Eine besondere Ehrung erhielt kürzlich unsere Kollegin Anja Haase: Im Rahmen eines Festaktes in der Aula der Alten Universität Graz wurde ihr von Landeshauptmann Mario Kunasek das Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst verliehen.
Mit dieser Auszeichnung würdigt das Land Steiermark Persönlichkeiten, die durch ihre wissenschaftlichen Leistungen und ihr Engagement einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung von Gesellschaft, Forschung und Innovation leisten.
Pionierarbeit in der Mikro- und Nanotechnologie
Als eine der ersten Mitarbeiterinnen an unserem Standort Weiz hat Anja Haase die Entwicklung des Instituts von Anfang an mitgeprägt. Über die Jahre hat sie sich zu einer der zentralen Persönlichkeiten im Bereich der Nano- und Mikrostrukturierung entwickelt und war maßgeblich am Aufbau zukunftsweisender Forschungsfelder beteiligt.
Im Laufe ihrer Karriere profilierte sie sich insbesondere als Wegbereiterin der Organischen Elektronik sowie der Mikro- und Nanostrukturierung auf flexiblen Substraten. Mit ihrer Arbeit trug sie wesentlich dazu bei, innovative Technologien von der Forschung in industrielle Anwendungen zu überführen.
Innovative Diagnostik für die Gesundheitsversorgung von morgen
Besondere internationale Aufmerksamkeit erlangte Anja Haase in den vergangenen Jahren durch ihre Forschungsarbeiten an sogenannten „Lab-on-a-Foil“-Systemen. Diese miniaturisierten Diagnostikplattformen ermöglichen medizinische Analysen direkt am Ort der Anwendung und bilden die Grundlage für schnelle, kostengünstige und mobile Testverfahren.
Aktuell bringt Anja Haase ihre Expertise u.a. im europäischen Forschungsprojekt FORTIFIEDx ein. Gemeinsam mit unseren Partnern von der Montanuniversität Leoben und dem Polymer Competence Center Leoben arbeitet sie an neuartigen mikrofluidischen Diagnostiksystemen, die Blutanalysen direkt vor Ort ermöglichen. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines neuartigen mikrofluidischen Diagnostiksystems, das Blutuntersuchungen direkt bei Patientinnen und Patienten ermöglicht, und zwar ganz ohne Laborinfrastruktur, Stromversorgung oder aufwendige Geräte.
Kernstück der Technologie ist ein innovativer Teststreifen mit integrierten Mikrokanälen, der kleinste Mengen Kapillarblut automatisch verarbeitet und analysiert. Das System wird derzeit für den Nachweis hochinfektiöser und sexuell übertragbarer Krankheiten wie HIV, Syphilis, Ebola oder Lassa-Fieber validiert und soll künftig sowohl in der Routinediagnostik als auch bei Kriseneinsätzen in Regionen mit eingeschränkter medizinischer Infrastruktur eingesetzt werden.
Internationale Anerkennung und Vorbildwirkung
Die wissenschaftlichen Erfolge von Anja Haase spiegeln sich in zahlreichen internationalen Forschungskooperationen und der erfolgreichen Einwerbung europäischer Forschungsprojekte wider. Für ihre Leistungen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als „Femtech-Expertin des Monats“ sowie gemeinsam mit ihrem Team mit dem Fast Forward Award. Zuletzt erhielt sie im Februar 2026 den SPIRIT-Award for Women in Science in der Kategorie Angewandte Forschung Senior Scientists, eine Auszeichnung, die steirische Forscherinnen für ihre herausragenden Beiträge zur Wissenschaft würdigt
Neben ihrer fachlichen Expertise wird sie auch für ihr Engagement in der Förderung von Nachwuchskräften sowie ihre Vorbildwirkung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschätzt.
Wir gratulieren Anja Haase herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und freuen uns über die Anerkennung ihrer langjährigen wissenschaftlichen Arbeit durch das Land Steiermark.


