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E-Mobility auf dem Prüfstand der Nachhaltigkeit

Mit Ende Jänner 2021 gab es in Österreich über 45.000 rein elektrisch betriebene PKW. Das sind zwar weniger als 1% aller Fahrzeuge auf Österreichs Straßen, aber die Wachstumskurve ist exponentiell.

v. l. Martin Beermann, Franz Prettenthaler und Gerfried Jungmeier mit dem Batterie-Lebenszyklus-Testgerät
v. l. Martin Beermann, Franz Prettenthaler und Gerfried Jungmeier von LIFE, dem Institut für Klima, Energie und Gesellschaft, Foto: JOANNEUM RESEARCH/ Schwarzl


Das zunehmende Bewusstsein beim Thema Klimawandel treibt diese Kurve an, doch sind Elektrofahrzeuge tatsächlich so umweltfreundlich? Die Nachhaltigkeitsexperten der JOANNEUM RESEARCH haben den Battery-Life-Cycle-Check für Batterie- und Fahrzeughersteller sowie für Mobilitätsdienstleister und Konsumenten entwickelt.

 

Was verbirgt sich hinter Life Cycle Assessment?

Das so genannte „Life Cycle Assessment“ (LCA) ist eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Dienstleistungen und Produkten entlang des gesamten Lebensweges eines Produkts inklusive der Herstellung und des Recyclings beziehungsweise der Entsorgung. Dabei werden auch die Umweltwirkungen der vor- und nachgeschalteten Prozesse inklusive jener der Bereitstellung der benötigten Rohstoffe und Materialien sowie der Energie einbezogen.

 

„Das Thema Mobilität ist während der COVID-Pandemie neu bewertet worden. Das Fahrrad legt an Bedeutung zu, Individualverkehr ist wieder in – da rückt auch das Elektrofahrzeug zunehmend ins Blickfeld bewusster Konsumenten“, führt Martin Beermann, Nachhaltigkeitsexperte bei LIFE, dem Institut für Klima, Energie und Gesellschaft der JOANNEUM RESEARCH, aus.

„Mit dem Battery-Life- Cycle-Check bieten wir Herstellern eine Möglichkeit, ihre Produkte zu optimieren und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Der Konsument kann über die Klimarelevanz der Batterie informiert werden – die Transparenz steigt“, erklärt Beermann.

 

LCA und die Datenverfügbarkeit zur Batterieherstellung

Eine Herausforderung in einer LCA ist die Datenverfügbarkeit zur Batterieherstellung. Für die Lebenszyklusanalyse benötigt man möglichst realitätsnahe und aktuelle Daten.

Beermann: „Die Treibhausgasemissionen aus der Herstellung einer heutigen Lithium-Ionen-Batterie hängen vor allem von der Batteriekapazität, der Batteriechemie und vom Herstellungsort der Materialien und der Batterie ab. Diese Einflüsse führen zu einer großen Bandbreite der Emissionen der Batterieherstellung, die für heute typische Batteriegrößen zwischen 40 und 100 kWh in elektrischen PKW bei rund 2 bis 12 Tonnen CO2-Äq liegen. Umgelegt auf eine Lebensdauer von 200.000 Kilometer entspricht die Batterieherstellung einem äquivalenten Benzinverbrauch von 0,3 bis 2 Liter Benzin pro 100 Kilometer.“

 

Partner & Förderung

Die Zusammenarbeit mit Produzenten und Forschungsunternehmen ist wesentlich und wird unter anderem durch das Netzwerk der Internationalen Energieagentur (IEA) unterstützt. Finanziert werden diese Aktivitäten vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und dem Klima- und Energiefonds.