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Wie treffsicher werden Familien unterstützt?
Ziel des Projekts ist es, den jeweils aktuellen Beitrag der öffentlichen Hand zur Deckung der Kosten, die für Kinder entstehen, zu erheben und hinsichtlich der Verteilungsgerechtigkeit zwischen unterschiedlichen Haushaltsformen zu analysieren. Dadurch soll ein möglicher Verbesserungsbedarf zielgenau eruiert werden.
Die Ermittlung der Beiträge der öffentlichen Hand zur Deckung entstehender Kinderkosten erfolgt mittels des von uns entwickelten Konzepts der „kinderinduzierten“ Transferleistungen und eines, ebenfalls von uns entwickelten, Mikrosimulationsmodells für Österreich.
In Österreich hat sich ein sehr ausdifferenziertes System zur Unterstützung von Haushalten mit Kindern entwickelt. Wie Bundes-, Landes- und Gemeindeebene zusammenwirken, wurde in der Studie „Analyse der Transferleistungen zur Unterstützung von Haushalten mit Kindern in Österreich“ so umfassend wie nie zuvor anhand simulierter Steuer- und Transferkonten für tausende systematisch generierte Haushaltskonstellationen analysiert und auf Österreichebene ausgewertet.
Die Beiträge der öffentlichen Hand zur Deckung entstehender Kinderkosten werden in der Studie mittels des Konzepts der „kinderinduzierten“ Transferleistungen ermittelt. Sie spiegeln die Transferhöhe wider, die sich für Haushalte mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen Referenzhaushalten ergibt. Das durchaus komplexe Zusammenwirken der drei staatlichen Ebenen ergibt in Summe ein System, das stark umverteilend wirkt: Der unterste Einkommensbereich bekommt die Kinderkosten weitestgehend abgedeckt und erhält die höchsten Transfers, danach sinken diese mit steigendem Einkommen.
Der aktuelle Beitrag der öffentlichen Hand zur Deckung der Kosten, die für Kinder entstehen, wurde erstmals für das Jahr 2021 ermittelt und hinsichtlich der Verteilungsgerechtigkeit zwischen unterschiedlichen Haushaltsformen analysiert, um einen möglichen Verbesserungsbedarf zielgenau zu eruieren. Seit damals findet alle zwei Jahre eine Aktualisierung der Analyse statt. Auf diese Weise wird nach und nach eine Zeitreihe zu den kinderinduzierten Transferleistungen erstellt, die Rückschlüsse auf deren längerfristige Entwicklung zulässt.
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