen der Forschungseinrichtungen zur Förderung von Gleichstellung unterstreicht. Auch in Führungspositionen sind Fortschritte sichtbar: Der Glass Ceiling Index sank 2023 auf 1,8 (2021: 2,0), was auf bessere Aufstiegschancen hindeutet. Dennoch bleibt der Anteil von Frauen in Geschäftsführungsfunktionen mit 10 % gering.
Bestehende Herausforderungen
Neben der Verteilung von Führungspositionen bleiben auch weitere Herausforderungen bestehen: Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit (57 % im Vergleich zu 35 % der Männer) und übernehmen 72 % der familienbedingten Karenzen. Gleichzeitig sind Frauen in jüngeren Altersgruppen überrepräsentiert, was ihre Repräsentanz in höheren Karrierestufen erschwert. Dies spiegelt sich wiederum in Einkommensungleichheiten wider: Nur 14 % der Frauen, aber 31 % der Männer verdienen mehr als 5.000 € brutto pro Monat (Vollzeitäquivalent).
Erstmals wurden 2024 auch Daten zu Publikationen erhoben: Auch hier zeigen sich Unterschiede im Hinblick auf die Repräsentanz von Frauen, diese machen zwar 30 % der aktiv Publizierenden, aber nur 25 % der Publikationen aus. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, kumulieren sich die vergleichsweise geringen Unterschiede und können die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern verstärken.
Langfristige Bedeutung der Gleichstellungspläne
Rund 59 % der Forschungseinrichtungen hat inzwischen Gleichstellungspläne implementiert. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Maßnahmen positive Veränderungen bewirken, insbesondere bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen und bei der Einstellung von Nachwuchswissenschaftlerinnen. Mit den nächsten Erhebungen wird sich zeigen, ob die positiven Trends langfristig anhalten.
Flexibilisierung von Arbeits- und Karrieremodellen: Schwerpunktstudie zur Umsetzung von Maßnahmen in der AUFO
In diesem Jahr befasste sich die Schwerpunktstudie der Gleichstellungserhebung mit der Umsetzung flexibler Arbeits- und Karrieremodelle. Mittels qualitativer Interviews wurden Mitarbeiter:innen aus vier Forschungseinrichtungen zu ihren Erfahrungen mit flexiblen Arbeits- und Karrieremodellen befragt.
Potenzial für Gleichstellung ist auch mit Herausforderungen verbunden
Es zeigte sich, dass flexible Arbeits- und Karrieremodelle ein großes Potenzial zur Förderung von Gleichstellung und Diversität haben. Sowohl für Arbeitnehmer:innen (u.a. verbesserte Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben) als auch für Arbeitgeber*innen (u.a. attraktiver Arbeitsplatz) ergeben sich daraus einige Vorteile. Gleichwohl ist die Umsetzung flexibler Modelle mit einem hohen Koordinationsaufwand und Konfliktpotenzial verbunden.
Offenheit und Verständnis sind Grundvoraussetzungen
Als zentrale Voraussetzungen für flexible Arbeits- und Karrieremodelle wurden in der Studie folgende Aspekte identifiziert: Innerhalb der Organisation ist unter anderem eine offene Unternehmenskultur sowie der Mut und Willen für Veränderungen essentiell. Des Weiteren sind gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung für die Kolleg:innen und deren Arbeitsmodell sowie Privatleben bedeutend für die erfolgreiche Umsetzung vom flexiblen Modellen. Ebenso ist eine offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen im Team förderlich.
Weitere Informationen und die jeweiligen Langberichte finden Sie unter folgenden Links:
- Den gesamten Bericht zum Monitoring finden Sie hier.
- Den gesamten Bericht zur Schwerpunktstudie finden Sie hier.
- Das Factsheet mit den wichtigsten Ergebnissen finden Sie hier.
- Beitrag zur Gleichstellungserhebung 2024 auf der Website des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)