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Hätten wir nur eine Zeitmaschine!

Am 22. Jänner 2020 fand an der TU-Wien der „Time Machine Austria Info Day“ statt, bei dem das Institut DIGITAL innovative Wege zur Erschließung, Erhaltung, Dokumentation und Digitalisierung kulturellen Erbes vorgestellt hat.

DI Georg Thallinger präsentiert auf dem „Time Machine Austria Info Day“. Credit: CVL TUWien


Das multidisziplinäre und internationale Time Machine-Projekt startete am 1. März 2019 als eine von der Europäischen Union unterstützten Initiativen, die fundamentale Durchbrüche im Bereich der Entwicklung von Technologien für das kulturelle Erbe (Archive, Museen, Bibliotheken, Archäologie, baukulturelles Erbe, etc.) anstrebt. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollen Kompetenzen und Technologien für „Big Data der Vergangenheit“ entstehen, die es möglich machen, Anwendungen verschiedenster Art auf Basis historischer Daten aus ganz Europa zu entwickeln und neuartige Zugänge zu Geschichte und Kultur zu öffnen.

Mit neuen Möglichkeiten, die die Digitalisierung, Big Data-Analysen, Künstliche Intelligenz (KI) und Computervisualisierung mit sich bringen, könnte dieser Wissensschatz nun besser gehoben und gleichzeitig auch für Laien anschaulich zugänglich gemacht werden. Die Daten werden mit Orten verknüpft und diese dreidimensional mit neuen Visualisierungstechnologien erlebbar gemacht. So soll es möglich sein, ein Dorf digital ins Jahr 1700 zurückzuversetzen. Mit einem Klick auf ein Haus hätte man dann die Daten der Menschen, die mit diesem Haus verbunden waren. Dadurch wird allen Interessierten Forschung "tief in den sozialen Geflechten" ermöglicht. In Österreich sind neben dem Stephansdom in Wien die Dokumente in Niederösterreich eines der Modellprojekte. Hier sollen verschiedene Urkunden wie Tauf-, Heirats- und Sterbebücher und Grundbücher automatisch transkribiert und die so gewonnenen Daten miteinander und mit Orten verknüpft werden.

 

Das Institut DIGITAL der JOANNEUM RESEARCH ist als ein assoziierter Partner an dem Projekt „Time Machine“ beteiligt und wurde von der TU Wien zur Informationsveranstaltung am 22. Jänner eingeladen, um über die praxisorientierten innovativen Lösungen und Know-how des Instituts vorzutragen. Innovative Lösungen für die Dokumentation, Erhaltung und Nutzung des kulturellen Erbes sind langjährige Schwerpunkte der JOANNEUM RESEARCH.

Neben der Produktfamilie DIGITAL.culture, Dokumentationslösungen für Museen, Archive und archäologische Sammlungen, die eine große Anzahl von Museen und Archiven im deutschsprachigen Raum einsetzt, werden speziell Lösungen für audiovisuelle Archive umgesetzt. Unter anderem wurde und wird eine Lösung für die digitale Restaurierung von Film- und Videoinhalten entwickelt, sowie Methoden zur KI-basierten, automatischen Beschlagwortung/Beschreibung von visuellen Inhalten. Zukünftige Themen, mit unmittelbarer Synergie zu Time Machine, sind etwa Technologien für die automatische, zeitliche und örtliche Zuordnung von visuellen Inhalten oder die Digitalisierung besonders stark beeinträchtigter Filmrollen im Ganzen.