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Kärnten als Modellregion für resiliente E-Mobilität

Im Forschungsprojekt „Shared Charging“ bündeln go-e, JOANNEUM RESEARCH und weitere Partner ihre Kompetenzen, um intelligente Ladelösungen und datenbasierte Modelle für eine wirtschaftliche und zukunftsfähige E-Mobilität zu entwickeln. Kärnten dient dabei als Modellregion – mit dem Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse später auch auf andere Regionen zu übertragen.

intelligente Ladelösungen für E-Mobilität

Kärnten als Modellregion für resiliente E-Mobilität, Bart Scholte Van Mast und Nicholas Katz (v. l. n. r.), Foto: JOANNEUM RESEARCH/Plimon

Shared Charging zeigt damit, wie aus einer gemeinsamen Idee ein Innovationsprojekt entsteht und wie Forschung und Wirtschaft voneinander profitieren können: JOANNEUM RESEARCH bringt Daten, Modellierungen und wissenschaftliche Analysen ein, go-e den Blick auf technologische Entwicklung und praktische Umsetzung.

Mit der zunehmenden E-Mobilität wächst auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie dieser zusätzliche Energiebedarf gedeckt werden kann, ohne die Stromnetze unnötig zu belasten und hohe Kosten für deren weiteren Ausbau zu verursachen. Genau hier setzt „Shared Charging“ an. Ein Konsortium, dem unter anderem go-e, JOANNEUM RESEARCH, Kärnten Netz, Kelag und die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt angehören, arbeitet an innovativen Lösungen. Ziel ist es, das Laden von Elektroautos und das Stromnetz möglichst zu entkoppeln. Lokale Energiesysteme sollen verstärkt erneuerbare Energie nutzen und nur bei Bedarf auf das öffentliche Netz zurückgreifen.

Im Fokus steht die Leistbarkeit der E-Mobilität. Intelligente Ladeinfrastruktur soll dazu beitragen, Mobilität für möglichst viele Menschen zu geringen Kosten zu ermöglichen. Gleichzeitig muss sich die Bereitstellung auch für Betreiber wirtschaftlich rechnen. Arbeitgeberstandorte spielen dabei ebenso eine Rolle wie Einkaufszentren oder Freizeitstandorte.

Daten für die Mobilität von morgen

Eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung solcher Lösungen liefern die Daten und Modellierungen von JOANNEUM RESEARCH. Untersucht wird, wo und wann künftig Ladebedarf entsteht. Dafür werden unter anderem Bevölkerungsdaten, Pendlerströme, Arbeitgeberstandorte und Infrastrukturinformationen miteinander verknüpft.

„Wir wissen, wo die Menschen wohnen, kennen die Pendlerbeziehungen zwischen den einzelnen Standorten und wissen, wo die Menschen arbeiten“, erklärt Nicholas Katz von JOANNEUM RESEARCH. Mobilität werde dabei im Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten und Freizeit betrachtet. Daraus lässt sich modellieren, wo sich Menschen im Tagesverlauf aufhalten und wie hoch der entsprechende Ladebedarf sein könnte.

Für Bart Scholte van Mast, Business Innovation Manager bei go-e in Feldkirchen, bilden diese Daten eine zentrale Planungsgrundlage. Die Modelle verbinden demografische Informationen mit zurückgelegten Wegstrecken und dem daraus resultierenden Energiebedarf. So lässt sich abschätzen, wie viel Energie an unterschiedlichen Standorten zum Laden benötigt wird.

Wie aus einer Idee ein Innovationsprojekt wurde

Die Zusammenarbeit zwischen go-e und JOANNEUM RESEARCH begann beim Zukunftstag von JOANNEUM RESEARCH 2024. Dort hörte Scholte van Mast einen Vortrag von JOANNEUM-RESEARCH-Forscher Eric Kirschner zur Verbindung von Demografie und Infrastruktur. Die Inhalte trafen auf Fragestellungen, mit denen sich go-e bereits beschäftigte. Aus dem ersten Austausch entwickelte sich eine Projektidee – neun Monate später ein gemeinsames Forschungsprojekt.

Forschung trifft Wirtschaft

Gerade diese Verbindung unterschiedlicher Kompetenzen unterstreicht für beide Seiten den Mehrwert der Partnerschaft. go-e erhält Zugang zu bereits vorhandenem Forschungswissen, Daten und Modellen und muss entsprechende Kompetenzen nicht erst selbst aufbauen. Dazu kommen das Netzwerk und die Reputation von JOANNEUM RESEARCH. Forschung wiederum erhält durch die Kooperation mit einem Wirtschaftspartner einen konkreten Anwendungsbezug. „Wir fangen nicht bei Null an. Am Ende ist es eine hervorragende Synergie, um schneller zu Produkten zu kommen, um es schneller zum Kunden zu bringen“, betont Bart Scholte van Mast, go-e.

Für JOANNEUM RESEARCH liegt ein wesentlicher Reiz des Projekts darin, wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis zu bringen und gemeinsam mit Unternehmen zu konkreten Lösungen weiterzuentwickeln. „Es gibt wenig Frustrierenderes, als wenn Forschungsergebnisse am Ende in der Schublade verschwinden. Was wir entwickeln, schafft tatsächlich einen Mehrwert“, so Nicholas Katz, JOANNEUM RESEARCH.

Gemeinsam weiterdenken

Die Kooperation soll über das aktuelle Projekt hinausreichen. Beide Projektpartner sehen Potenzial, die entwickelten Ansätze weiterzuführen und zu skalieren. Kärnten fungiert dabei als Modellregion, in der bereits viele Daten vorhanden sind. Die zugrunde liegenden Modelle lassen sich jedoch auch auf andere Regionen übertragen. Nicholas Katz sieht darin die Möglichkeit, die Forschung künftig in anderen Bundesländern oder österreichweit einzusetzen. Auch für go-e führen weitere Projektideen in Richtung erneuerbarer Energie in Verbindung mit Infrastruktur für E-Mobilität.

 

Shared Charging zeigt damit, wie aus einer gemeinsamen Idee ein Innovationsprojekt entsteht und wie Forschung und Wirtschaft voneinander profitieren können: JOANNEUM RESEARCH bringt Daten, Modellierungen und wissenschaftliche Analysen ein, go-e den Blick auf technologische Entwicklung und praktische Umsetzung. Von Kärnten aus entstehen so Ansätze für eine leistbare, wirtschaftliche und zukunftsfähige E-Mobilität, die künftig auch über die Modellregion hinaus Wirkung entfalten können.

 

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