Der Klimawandel führt zu einer Zunahme von Extremwetterereignissen, insbesondere von Starkregen, die erhebliche Risiken für den Straßenverkehr darstellen. Allein in Europa verursachten wetter- und klimabedingte Naturkatastrophen zwischen 1980 und 2020 wirtschaftliche Schäden von rund 500 Milliarden Euro.
Aquaplaning frühzeitig erkennen und vermeiden
Im abgeschlossenen FFG-Projekt WETSAFE entwickelte ein Team um Patrick Luley vom Institut DIGITAL ein System, das potenzielle Gefahrenstellen durch Starkregen frühzeitig erkennt. Dafür wird ein hochgenauer digitaler Zwilling von Fahrbahn und Umgebung erstellt, der in Kombination mit prognostizierten Niederschlagsmengen die Bildung von Wasserfilmen auf Fahrspuren simuliert und so Aquaplaning-Gefahren vorhersagt.
„Erstmals haben wir die Simulation der Verkehrsumgebung in bestehende Technologien zur Verkehrsbeeinflussung wie C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems) integriert“, freut sich Projektleiter Luley. Diese Systeme ermöglichen den Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen untereinander (Vehicle-to-Vehicle, V2V) sowie zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur (Vehicle-to-Infrastructure, V2I). Anhand dessen können alle Personen in Fahrzeugen frühzeitig informiert und gewarnt werden. „Außerdem können die Straßenbetreiber anhand der Simulation potenzielle Engpässe bei der Fahrbahnentwässerung identifizieren und präventive Infrastrukturmaßnahmen ableiten“, so Luley weiter.
Angesichts der steigenden Häufigkeit von Starkregenereignissen, die in Europa über 40 Prozent aller wetterbedingten Naturkatastrophen ausmachen, ist die Entwicklung solcher Systeme von entscheidender Bedeutung, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und wirtschaftliche Schäden zu minimieren.
Das Projekt wurde unterstützt vom Bundesministerium Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und der ASFINAG.
Projektpartner
GeoSphere Austria – Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie, flussbau iC GesmbH, Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H.