„Innovation bedeutet für mich, Forschungsergebnisse so weiterzuentwickeln, dass sie in der industriellen Anwendung echten Mehrwert schaffen. Unser Ziel ist es, natürliche Materialien wie Holz mit intelligenten Funktionen zu verbinden und damit neue, nachhaltige Einsatzmöglichkeiten zu eröffnen. Dass unsere Technologie nun zum wiederholten Mal – und nun mit einem Sonderpreis des Österreichischen Staatspreises Holzbau— ausgezeichnet wird, bestätigt den erfolgreichen Transfer von wissenschaftlicher Innovation in die Praxis. Darüber freue ich mich sehr,“ erklärt Preisträger Jürgen Lackner.
Die Technologie „Smartes leitfähiges Holz“ ermöglicht es, elektrische Funktionen direkt auf Holzoberflächen aufzubringen. Mithilfe eines Atmosphärendruck-Plasmaverfahrens (APPD) werden leitfähige Strukturen wie Leiterbahnen, Heizsysteme oder Sensoren direkt auf Holz, Furnier oder Dekorpapier aufgetragen – ohne zusätzliche Kunststofffolien oder sichtbare Verkabelung. Die Beschichtung erfolgt vakuumfrei, materialeffizient und ist für industrielle Produktionslinien skalierbar.
Die Technologie eröffnet Wirtschaftsbetrieben neue Möglichkeiten für funktionale Holzprodukte. Hersteller können elektrische Funktionen unsichtbar in Möbel, Wand- oder Bodenpaneele integrieren und dadurch neue Produktkategorien entwickeln – etwa beheizbare Oberflächen, intelligente Innenausstattung oder berührungssensitive Bedienelemente. Gleichzeitig reduziert das Verfahren Materialeinsatz, Montageaufwand und Recyclinghürden, da zusätzliche Kunststoff- und Trägermaterialien weitgehend entfallen. Die Technologie ist mit bestehenden Fertigungsprozessen kompatibel; industrielle Anwendungen wurden bereits im Bereich von LED-Tapeten umgesetzt.
Die Technologie bietet neue Komfort- und Designmöglichkeiten. Elektrische Funktionen bleiben nahezu unsichtbar („Shy Tech“) und beeinträchtigen weder Optik noch Haptik der Holzoberflächen. Möglich werden integrierte Niedervolt-Heizsysteme, Beleuchtung oder intuitive Touch-Bedienfelder direkt im Möbel oder Innenausbau. Zusätzlich können Sensoren zur Feuchteüberwachung eingesetzt werden, die frühzeitig vor Schäden oder Wassereintritt warnen.