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Newsbeitrag - 
Health

LinkCompanion: soziale Unterstützung soll näher an die Versorgung

Rund jede fünfte Konsultation in der Primärversorgung hat einen psychosozialen Hintergrund, etwa Einsamkeit, Armut oder fehlende soziale Teilhabe. Hier setzt Social Prescribing an: Fachkräfte mit Link Working Funktion vermitteln Patient*innen passende nicht medizinische Angebote in ihrer Region. Das neu gestartete Projekt LinkCompanion entwickelt dafür eine digitale Begleitplattform, die soziale Unterstützung erleichtert und die Zusammenarbeit aller Beteiligten stärkt.

Social Prescribing verbessern mit Fachkräften mit Link Working Funktion

LinkCompanion: Entwicklung, Pilotierung und wissenschaftliche Evaluation der digitalen Begleitplattform, Theresa Weitlaner, Stefan Hochwarter, Maximilian Schwarz (GÖG), Ian Langner (GÖG), Foto: JOANNEUM RESEARCH

Kürzlich fand das Kick-off-Meeting von LinkCompanion statt. Die Projektpartner*innen legten dabei die Basis für die Zusammenarbeit in den kommenden zwei Jahren und stimmten die nächsten Schritte für Entwicklung, Pilotierung und wissenschaftliche Evaluation ab. Projektleiter seitens JOANNEUM RESEARCH HEALTH ist Stefan Hochwarter.

Ausgangspunkt des Projekts ist eine konkrete Versorgungslücke: Rund jede fünfte Konsultation in der österreichischen Primärversorgung hat einen psychosozialen oder emotionalen Hintergrund. Dazu zählen etwa Einsamkeit oder finanzielle Belastungen. Hier setzt Social Prescribing an. Der Ansatz ergänzt die medizinische Versorgung, indem Patient*innen mit passenden nicht-medizinischen Angeboten in ihrer Region verbunden werden, etwa mit Beratungsstellen, Vereinen oder Nachbarschaftsinitiativen.

Digitale Unterstützung für Link Worker

Eine zentrale Rolle übernehmen sogenannte Link Worker. Sie klären gemeinsam mit Patient*innen deren Bedürfnisse und Ziele und vermitteln passende Angebote. In der Praxis ist diese Arbeit jedoch mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Netzwerkaufbau, Kontaktverwaltung und Dokumentation können insbesondere in der Anfangsphase einen großen Teil ihrer Arbeitszeit beanspruchen.

LinkCompanion soll genau hier ansetzen. Die geplante Plattform soll die Zielverfolgung und Betreuungskontinuität unterstützen, regionale Angebote teilautomatisiert erfassen und dokumentieren sowie die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten erleichtern.

Die digitale Unterstützung ist ausdrücklich als Ergänzung zur persönlichen Betreuung gedacht. Bei teilautomatisierten Prozessen bleibt eine menschliche Kontrolle vorgesehen. Dieses Prinzip wird als Human in the Loop bezeichnet: Digitale Systeme unterstützen Arbeitsschritte, Entscheidungen werden jedoch weiterhin von Menschen geprüft oder getroffen.

Entwicklung gemeinsam mit der Praxis

Die Plattform wird gemeinsam mit den späteren Nutzer*innen entwickelt. Link Worker, Mediziner*innen, Patient*innen und Angehörige werden in die Entwicklung und Erprobung einbezogen. Vorgesehen ist ein Pilotbetrieb in drei bis fünf Primärversorgungseinheiten.

Wissenschaftlich kombiniert das Projekt qualitative Methoden wie Workshops und Interviews mit quantitativen Verfahren. Dazu gehören Nutzungsdaten ebenso wie validierte Erhebungsinstrumente, beispielsweise die UCLA-Einsamkeitsskala. Untersucht wird unter anderem, unter welchen organisatorischen, professionellen und technischen Bedingungen sich ein digital unterstütztes Social-Prescribing-Modell dauerhaft in der österreichischen Primärversorgung etablieren lässt.

Auch Fragen der digitalen Teilhabe, des Datenschutzes und unterschiedlicher organisatorischer Voraussetzungen an den beteiligten Standorten werden von Beginn an berücksichtigt.

Nationale und internationale Expertise im Projekt

Wissenschaftlich begleitet wird LinkCompanion von der Alternsforschungsakademie am Haus der Barmherzigkeit und dem Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien. Ein Projektbeirat bringt zusätzlich nationale und internationale Perspektiven ein. Vorgesehen ist unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Karolinska Institutet in Schweden sowie dem Norwegian Centre for E-health Research.

Von der Pilotlösung zum übertragbaren Modell

Bis September 2028 sollen eine erprobte digitale Companion-Plattform, ein Umsetzungsleitfaden und ein Wissenstransfer-Netzwerk entstehen. Die Erkenntnisse sollen nicht auf die beteiligten Pilotstandorte beschränkt bleiben. Ein zentrales Forschungsziel ist daher die Frage, welche Elemente des Modells auf weitere Regionen und Primärversorgungseinheiten übertragen werden können und welche Anpassungen dafür notwendig sind.

 

Zum Projekt

Mit Maximilian Schwarz und Ian Langner von Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)

LinkCompanion wird von der EU gefördert und im Auftrag der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) im Rahmen des Calls für praxisnahe Anwendungsforschungsprojekte in Primärversorgungsforschungsnetzwerken umgesetzt. Es läuft von Oktober 2026 bis September 2028.

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